Überfordert

Es gibt so Tänze, in denen man auch nach mehreren Jahren Tanzen (naja, mit Unterbrechungen) nur unwesentlich mehr kann als die Grundschritte. Quickstep zum Beispiel.

Und es gibt so Tänze, wo man nach mehreren Jahren regelmäßigen, wenn auch zu seltenen (ein- bis zweimal pro Woche ein bis zwei Stunden ist zu selten) Tanzens das Gefühl hat: Jawoll, das klappt, man kann inzwischen so viele Figuren, dass man sie innerhalb eines Tanzes nicht allzu oft wiederholen muß, und es fühlt sich insgesamt eigentlich recht gut an. Langsamer Walzer zum Beispiel.

Und dann gibt es da einen Tanzlehrer, der plötzlich neue Elemente einführt, die so gar nichts mit „Und heute mal eine neue Figur“ zu tun haben … Und auf einmal ist die rechte Gehirnhälfte damit beschäftigt, das Heben und Senken an den richtigen Stellen einzubauen, die linke damit, die ganze Zeit darauf zu achten, dass man auch im richtigen Takt ist – und schon ist keine Gehirnkapazität mehr frei, und die Figuren, die man seit gefühlt unendlichen Zeiten aus dem Rückenmark tanzt, laufen plötzlich vor die Wand (zum Glück nur im übertragenen Sinn).

Uff.

Ja, auch dieser langsame Walzer fühlt sich bestimmt irgendwann mal sehr gut an – aber frühestens, wenn er nicht mehr so verdammt anstrengend ist.

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6 Antworten zu Überfordert

  1. Elisabeth schreibt:

    Tanzen ist ja auch Sport, oder? Doch ja, irgendwie angenehmer Sport. Aber Sport ist ja meist nicht nur Vergnügen … also wird das schon richtig sein so…
    Susanne ist von HipHop auf JazzDance umgestiegen. „Mama, ich zeig Dir wie einfach das geht…nur die ersten Schritte!“ Ich bin froh, dass noch alles in Ordnung ist. Denn, auch der Wohnzimmertisch steht jetzt wo anders seid dem Renovieren!
    Ich glaub, da wäre mir der langsame Walzer lieber gewesen … der Tisch war so schnell in meinem Weg! Aua!
    Schlaft gut
    Elisabeth

    • Ja, klar, prinzipiell ist das auch richtig so. Und irgendwann will man sich ja auch mal weiterentwickeln – und Figuren sind halt nicht alles … Und gegen Ende der 1,5 Stunden fühlte es sich dann auch langsam wieder an wie „Ja, das könnte man irgendwann schaffen, und dann macht es richtig Spaß“ – und diese Erfolgserlebnisse sind es ja unter anderem, die motivieren.

      Ansonsten: Gute Besserung für Dein … Bein? 🙂

      Gute Nacht
      ‚Locke‘

    • Wobei ich noch sagen muß: Es gibt anstrengend und anstrengend. Ich mag schnelle Tänze – Discofox, Jive, Cha Cha. Die, bei denen man sich richtig verausgaben kann. Das ist anstrengend, aber schön.

      Und so etwas wie heute – da ist es nicht der Körper, der sich verausgabt, sondern der Geist – das ist anstrengend. Und wird später mal schön – hoffe ich 🙂

  2. Michaela schreibt:

    Doch, wird es. Versprochen. 🙂

    Und Du tust es ja auch nicht, um zu heben oder zu senken.
    Du tust es, weil Du Dich nur so so bewegen kannst, wie Du es später einmal möchtest.
    Ebenso wie Du nicht viele Figuren lernst, damit Du Dich nicht so schnell langweilst, sondern damit Du mehr Wörter, mehr Töne hast, um den ganzen Körper zur Musik mitsingen lassen zu können.
    Irgendwann sind Dir die eigentlichen Figuren egal und Du… bewegst Dich einfach. Dann ist Tanzen wie Improvisieren mit einem Instrument zu Musik, die Du wirklich, wirklich magst.
    Und ja, das dauert ein, zwei Tage, bis es so klappt. Aber es wird klappen.
    Darum: Ärgert Euch nicht über Fehler. Nobody’s perfect. Freut Euch über alles, was besser wird!
    Habt Spaß.

    „At 14, I discovered girls. At that time, dancing was the only way you could put your arm around the girl. Dancing was courtship. Only later did I discover that you dance joy. You dance love. You dance dreams.“
    Gene Kelly

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