Gedanken im Sommercamp

Unsortierte Gedanken aus bisher 3½ Tagen Sommercamp. Wer aus der im Augenblick noch geneigten Leserschaft nicht mit Kritik an (oder auch Beleidigung von) Esoterik oder Religion umgehen kann, sollte einfach nicht weiterlesen.

Tag 0 (Sonnabend, 6. August 2011)

Beim Abendessen, Gespräch in der Schlange hinter mir: „Ist das nicht idyllisch hier?“ „Oh ja, und so störungsfrei – keine Strom- und Handymasten!“
Gedanke in meinem Kopf: Grmpf – und deswegen hab‘ ich hier kein Internet …
Naja, ich werd‘ es überstehen, eine Weile wenigstens – bevor ich an den kostenpflichtigen Internet-PC muss …

Abendliche Vorstellung der Heiler. Oh Mann, das fängt ja gut an. Bin ich eigentlich der einzige der Anwesenden, der Sprüche wie „Das sind keine gewöhnlichen Kristalle, die sind mir aus der geistigen Welt gegeben worden.“ für ausgemachten Blödsinn hält?

Tag 1 (Sonntag, 7. August 2011)

Der Morgenkreis wird eröffnet mit Klangschalen – die entsprechende Therapeutin erzählt „Ich hatte diese Klangschalen mit auf einer Reise nach Mexiko, bei all den Pyramiden, und seitdem haben sie auch einen anderen Klang.“. Ehm. Aha. Das ist nah an den Kristallen, finde ich.

Unser erster Termin bei einem Heiler ist um 10:00 Uhr. Wir werden, während der Mann Saskia die Hände an den Kopf hält, ein wenig zu Saskias Epilepsie befragt. Unter anderem, ob es vor dem Ausbruch der Epilepsie eine Vorgeschichte gab – vielleicht Impfungen? Und innerhalb kürzester Zeit kommt dann ein „Ich glaube, das ist ein Impfschaden.“. Das ist der Punkt, an dem ich verdammt viel Selbstbeherrschung brauche! Ein Impfgegner! Der innerhalb von 5 Minuten, in denen wir lediglich ein paar Sätze gewechselt haben, die Diagnose „Impfschaden“ stellt!
Mal abgesehen davon, dass ich Impfgegner für mindestens grenz-kriminell halte, und dass eine solche Aussage uns gegenüber, die wir uns schon 4 Jahre länger mit Saskias Epilepsie beschäftigen, eine Beleidigung unserer Intelligenz darstellt – schon mal was vom Unterschied zwischen Kausalität und Korrelation gehört? Es gibt eine Kausalität zwischen bestimmten Impfungen und Fieber, es gibt eine Kausalität zwischen Fieber und Fieberkrämpfen, es gibt eine Korrelation zwischen Fieberkrämpfen und Epilepsie. Es gibt keine erwiesene Kausalität zwischen Impfungen und Epilepsie!
Und selbst wenn Saskias Epilepsie nicht ein halbes Jahr – das ist ein sehr langer Zeitraum in diesem Alter! – nach dem (im Zusammenhang mit einer Impfung stehenden) ersten Fieberkrampf ausgebrochen wäre, sondern direkt im Anschluss – wie ist es eigentlich mit dem Unterschied zwischen Ursache und Auslöser?
Das alles ignoriert der Herr hier mal eben gepflegt … Ehrlich, das ist gerade ziemlich starker Tobak!

Im Übrigen sollen wir uns Saskia als Licht vorstellen, das so hell leuchtet, dass ihre Konturen verschwimmen. Das würde ihr auch schon sehr helfen. Und wir können dabei auch gar nichts falsch machen.
Also … mit meiner vielleicht etwas beschränkten Lebenserfahrung … das kann nicht stimmen! Schon auf einer philosophischen Ebene nicht: Nichts im Leben hat entweder nur positive oder nur negative Wirkungen. Gift in kleinen Dosen kann heilsam sein. Arznei in großen Dosen kann tödlich sein. Ein Streichholz in den Händen eines Erfrierenden kann Leben retten, das selbe Streichholz in den Händen eines Kindes kann Leben vernichten.
Tut mir leid, aber wenn mir jemand erzählt, dass irgend etwas nur eine positive Wirkung haben kann, egal, wer es wie anwendet (eine Aussage, die sowohl die Geistheilung als auch – Überraschung! – die Homöopathie für sich in Anspruch nehmen), dann halte ich es nach aller Erfahrung für deutlich wahrscheinlicher, dass dieses „irgend etwas“ gar keine Wirkung hat.

