Gewandert

Sie: „You can’t walk to the Lower Falls on the river side.“

Ich: „Yes, you can!“

Sie: „Well, yes, but it is not advised.“

Not advised also – nicht empfohlen. Ja, das kommt hin. Die ziemlich genau 6 Kilometer des Hinweges vom Glen Nevis Visitor Centre zu den Lower Falls () waren noch okay: Für meinen Geschmack zwar etwas zu gut ausgebaut – es war ein geschotterter Forstweg -, aber gut zu laufen, und auch mit ein paar schönen Aussichten unterwergs.

Der Rückweg dann, auf der anderen Seite des durch den Wasserfall gespeisten Flusses, war in dem Führer, aus dem wir die Tour hatten, beschrieben als „manchmal sehr nass“. Das hätte uns abschrecken sollen. Es ging einen Trampelpfad über Wiesen und durch Wälder, über und durch unzählige vom Berg zum Fluss strebende Rinnsale und Flüsschen, über Wurzeln und Steine, durch feuchte und morastige Wiesen, über Weideland abtrennende Zäune, an 2 Meter hohen Abhängen entlang … und fast immer nass unter den Schuhen. Zum Teil war der komplette Pfad einfach zu einem Flussbett geworden – da hatte halt schon mal jemand ein Rinne getrampelt, die das Wasser dann dankbar nutzte.

Knapp 2 Kilometer vor dem Ende der Tour, der besten aller Ehefrauen war es schon seit 2 Kilometern deutlich unwitzig geworden, nutzten wir die erste und einzige Chance (ja, Wandern in Schottland ist einsam) zur vorzeitigen Beendigung der Tour: Wir setzten uns in ein Café (wo das obige Gespräch mit der Bedienung stattfand, als wir ihr erzählt hatten, wo wir gewesen waren), und entspannten erst mal die Beine und die Seele – erstere mit einem Stuhl, letztere mit einem Tee. Dann ging ich die restlichen 1,5 Kilometer zu unserem Auto, und kam die beste aller Ehefrauen abholen.

Und jetzt sitzen wir hier in unserem Zimmer, und müssen mal sehen, wohin wir uns heute noch trauen – es sollte nicht allzu viel mit Laufen zu tun haben 🙂

Und obwohl dieser Artikel ein bisschen nach dem üblichen Gemaule von mir klingt: Doch, ich fand’s schön.

Notiz am Rande (am unteren): Unser Timing war übrigens perfekt: Nachdem wir den ganzen Weg prima Wetter hatten, find es – drei Minuten, nachdem wir im Café saßen – an zu regnen.

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6 Antworten zu Gewandert

  1. Sommersprosse schreibt:

    Die Aussicht ist ja wunderschön.
    Und ich weiß, dass i c h bei diesen Wanderbedingungen auch gemault hätte, wenn man zum Schluß auch sagen kann: Es war schön. Aber so mittendrin: 😦

    Noch eine schöne Zeit
    MUTTI

  2. Elisabeth schreibt:

    Nein, klingt nicht nach „Gemaule“, es klingt so, wie es wohl gewesen ist. Es hat Dir gefallen. Hm, für mich wäre das auch nicht unbedingt das gewesen, was ich mir unter „wandern“ vorstelle. Für Dich war es ein Abenteuer, mit guten Timing …. siehe Regen.
    Schön, dass die beste Ehefrau von allen dann noch in Ruhe Tee geniessen konnte.
    Gute Heimreise
    Elisabeth

  3. Hesting schreibt:

    Klingt für mich auch nach normalem Wanderausflug. 🙂
    Hätte Euch so auch in den Alpen passieren können. Vielleicht nicht mit Nässe von unten, aber mit Nässe von oben.
    Weiterhin einen schönen Urlaub für Euch zwei!

  4. barbara schreibt:

    Ich hab euch vermisst!
    Wir hatten unser Notebook zu Hause gelassen und jetzt klick ich mich durch meine Lieblingsblogs.
    Die Tage ohne euere Saskia, die waren schon auch wichtig für euch beide!
    Kommt gut wieder nach Hause!
    Ich muss weiter! 😉
    Barbara

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