Autismus

Ich gebe zu, ich weiß eigentlich gar nicht, wie sich Autismus definiert. Ich habe halt so ein paar allgemeine Vorstellungen, ohne wirklich sagen zu können, wovon die geprägt sind. Sicherlich auch, aber nicht nur, von Elisabeths Erzählungen über Robert.

Die Idee, dass Saskia manchmal autistische Züge hat, hatte ich in der Vergangenheit schon öfter. Ohne irgendwelche Konsequenzen daraus zu ziehen – würde es wirklich einen Unterschied machen, wenn sie eine entsprechende Diagnose hätte? Ich weiß es nicht, und letztendlich war das Hauptproblem lange Zeit die Epilepsie, insbesondere die vielen Sturzanfälle jeden Tag.

In letzter Zeit jedoch … wird es anstrengend. Wenn ich zu Saskia irgend etwas sage, und sie so gar nicht zu erkennen gibt, dass sie mich gehört oder gar verstanden hat, sondern einfach weitermacht, womit auch immer sie gerade beschäftigt ist … Wenn sie sich mal wieder übergibt, ich bemüht bin, das wegzuwischen, und sie immer und immer und immer und immer wieder versucht, ihre Hände in die Pfütze zu stecken, und weder mein Reden noch mein Tun (Wegziehen ihrer Hände) etwas daran ändern, dass sie das wie ein Automat wiederholt … dann macht das auf mich einen ziemlich autistischen Eindruck (im Sinne von: in ihrer eigenen Welt lebend, und nichts von unserer mitbekommend). Und es ist sehr schwer, an so einer Stelle ruhig und friedlich zu bleiben …

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6 Antworten zu Autismus

  1. „Er ist uns entkommen, Jake.“

    „Ich fürchte, Sie haben Recht, Mister Helpmann. Er ist entwischt.“

    „Hmm.“ Seufzer „Laß‘ uns gehen.“

    (Brazil)

  2. Steph schreibt:

    Hi

    Lese schon länger still mit. Zu sagen, Euch geht es schlechter als uns klingt blöd, zu sagen, wir sind besser dran, saublöd.

    Wir sind grad in der Findungsphase, ob bei uns neben der Epi und einigen anderen Dingen, auch noch Autismus eine Rolle spielen wird.
    Nein es änder nix, glaube ich jedenfalls, aber man lernt verschiedene Dinge besser anzunehmen (oder hinzunehmen)

    Liebe Grüße
    Steph

    • Hach, ich weiß nicht, ob es wirklich was ändern würde, wenn wir die Diagnose hätten. Vielleicht in der Hinsicht, dass man dann einfach bestimmte Dinge nicht (oder gerade) machen darf/kann/soll/muß. Insofern würde es vielleicht Saskia ein wenig helfen. Aber abgesehen davon – im täglichen Er/Leben würde es mich immer noch wahnsinnig machen, fürchte ich 😕 – da ist es vollkommen egal, ob wir die Diagnose haben oder nicht …

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

  3. Elisabeth schreibt:

    Irgendwie ändert es schon was, wenn man die Diagnose hat …
    Die Entwicklung nach der Diagnose hier war:“So ist er halt!“
    Ganz ehrlich? Manchmal sind wir froh, dass so sagen zu können. Denn es wird ja nix wirklich besser bei Robert. Mittlerweile spricht er sogar Fremdwörter … und setzt sie in perfekten Sätzen ein….aber verstehen tut er sie nicht. Die Wörter nicht, die Sätze nicht. Das muss man mal aushalten als „normaler“ Mensch. Erst heute sagt er zu zwei jungen Mädchen (ca.2oJ.) am Nebentisch (wir waren als Zeugnisfeierbelohnung beim Essen), also er sagt:“Hübsche Damen ich wünsch Ihnen einen Guten Appetit und lassen Sie es sich sehr schmecken, denn hier speist man vorzüglich!“
    Die beiden schauen komisch, lachen dann und sagen „Danke“ …. wir schauen auch komisch, Michael sagt:“So ist er halt … er ist Autist, die sind so…!“ Und ich war sprachlos hab ihm fast den Mund zugehalten, denn er würde so weitersprechen! Susanne wird weiss im Gesicht, weint dann fast „Mir ist der so peinlich!“
    Wenn man an einem Tag mit Robert in ca. 20 solche Situationen (ist echt nicht übertrieben) kommt, dann wird man dankbar, dass die Diagnose „Autist“ da ist. Sein Taufpate hat mal gesagt, aber das heisst doch, dass er nicht ganz dicht ist…..!!!
    Sehr ehrlich, schwere Kost!
    Saskia hat schon manchmal autistische Züge, was ich da so durch Robert gelernt habe. Doch ich weiss auch, dass man nichts ändern kann, gar nichts. Nur damit leben, und bevor man das Kind in den Keller steckt und drei Tage dort unten lässt….dann lieber „so ist er halt, er ist Autist!“
    Das andere sind dann ja die „seltsamen“ Verhaltensweisen. Robert kann lang mit dem Finger hin und her quietschen, auch beim Aldi an der Kasse …. Spucke drauf und weiter geht es….die Blicke, die Worte ….! Niemand bringt ihn da raus. Er hört nicht. In seiner Welt versunken….
    Autismus ist so vielseitig. Eine Freundin sagt, dass alles was nicht geklärt wird in diesen Topf geworfen wird …. und da denk ich dann wieder drüber nach. Doch was ist es dann. Was bleibt? es bleibt „geistig behindert“ ….
    Ach, ich könnte viel schreiben, manchmal findet man ja im Blog so Geschichten …einzeln sind die lustig, aber täglich ganz oft ist es schlimm…
    Elisabeth

    • Hach, Elisabeth, ich weiß selten, was ich auf diese Deine langen Kommentare, die immer so tief blicken lassen auf Eure ganz eigenen Dämonen, sagen oder schreiben soll …
      Sei ganz fest gedrückt – und lass‘ uns trotzdem weiter teilhaben. Die Tatsache, dass ich sprachlos bin, heißt nicht, dass ich nicht mitfühle …

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

  4. Elisabeth schreibt:

    Manchmal sagen keine oder wenige Worte einfach mehr …
    Elisabeth

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