Eulensuche

Vor vielen vielen Wochen, ich weiß nicht mehr, ob es morgens oder abends war, lag Saskia auf ihrem Wickeltisch im Bad, und sagte irgend etwas, was wie „Eule“ und „weg“ klang. Jedenfalls hatte ich das so verstanden, ich mag komplett daneben gelegen haben :). An diesem Tag suchten wir also im Bad eine Eule – in der Badewanne, im Waschbecken, im Mülleimer (igitt) – und Saskia lachte sich scheckig dabei.

Im Bad gibt es das nicht mehr so regelmäßig, aber inzwischen suchen wir bei fast jedem Essen Eulen: Wenn Saskia noch in ihrem Stuhl sitzt, der aber noch nicht an den Tisch heran gefahren wurde, fällt ihr Blick direkt auf unser Teeregal:

Und nun zeigt Saskia jedesmal auf diese Dosen, und erzählt mit was von der Eule … und ich hole jedesmal ein paar Dosen herunter, lasse sie hinein schauen, und wir stellen fest (Überraschung!), dass da gar keine Eule drin ist.

Wobei es Saskia wie immer gar nicht um das Finden geht, sonder nur um das Suchen. Meist schaut sie nicht einmal hinein in die Dose, sondern grinst nur still in sich hinein, wenn ich sie ihr unter die Nase halte …

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7 Antworten zu Eulensuche

  1. Elisabeth schreibt:

    Die Art zu Spielen ist wirklich ähnlich bei Saskia und Robert.
    Ihm geht es auch nur ums Suchen, Lachen …. und wenn ich dann so tu, als ob ich nachschaue …. dann ist er schon wieder ganz wo anders mit den Gdanken. Vorher lacht und lacht er … oft schreit er dann: „Nochmal!“
    Das ist für einen Zehnjährigen ja noch komischer, wenn er sich über so was amüsiert. Es ist ihm egal wo und ob jemand zuschaut. Also auch im Biergarten, da sagte Michael: „Ist mir die Fliege jetzt ins Bierglas reingefallen?“ Das Suchen, nicht finden, im Schaum mit Kaffeelöffel rühren … das wollte Robert dann immerwieder tun. Da kann ich sagen, dass die Leute schon schauen, weil er so laut kreischt. Interessiert ihn nicht!
    Es ist scheinbar für irgendetwas bei den beiden eine gleiche Wahrnehmung. Susanne oder Simon machen das nicht.
    Vielleicht kommt hier eine Antwort, die uns das erklärt….
    Elisabeth

  2. Barbara schreibt:

    Na ja, das Suchen ist es, was unser Leben ausmacht?
    Unser „normales“ Streben ist es, etwas zu finden, zuzugreifen, und weiter zu suchen.
    Never ending story
    Immer weiter.
    Unsere Kinder haften mehr im Moment, kosten ihn aus in seiner Lebendigkeit.
    Wenn Jonathan Fangen spielt, wird er ganz ungeduldig, wenn er uns erwischt hat.
    Weiter, weiter…nicht genug bekommen von dieser Vorfreude auf das Finden.

    Der Weg ist das Ziel
    😉

  3. Hesting schreibt:

    Erinnert mich an das hier:
    „Einmal war ich im Konferenzraum unserer Abteilung an der Universität. Sie haben gerahmte Bilder dort von allen ehemaligen Abteilungsleitern, in schweren, breiten Holzrahmen. Ich schaute darauf und sagte, „Oh, gerahmte Kerle!“ (Anm. d. Übers.: Sie sagte ‚framed geezers‘, ich vermute dabei ein Wortspiel, das wohl nur im Englischen funktioniert…) An einer anderen Fakultät schaute ich mir ähnliche Bilder an, und ich wollte platzen vor lachen, als ich an die ‚gerahmten Kerle‘ dachte. Das ist visueller Humor.“
    (Quelle: http://www.aspiana.de/neben/interview.htm)

    Was auch immer Saskia mit dem Wort Eule verbindet, es muß etwas sehr angenehmes und lustiges sein.
    (Die Vorstellung kleiner Eulen, die überall sind und sie beschützen, vielleicht?)

    • Die Idee, dass es Saskia um die Eule geht, und nicht um das Suchspiel, hatte ich noch nicht …

      Zur Zeit gibt es drei „Eulenthemen“ in ihrem Leben: Das hier schon erwähnte Eulenlied – erst heute morgen im Auto wieder eingefordert. Zum anderen die beschriebene Eulensuche, und zum dritten hat sie ein oder zwei T-Shirts mit Eule drauf, die ihr sehr lieb sind – die Eule wird dann jedem gezeigt. Manchmal behauptet sie auch, auf anderen T-Shirts seien Eulen, da ist wohl der Wunsch der Vater des Gedanken.
      In Büchern findet sie auch gern Eulen, aber das passiert eher sporadisch.

      Insofern: Vielleicht spielt die Eule wirklich eine besondere Rolle für sie …

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

  4. Hesting schreibt:

    Noch mal Senf von mir: ich fühle mich gerade spontan daran erinnert, daß es Kinder gibt, die im Alter zwischen 2 und 5 Jahren ganz gern in Katzenkostümen oder ähnlichem herumlaufen.

  5. Pingback: Überraschender Teedoseninhalt | Besser so als anders

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