Helfen

Zu den unschönen Erinnerungen an Saskias Sturzanfälle zählt ein Sonntag-Morgen, an dem Saskia mir beim Decken des Frühstück-Tischs helfen wollte: Ich drückte ihr ein Glas Marmelade in die Hand, und sie wollte es auf den Tisch bringen – und klappte auf halbem Weg in sich zusammen. Ich weiß gar nicht mehr, wann das war – ob noch so weit am Anfang der Epilepsie, dass ich einfach noch kein Bewußtsein für die Sturzanfälle hatte, oder später, als diese Stürze „normal“ waren, aber ich gerade keinen erwartete, weil sie eine gute Phase hatte. Ich glaube, es war ersteres, es scheint mir eine sehr alte Erinnerung zu sein …

Was sich Saskia erhalten hat, ist das sporadische Bedürfnis, mir beim Decken des Tisches helfen zu wollen. Inzwischen allerdings graut es mir eher davor, auf mein „Du spielst mal bitte ein wenig im Wohnzimmer, und ich decke uns den Tisch, damit wir gleich essen können“ die Antwort „Heijfe!“ zu bekommen. Denn leider hat sie inzwischen jedwede Selbständigkeit dabei verloren: Da sie nicht laufen kann, sondern eigentlich eher geschleppt wird, habe ich beide Hände voll mit ihr zu tun – was bedeutet, dass keine Hand mehr für die eigentliche Arbeit bleibt. Zusammen mit der Tatsache, dass sie gern abschweift, und dann doch nicht wirklich das macht oder machen will, was notwendig wäre, bedeutet es, dass gar nichts fertig wird. Was für uns beide, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, immer ein recht frustrierendes Erlebnis ist.

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