Diät

Was gäbe es denn so für Argumente, die gegen einen erneuten Versuch mit ketogener Diät sprächen?

Der Aufwand natürlich: Zum einen das Erstellen all der speziellen Speisepläne – das ist schon ein ziemlicher Zeitfresser. Zum anderen die Zubereitung: jeden Abend noch in der Küche stehen, um Saskias Mittagessen für den nächsten Tag (oder auch zwei oder drei Tage) zu kochen, bzw. die spziellen Kuchen oder Puddings oder … mit gramm-genauer Zutatenliste … nicht wirklich schön.

Des weiteren: Die fehlende Freiheit im täglichen Leben. Denn ketogene Diät bedeutet nicht nur, dass Saskia bei jeder Mahlzeit genau abgemessene Mengen speziellen Essens bekommt, und nichts anderes (insbesondere nicht all die leckeren Dinge, die Mama und Papa essen). Sie bedeutet auch, dass man nicht mal eben, wenn man unterwegs ist, für Saskia ein Eis oder ein Würstchen oder einen Keks oder … kaufen kann, oder mit ihr irgendwo einkehrt. Das fiele alles komplett weg.

Schlußendlich: Das Gewichtsproblem. Beim letzten Mal hatte Saskia deutlich zugenommen. Sie ist sowieso schon recht schwer, und da wir sie viel heben und tragen, macht sich jedes zusätzliche Kilo in unseren Rücken und Armen bemerkbar. Ich glaube irgendwie, dass wir auch diesmal das Gewicht, bzw. den Gewichtszuwachs, nicht würden unter Kontrolle halten können.

Dazu kommen Unsicherheiten wie: Würde es diesmal überhaupt helfen? Würde Saskia es diesmal so problemlos akzeptieren wie damals?

Das letzte Mal ging die Gesamtzahl der „richtigen“ Anfälle leicht zurück, der wesentliche Effekt aber war, dass Saskia etliche Wochen all diese leichten Zuckungen und Absencen nicht mehr hatte – die waren komplett verschwunden. Da dass heute ihre einzige Anfallsart am Tag ist, wäre deren Wegfall natürlich schon eine fantastische Sache. Es würde die Hoffnung nähren, dass sie wenigstens tagsüber wieder fit wäre, und vielleicht auch das Gehirn wieder genug Luft bekäme, um den einen oder anderen Entwicklungsschritt nachzuholen.

Ich bin wegen der oben aufgezählten Nachteile sehr skeptisch, die beste aller Ehefrauen bringt das Thema von Zeit zu Zeit immer wieder auf den Tisch.

Wenn ich ehrlich bin: Höherer Aufwand und weniger Freiheiten – ja, eigentlich haben wir mehr als genug Aufwand, und weniger Freiheit, als mir lieb wäre – aber sollte das wirklich ein Argument sein, es nicht nochmal zu versuchen? Wo es doch vielleicht Saskias Lebensqualität verbessern könnte? Und damit vielleicht sogar unsere?

„Dann lass‘ es uns halt tun.“ sagte ich heute, als wir das mal wieder diskutierten, zur besten aller Ehefrauen. Wenn sie mich beim Wort nimmt, dann werden wir wohl Saskias Neurologen nach dem Urlaub eine Mail schreiben, und unseren Willen zu erneuter Diät bekunden …

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4 Antworten zu Diät

  1. Hesting schreibt:

    Und wenn Ihr „halbe-halbe“ macht? Also beim Essen vom Lieblingsgemüse kosten lassen, aber zu 80-90% bei der Diät bleiben?
    Sorry, bin ahnungslos, ob das ein sinnvoller Vorschlag ist.

    • Würde eher nicht funktionieren. Der Sinn der Diät ist, sich vornehmlich von Fett zu ernähren, wodurch der Körper in die sogenannte Ketose gerät, in der er Fett statt Kohlenhydrate verbrennt. Wenn er dann zuviel Kohlenhydrate bekommt, fällt er aus der Ketose heraus, und damit ist der erhoffte Effekt hin. Insofern muss man die Diät ziemlich streng einhalten.
      Allerdings hat jeder Körper andere Ansrpüche – Saskia zum Beispiel war relativ schwer aus der Ketose raus zu bringen damals, sie würde also den einen oder anderen Ausrutscher vertragen – vermutlich. Allerdings sind das trotzdem immer nur sehr kleine Mengen, die man sich da leisten kann.

      • Graugrüngelb schreibt:

        Ich ergänze mal ein paar Daten, damit man sich das vielleicht etwas besser vorstellen kann: Von den 1200 kcal, die wir damals (= vor 3 Jahren) zur Verfügung hatten, bestanden ganze 21 g aus Eiweiß und 28 g aus Kohlenhydraten – der Rest ist pures Fett. Das ist nicht sooo schrecklich, wie es im ersten Moment klingt und man kann das durchaus schmackhaft machen, aber eine krasse Fehlernährung ist es natürlich trotzdem. Was bedeutet, dass es natürlich ärztlich überwacht werden muss und Vitamine und Mineralstoffe zusätzlich gegeben werden müssen – kohlehydratfrei. Wir hatten damals am Anfang eine recht gute Wirkung, die leider nach ein paar Monaten stark nachließ – aber vielleicht würde es ja nochmal klappen …

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