Tag 2 (Montag, 8. August 2011)

Saskia hat in der ersten Nacht, der vom Freitag zum Sonnabend, mindestens einen großen Anfall gehabt. In der zum Montag derer 3, mindestens. Autsch, das hatten wir schon lange nicht mehr!
Die beste aller Ehefrauen erwähnt im Morgenkreis etwas Derartiges, und die Antwort ist bemerkenswert:

Grundsätzlich ist es so, dass eine sogenannte Erstverschlechterung auftreten kann (nicht muss). Es kann also erst mal schlechter werden. Oder es kann auch sofort besser werden, oder es ändert sich erst mal gar nichts. Das gilt bei geistiger Heilung genauso wie in der Homöopathie.

Aaaaahja. Also, wenn es besser wird, ist es ein Beweis, dass es wirkt. Wenn es schlechter wird, auch. Wenn sich gar nichts tut, dann auch. Hey, quod erat demonstrandum – wir haben die Wirksamkeit der Geistheilung final bewiesen!
Wenn ich diesen Gedankengang mal auf Saskias Epilepsie anwende, die sich im Wochenrhythmus ändert, immer auf und ab, ohne dass irgendeine Ursache erkennbar wäre … Irgendwie scheint mir, als wenn man als Geistheiler gar nicht verlieren kann – man muss nur lange genug warten, und dann kann man jedes eingetretene Ereignis irgendwie zu seinen Gunsten interpretieren.

Mich erinnert das übrigens an Terry Pratchets renaturellen (oder so) Wein – der, von dem man einen dicken Schädel bekommt, bevor man ihn trinkt. Saskias erster großer Anfall datiert nämlich noch von vor der ersten Heilbehandlung. Aber vielleicht gibt es ja bei der Erstverschlechterung auch irgendeine renaturelle Komponente?

Tag 3 (Dienstag, 9. August 2011)

Das Wetter ist mies, und ich bekomme gerade einen Lagerkoller. Irgendwie ist meine Toleranz in diesem Jahr wirklich deutlich weniger ausgeprägt als im vergangenen. Das ist alles Mumpitz.
Wenn es nicht die eine oder andere Sache gäbe, die Saskia hier Spaß bringt – die Mal-Therapie, das Fahren mit einem „Behinderten-Fahrrad“ (Bezeichnung von mir) der Firma Draisin (hey, sowas brauchen wir zu Hause!), das der Pension zugehörige Schwimmbecken, in dem sich Saskia unter lauten Begeisterungslauten bis zur totalen Erschöpfung abstrampelt -, dann würde ich auf der Stelle unterschreiben, dass sie zu Hause, im Kindergarten, bei den anderen Kindern, dreimal besser aufgehoben wäre als hier. Für mich selber habe ich die Entscheidung, dass das eine Woche verlorene Lebenszeit ist, schon getroffen …

