Rückfahrt

Freitag abend, wir sind auf dem Weg zurück nach Glasgow, wo morgen in aller Frühe unser Rückflug startet.

18:25 Uhr, laut Navi 44 Kilometer vor unserem Ziel: Wir unterhalten uns darüber, dass die eine Stunde, die das Navi für die verbleibenden Kilometer veranschlagt, irgendwie ganz schön viel ist.

18:30 Uhr, der Tacho zeigt 360 Meilen: Die A82 ist wegen eines „Police Incident“ gesperrt, wir sollen der Umleitung folgen. Machen wir. 200 Meter nach dem Abbiegen geht nichts mehr, wir stehen, wie alle vor und hinter uns.

19:30 Uhr, 362,4 Meilen: In der vergangenen Stunde sind wir schrittweise vorwärts gekommen, insgesamt bisher 2,4 Meilen, also ungefähr 3,8 Kilometer.

20:00 Uhr, 363,5 Meilen: Nichts wirklich Neues.

20:30 Uhr, 364,8 Meilen: Wir fahren seit einer Weile durch ein Städtchen namens Helensburgh, haben dort ein paar -zig Fahrzeuge in der Schlange überholen können, indem wir frei Schnauze ein paar Seitengassen ausprobierten, die in eine vielversprechende Richtung wiesen. Das Navi – wir haben keine entsprechend detaillierte Papierkarte – ist bei der Planung solcher Umgehungen nur bedingt hilfreich, weil man zwar hinaus zoomen, aber die Karte dann nicht verschieben kann.

20:45 Uhr, 365,5 Meilen: Nach über zwei Stunden im Stau, in denen wir immerhin fast 9 Kilometer zurücklegten, kommen wir an einer Ampel an, an der der Verkehr einspurig vorbeigeführt wird. Ah! – das wird dann wohl hoffentlich die Ursache des Staus sein, danach wird alles besser!
Es steht übrigens Polizei an dieser Ampel, die scheint aber nichts anderes zu tun, als in den Grünphasen mit den Armen zu winken, damit wir alle schön zügig an der Baustelle vorbei fahren. Schade, ich hätte jetzt wirklich gerne mal haltgemacht, um aus dem Autofenster heraus einen ausführlichen Blick in die Baugrube zu werfen.

20:54 Uhr, 366,6 Meilen: Nichts ist besser geworden, nach der Baustelle ging der Stau fast ungebremst (ehm – unbeschleunigt?) weiter. Wir sehen jetzt immerhin ein Stück Glasgow am Horizont, auf einem Hügel, sonnenbeschienen. Jedenfalls hoffen wir, dass es Glasgow ist.
Am Straßenrand sitzen einige schwarze Raben. Warten die auf Opfer? Entnervte Autofahrer, die sich nach zweieinhalb Stunden Stau weinend in den Straßengraben werfen?

21:00 Uhr, 366,8 Meilen: Zweieinhalb Stunden, knapp 11 Kilometer.

21:01 Uhr: Am Straßenrand führt ein kleines Mäuerchen entlang, dahinter stehen ein paar Bäume. Ich überlege, ob ich an einem dieser Bäume einem zunehmend dringlicher werdenden Bedürfnis nachgeben soll.

21:02 Uhr: Das Mäuerchen geht über in ein Tor, an dem hängt ein Schild „Kameraüberwachung“. Ich bin froh, dass ich dem Bedürfnis nicht nachgegeben habe.

21:07 Uhr, 367,3 Meilen: Wir kommen an einem Schild vorbei, dass hier „Queues likely“ seien, also „Schlangenbildung wahrscheinlich“. Ach!?

21:11 Uhr, 367,7 Meilen: Die Sonne hinter uns bereitet sich auf ihren Untergang vor. Hübsches Bild.

21:17 Uhr, 368,1 Meilen: Wir erreichen den nächsten Ort, Cardross. Vielleicht können wir uns ja wieder durch ein paar Seitengassen mogeln, und dadurch ein paar Autos nach vorne kommen?

21:21 Uhr, 368,8 Meilen: „Besucher willkommen“ steht am Golfclub. Ob ich mal einen Besuch zum Zwecke der Bedürfnis-Erledigung mache? Gilt das Willkommen auch dafür?
Ich entscheide mich gegen einen entsprechenden Versuch.

21:26 Uhr, 368,9 Meilen: Noch eine einspurige Baustelle! Wieder mit Polizisten, die ihre Armmuskeln durch intensives Winken trainieren. Und danach: Freiheit! Erster, zweiter, dritter … vierter Gang! Juhu!
Auf der Gegenseite haben sie jetzt übrigens das selbe Problem, auch da staut es sich.

21:30 Uhr, 371,3 Meilen: Der Stau auf der Gegenseite hat sich aufgelöst. Die Glücklichen, die! Nicht mal 4 Kilometer!

Später: Wir besuchen noch einen Supermarkt am Wegesrand, und anschließend ein gemütliches italienisches Restaurant (Frankie and Benny’s), dass sich uns gleich um die Ecke in den Weg wirft.

23:38 Uhr: Wir checken ein, nachdem wir auf Grund eines wiederholt merkwürdigen Navi-Verhaltens noch eine Viertelstunde im dunklen und unbekannten Glasgow unser Hotel gesucht haben.

23:56 Uhr: Wir erreichen endlich unser Zimmer, nachdem wir noch fix tanken waren (denn das Auto muss morgen vollgetankt abgegeben werden). Bloß gut, dass die Tankstelle noch offen hatte um diese Zeit …

0:40 Uhr: Nachdem wir für morgen gepackt haben, machen wir das Licht im Zimmer aus. In ungefähr vier Stunden klingelt der Wecker. War irgendwie nix mit „Lass uns nach Glasgow fahren und noch einen gemütlichen und entspannten Urlaubsausklang haben.“

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2 Antworten zu Rückfahrt

  1. Elisabeth schreibt:

    Na da fällt mir nichts ein…aber das Foto vom Sonnenuntergang ist toll geworden.
    Ihr habt immerhin die Sonne gesehen….habt Ihr sie hoffentlich gleich mitgebracht?
    Elisabeth

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