Unrecht

Nachdem es mir heute (hmm – gestern) irgendwie nicht gelungen war, Leben in Saskia zu bringen, hörte ich dann, als M. (die Babysitterin) da war, und bevor die beste aller Ehefrauen und ich das Haus für einen Tanzabend verließen, jede Menge Begeisterungsschreie von Saskia aus dem Wohnzimmer.

Es ist nicht das erste Mal, dass ich das Gefühl habe, aus Saskia wäre noch viel mehr „herauszuholen“ – wenn ich selber mehr Enthusiasmus und Elan aufbrächte. Natürlich ist M. einfach auch etwas Besonderes, und natürlich kann ich mir sagen, dass Saskia sowieso meist immer fitter wird, je weiter der Abend vorrückt.

Aber manchmal kann ich mich des Verdachtes nicht ganz erwehren, dass ich es nur schaffen müßte, aus meinem Tal herauszukommen – um Saskia dabei mitzuziehen.

Manchmal schaffe ich das, manchmal aber auch nicht – und dann sage ich mir, dass mit Saskia sowieso gerade nicht viel anzufangen wäre. Wie oft mag ich ihr damit Unrecht tun?

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4 Antworten zu Unrecht

  1. Barbara schreibt:

    Lieber Locke!
    Das sind wohl Gedanken, die viele Eltern mit Kindern, wie die unsrigen, haben.
    „“Hätt ich heute mehr tun sollen/können?“
    Der Gedanke, meinem Sohn durch Unwissenheit in seiner Enrwicklung im Weg zu stehen, den hab ich oft.
    „Mach ich alles richtig?“

    Sieh mal, Du machst Dein Möglichstes, und darüber hinaus!
    Diese „Täler“ durch die Du musst, sind tief und steinig.
    Freu Dich am Lachen Deiner Tochter, und wenn es durch den Babysitter hervorgerufen wird.
    Ich bin auch immer froh, wenn Jonathans Frühförderung mit ihm spielt und singt.

    Habt ein schönes Wochenende!!!
    Barbara

  2. Elisabeth schreibt:

    Das versteh ich jetzt ganz gut. Ich weiss ja inzwischen auch, dass Du tatsächlich immer wieder ins Täler rutscht. Aaaber: Das ist hier genauso. An manchen Abenden denken wir auch, dass wir uns nicht richtig gekümmert haben. Das ist sogar bei gesunden Kindern so. Und dann machen andere etwas mit dem Kind (KiGa, Schule, Hort, Babysitter) und dann wirkt das von aussen gesehen für uns ganz sonderbar. Aber, ich denk inzwischen, dass es gut ist, wenn viele mithelfen. Ich hab z.B. für meine Tageskinder auch ganz andere Nerven, z.b. beim Füttern. Ein Kind ist bei mir einfach nur lieb, spinnt total bei der Mama….die wundert sich auch und sucht bei sich!
    Osterbasteln. Mit Robert war nichts zu machen. Nichtmal gefärbt hat er mit mir. Ich hatte dann auch sehr bald keine Lust mehr und hab aufgegeben. Und dann kommt er am letzten Tag mit wunderschönen Eiern von der HPT. Er hat fast alles selber gemacht. Nein, ich ärgere und wundere mich nicht mehr drüber. Ich nehm das an und freu mich, dass auch andere mithelfen das Kind grosszukriegen.
    Schau bloss mal unsere Nächte mit den Kindern an. Das „schaffen“ wir so gut wie allein. Nacht für Nacht. Und die vielen Kräfte, die das kostet.
    Ja, da würde ich auch fröhlich zum Tanzen gehen und mich freuen, wenn das Kind und jemand anderer lustige Zeiten haben…. das ist ja das warum Robert ab und zu in der Kurzzeitpflege ist. Dort ist er auch ganz anders….
    Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
    Elisabeth

  3. Sommersprosse schreibt:

    Hey Locke,

    mach Dir mal keine Vorwürfe. Wie Elisabeth schon schreibt: Ihr seid 24 Std. am Tag gefordert, da kann man unmöglich immer alles geben bzw. macht Ihr dies doch ohne oft an Euch zu denken.
    Dass dann auch die eigene Kraft mal am Ende ist, ist nur zu natürlich. Sonst wärst Du ja ein Roboter.
    Darum freue Dich über jede Mitute die Saskia Spaß hat, egal mit wem ! Daran mußt Du noch tüchtig arbeiten !

    Ein gutes, sonniges Wochenende (auch im Kopf)

    wünscht Mutti

  4. Tanja schreibt:

    Die Gedanken kenne ich auch. Aber keiner von uns kann immer nur gut drauf sein. Ich hab auch Tage wo ich einfach mag. Mich freut es nicht, immer und immer wieder sie selben Sachen mit Niklas zu spielen, den Kasperl zu machen. Es ändert sich bei uns ja nicht viel…. Dann ist es gut, wenn man jemanden anderen machen läßt. Hilfe hat. Damit man wieder etwas frei wird im Kopf.
    Die Babysitterin hat Saskia ja nur kurz – für euch ist es Alltag. Genies einfach ihre Zufriedenheit!

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