Das mit dem abendlichen Sandmännchen hätten wir viel eher anfangen sollen.
Normalerweise fing ich ab 6 immer an, etwas ungeduldig zu werden – Abendessen, dann darf Saskia noch ein wenig spielen, dann bringe ich sie ins Bad, dann das Abendritual im Bett, dann bringen die beste aller Ehefrauen oder ich sie ins Bett – und ab da habe ich dann “frei” für den Rest des Tages.
Seit das Sandmännchen Bestandteil des abendlichen Rituals ist, hat auch der Tag für mich selber einen viel klarer definierten Schlußpunkt. Es ist jetzt plötzlich egal, ob wir um 18:00 Uhr oder um 18:15 Uhr anfangen mit Abendessen – bis 18:50 Uhr wird danach auf jeden Fall noch gespielt, dann die kurze Geschichte im Fernsehen, und dann geht es ins Bad – was Saskia auch erstaunlich klaglos akzeptiert – jedenfalls hat sie mir hier noch keine Szene gemacht, wie das sonst ab und zu mal der Fall war.
(Und ja, wenn der nächste Tag frei ist, dann sind die Zeiten etwas anders – dafür gibt es dann Video-Rekorder.)
Und das führt dazu, dass auch mein eigener Abend plötzlich viel entspannter ist …
Das läuft hier auch so. Diese Strukturen helfen Robert sehr. Er darf nach dem Sandmännchen noch “Ein Land vor unsere Zeit” anschauen. Und das ist schon ein Ritual: Fernseher aus, Zähne putzen und ins Bett.
Weil die anderen Kinder das nicht so extrem genau nahmen wie Robert dachte ich immer, es hat mit seinem Autismus zu tun…
Viele Grüße
Elisabeth
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