Angeln ist Saskias Lieblingsspiel in den letzten drei Tagen gewesen. 14 Fische bzw. Walrösser bzw. Pinguine, zwei Angeln (und eigentlich noch ein Aquarium aus 4 Holzwänden, das ich wegen der harten Kanten aber nicht verwende, wenn Saskia es nicht einfordert).
Die Ausdauer, die sie dabei an den Tag legt, finde ich beeindruckend. Der ganze Arm und die Hand sind stark angespannt, der Magnet an der Angel wackelt hin und her, und man hat den Eindruck, dass das “Fangen” eines Fisches eher Zufall ist. Ich selber würde wahnsinnig werden: Das ist, wie wenn man eine knifflige feinmotorische Aufgabe lösen soll, und das wiederholt nicht klappt – ich habe dabei immer ein körperliches Unbehagen – und genauso geht es mir, wenn ich Saskia beim Angeln zuschaue. Ich würde am liebsten helfend eingreifen, nur um diese Qual – ihre angenommene und meine reale – zu beenden.
Aber Saskia angelt sich geduldig alle Fische, “verschenkt” sie, und fordert dann “ma!” (“nochmal”). Bewundernswert.
Und wieder ein Punkt, an dem ich gern wüsste, was dabei in ihrem Kopf vorgeht, und wie sie das eigentlich selber wahrnimmt …
Nur, weil es für Dich eine Qual ist, muß es doch für sie keine sein. Kennt sie es denn wirklich anders?
Weitaus schlimmer wäre es doch, sie würde darüber so negativ denken wie Du. Dann könntet Ihr Euch nämlich jegliche Therapieversuche sparen.
Ja, eigentlich glaube ich ja auch, dass es für sie keine Qual ist – sonst wäre sie ja nicht so ausdauernd. Aber ihre gelegentlichen Bitten um Hilfe (“heijfen”, oder so) lassen mich eben auch denken, dass sie durchaus den Unterschied zwischen ihrem Handeln und meinem begreift. Nur auf welcher Ebene, das weiß ich nicht – und es würde mich halt interessieren, wie so viele Dinge in ihrem Kopf.