Sonnabend-Beschäftigung

Eigentlich wollte ich heute mit Saskia in ein Kindermuseum in der großen Stadt gehen – das war uns schon vor längerer Zeit empfohlen worden, und heute wollte ich es mir endlich mal anschauen. Nicht, dass Saskia mit einem Museum als solchem viel anfangen könnte, aber es gibt da wohl sehr viele Dinge zum Mitmachen und ausprobieren – und das könnte ihr in der Tat Spaß machen, denke ich.

Also wurde nach dem Frühstück noch ein wenig gespielt, schnell nochmal die ins Navi einzugebende Adresse im Internet nachgeschaut, und dann ging es los. Die beste aller Ehefrauen ließen wir zu Hause – sollte sie ruhig mal ein paar Stündchen Ruhe ohne uns haben.

Als wir etwa zwei Drittel der Strecke hinter uns gebracht hatten, klingelte das Telefon – die beste aller Ehefrauen erzählte, sie habe sich gerade nochmal die Öffnungszeiten auf der Internetseite angeschaut … „Sonnabends nur Kindergeburtstage“. Ehm.

Ich hatte Saskia versprochen, dass wir irgendwo hin fahren, wo sie Spaß hat – wieder nach Hause war also keine Option. Hätte ja auch die ungestörten Stunden der besten aller Ehefrauen zunichte gemacht. Also beschloß ich spontan, auf den Wildpark auszuweichen, den wir im Sommer gerne mal besuchen.

Nun ja – es war durchwachsen. Den meisten Tieren war es bei 0°C wohl auch zu blöd, sich irgendwelchen Besuchern zu präsentieren – viele waren nicht zu sehen. Insbesondere die normalerweise recht zutraulichen Rehe, Hirsche und dergleichen ließen sich nirgendwo blicken. Die Hängebauchschweine waren natürlich treu wie immer – ich glaube, denen geht es eh‘ nur ums Fressen, und da waren sie bei Saskia und ihrer Wildfutter-Packung genau an der richtigen Adresse. Den riesigen zotteligen Büffel-ähnlichen Tieren, deren Namen ich nicht mehr weiß, und die noch mehr sabbern als Saskia, haben wir einen Teil der extra noch vor dem Wildpark-Eingang gekauften Äpfel verfüttert – die Tatsache, dass sie die einfach im Ganzen ins Maul genommen und zerkaut haben, hat Saskia, scheints, ziemlich beeindruckt.

Dann haben wir die traditionelle Curry-Wurst mit Pommes frites im Park-eigenen Imbiss gegessen, uns die Eule und die verschiedenen Greifvögel, die nach der verpaßten Flugshow noch ein wenig rumsaßen, angeschaut – und das wars dann auch schon fast. Ab da wurde Saskia auch etwas quakig – eine Mischung aus Müdigkeit und Kälte, denke ich – insbesondere die Handschuhe, die wir nicht mitgenommen hatten, weil wir halt gar nicht auf einen Außenaufenthalt eingerichtet waren, fehlten deutlich – sowohl Saskia als auch mir 😕 Ich hab‘ dann noch meine Mütze geopfert – brr -, damit sie ihre Hände wenigstens in eben diese einwickeln konnte – was aber leider nie lange gehalten hat, dazu hält sie die Arme meist zu verkrampft und/oder unruhig.

Das Ziegengehege riß sie noch einmal raus – es ist immer wieder absolut köstlich, wie sie einer Ziege die linke Hand auf den Rücken legt, sich 90° zu ihr herunter beugt, als wollte sie ihr in die Augen schauen, und ihr mit der rechten Hand das Futter hinhält.

Danach war dann aber endgültig Schluß, Saskia jammerte nur noch, und ich schob ihren Buggy auf dem schnellsten Weg zum Auto. In dem mir Saskia keine 5 Minuten, nachdem ich sie reingesetzt hatte, einschlief …

30 Minuten später wachte sie wieder auf – überraschenderweise hatte ich in der Zeit gar keinen Anfall mitbekommen -, und erzählte etwas von „ein…taufe“. Stimmt, ich bog gerade ein auf den Parkplatz eines Supermarktes hier um die Ecke, weil ich dachte, da könnte ich vielleicht schnell noch, falls Saskia das mitmacht … Machte sie, ganz fantastisch. Erzählte mir noch im Auto, dass wir Schokolade und Chocos kaufen müßten, sowie Brei für ihre Medizin. Verweigerte ihren Buggy, und wollte laufen. Legte aber Wert darauf, dass Nana, ihre Puppe, in dem von mir zur Sicherheit trotzdem mitgenommenen Buggy angeschnallt wurde. Lief anschließend ganz prima (naja – mit Festhalten an der Jacke, frei laufen geht nicht), sammelte Bananen, ihre Chocos, ihre traditionellen Würstchen im Wurstregal, sowie eine Packung Duplo ein, tapperte mit mir zur Kasse … Alles sehr niedlich, die halbe Stunde Schlaf hatte offensichtlich wirklich geholfen.

Und so waren wir letztendlich viereinhalb Stunden nach Aufbruch wieder zu Hause, die beste aller Ehefrauen hatte das Haus inzwischen in ein nicht wiederzuerkennendes glänzendes Etwas verwandelt, und der Tag war fast rum … Über den späten Abend breiten wir hier mal den gnädigen Mantel des Schweigens, ich sag‘ nur: Das müde bockige Kind und ich, wir haben uns direkt vor dem Einschlafen dann doch wieder vertragen, und uns nochmal geknuddelt …

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Eine Antwort zu Sonnabend-Beschäftigung

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