Warum?

Zum Turnen heute waren wir ein paar Minuten zu spät – weil das Umziehen von Saskia wegen der Wackligkeit so lange dauerte? -, also war ein für sie spannender Teil, das Spielen der Kinder mit ganz vielen großen Gymnastikbällen, gerade vorbei.

Im anschließenden Begrüßungs-Sing- und Spielkreis machte sie zwar halbwegs mit, im recht engen Rahmen ihrer Möglichkeiten, aber wie immer erst hing sie irgendwie drei Runden hinterher.

Beim anschließenden Papa-mit-Schlangen-ärgern (die „Schlange“ war ein biegsames Plastik-Rohr, das zu diesem Zweck an die Kinder ausgeteilt worden war) fiel sie hin, biß sich innen auf die Wange, die ziemlich blutete – und weinte entsprechend.

Nachdem ich sie (überraschend schnell) trösten konnte, ging es in den eigentlichen Turnraum, wo Saskia, wie immer, sich sofort auf den Weg in die „Katakomben“ (der „unterirdische“ Teil einer großen Kletterlandschaft) machte. Wo sie erst mal beim Krabbeln um- und auf das Gesicht fiel – da half auch kein Helm.

Okay, auch dieses Weinen ging vorbei, danach hatten wir 5 bis 10 Minuten Krabbelnspaß in den Katakomben („Papa fanne!“).

Anschließend beschloß Saskia mal wieder, ihre Windel füllen zu müssen – was bei ihr durchaus eine ganze Weile dauert. Das Wickeln im „Umziehbereich“ (der Flur vor der eigentlichen Turnhalle) auf einem Wickeltisch, der für Saskias Größe schon arg grenzwertig ist, nahm alles in allem auch noch einmal knapp 10 Minuten in Anspruch.

Danach sind wir noch ein paar Minuten auf einer Hüpfburg (so einer aufblasbaren) gehüpft, das hat Saskia wie immer auch Spaß gemacht.

Und damit war die Stunde Turnen auch schon wieder rum – das abschließende (organisierte und in bestimmte Spiele eingebundene, zum Abschlußritual gehörende) Hin- und Herrennen in der Nebenhalle verweigerte Saskia – sie braucht sowieso immer mehr als doppelt so lange wie die anderen, um einmal zur anderen Seite zu kommen. Beim Abschluß-Spiel- und Singkreis hüpfte sie mal kurz mit, aber auch das immer an Stellen, wo das Hüpfen eigentlich schon wieder vorbei war.

Nach dem Umziehen, was wegen ihrer Schlaffheit auch wieder recht lange dauerte, spuckte sie mal wieder ihren Mageninhalt aus – vor den Augen aller noch Anwesenden mitten auf den Fußboden.

Für den Weg zum Auto – 150 Meter, großzügig geschätzt – brauchten wir weitere knapp 10 Minuten – die Beine knickten dauernd unter ihr weg, zum Teil hat sie sie mehr nachgeschleift als wirklich bewegt. Wegen des recht starken Regens kamen wir klitschnass am Auto an.

Warum?

Warum tue ich mir das an?

Das wenige, was es Saskia wirklich gebracht hat, können wir so oder so ähnlich auch zu Hause haben. Von den anderen Kindern hat sie hier sowieso nichts – außer dem gelegentlichen „Du stinkst!“ oder „Wasch Dich mal!“, wenn sie mal wieder gespuckt hat. Und mir selber tun diese anderen Kinder eher weh – es macht überhaupt keinen Spaß, 20 deutlich jüngere Kinder zu sehen, die Saskia in allen Bereichen locker abhängen.

Wenn es Saskia nächsten Sonnabend nicht deutlich besser geht – und vielleicht sogar dann -, fällt das Turnen aus. Im Augenblick habe ich so gar keine Lust zu dieser Selbstkasteiung.

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3 Antworten zu Warum?

  1. Sommersprosse schreibt:

    Hallo Ihr Drei,

    bei den schönen Artikeln fällt mir ein Kommentar viel leichter, bei den traurigen fehlen mir immer die Worte.
    Da bleibt mir nur : ein halbwegs gutes WE!

  2. Barbara schreibt:

    Du lieber Locke, Du!
    Ich les da zwar viel Frust und Traurigkeit, aber ich lese auch Saskias Freude an den Dingen, die eben nicht zu Hause stattfinden.
    Und DARUM machst Du das, dieses Lachen und die Freude Deiner Tochter sind der Grund, warum Du Dir das antust.
    Ich glaube, Kontinuität ist etwas sehr wichtiges in Saskias Leben….also, mein Lieber, ab zur Turnstunde.
    Es mag nicht immer „sinnvoll“ erscheinen, und doch bringt es die Süsse weiter, bringt sie unter andere Menschen, in Gesellschaft.
    Man darf Saskia kennenlernen, ihr seid „in Kontakt“.

    Wird schon 😉
    Supermüde Grüße
    Barbara
    PS
    Mein Mann ist mit beiden Buben spazieren….ich will diese stille, ruhige Zeit, Zeit für mich ganz allein, nicht mit schlafen vergeuden!!!!!

  3. Elisabeth schreibt:

    Ich kann mich da nun gar nicht Barbara anschliessen. Mir fehlt grad der Optimismus von ihr. Und wahrscheinlich ist es doch so, dass bei Saskia viel hängen bleibt.
    Elisabeth

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