Während der heutigen Heil-Sitzung – wir sind jetzt bei einer anderen Heilerin, die sehr schweigsam ist, und sich wirklich komplett auf die Heilung konzentriert, statt permanent mit uns zu reden – schläft Saskia ein. Soll sie, denke ich, es war wohl zu wenig Mittagsschlaf. Ich sitze zu ihren Füßen, und fasse diese an – auf diese Weise können wir beide behandelt werden. Und wirklich, es hilft! Ich schlafe ebenfalls fast ein, und irgendwo zwischen Wachsein und Schlaf, als mir verschiedene Szenen der vergangenen Tage durch den Kopf gehen, kommt mir die Erleuchtung:
Eigentlich ist diese ganze Esoterik-Kram ja auch nur Religion: Ist es nicht toll, sich einzureden, dass es allumfassende kosmische und/oder göttliche Energien gibt, mit deren Hilfe man sämtliche Probleme lösen kann, wenn man es nur richtig anstellt? Dass alles, aber auch wirklich alles im Leben, selbst die schlechten Dinge, einen Sinn und einen Grund haben, den wir nur erkennen müssen, um ihn für uns zu nutzen? Genau wie der Glaube an einen allmächtigen und gütigen Gott, der einen Plan für jedes Detail unseres Lebens hat, ist auch dieses esoterische Geschwurbel nur Ausdruck der archaischen menschlichen Angst, dem blinden Zufall im Leben hilflos ausgeliefert zu sein.

Nein, nicht mit mir. Manchmal kann man einfach nur sagen „Weil’s so ist!“. Nicht „Weil Gott das so will!“ oder „Weil Du in Deinem Leben die und die Fehler gemacht hast!“. Und durch Manches muss man einfach nur durch, da helfen keine Wünsche ans Universum, und kein geistiges Heilen, und kein Gott.

Shit happens. So wie Saskias Epilepsie. Und da muss ich einfach durch, mit soviel Anstand wie möglich.

Weil’s so ist.

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36 Antworten zu Gedanken im Sommercamp

  1. Hesting schreibt:

    Also, daß sich Klangschalen bei so einer Flugreise verbiegen könnten, halte ich jetzt nicht für ausgeschlossen. 😉

    Die Äußerung vom Dienstag liest sich wie ein Beipackzettel zu einem Epilepsiemedikament. 😉

    Ich hoffe, Ihr habt gutes Wetter und könnt den Aufenthalt trotzdem ein wenig genießen.

    • Graugrüngelb schreibt:

      Es waren Klangschalen aus Glas (oder Kristall?) – da ist das mit dem Verbiegen schwieriger, glaube ich 😉

      Das Wetter war leider sehr durchwachsen – in den ersten Tagen Dauerregen, danach ab und zu auch mal Sonne, aber nicht dauerhaft.

  2. Ute schreibt:

    Wo darf ich unterschreiben? Den Text könnte man so wie er ist bei Esowatch.com einstellen.

    Allerdings hat doch Deine Frau selber mal gesagt, sie sehe einen Zusammenhang zwischen der Impfung und der Epilepsie, oder? Es war entweder in ihrem Blog oder bei mir in den Kommentaren; ich weiß es nicht mehr. Muß ca. ein Jahr oder länger her sein. Ist ja kein Wunder, daß die „Heiler“ mit ihren angeblichen „Alternativen“ da immer sofort drauf anspringen. Die Eltern sind vermutlich dankbar, wenn sie irgendwas verantwortlich machen können, und sei es noch so sehr an den Haaren herbeigezogen.

    • Was den Zusammenhang angeht: Den will ich gar nicht ausschließen. Nach allem, was ich weiß, weiß man über Epilepsie so verdammt wenig, dass es da sogar einen kausalen Zusammenhang irgendeiner Art geben mag. Ich bin sogar bereit zuzugeben, dass die Parteien, die neurologische bzw. pharmakologische Forschung bezahlen, kein Interesse daran haben, einen solchen Zusammenhang nachzuweisen.

      Ich mag in dem Moment, als der Mann das sagte, etwas zu unvermittelt in eine innerliche Ablehnung gewechselt sein, und ich bin mir auch darüber im Klaren, dass es eine Unterstellung von mir ist, er sei ein Impfgegner – das kann ich nicht belegen.

      Aber auch im Rückblick halte ich das, was er tat, für höchst unverantwortlich: Er pflanzt da Eltern, die sich vielleicht mit dem – äußerst komplexen – Thema Impfen nicht beschäftigt haben, eine Idee ein, und lässt sie anschließend mit den entsprechenden Gedanken allein. Ich halte es für durchaus wahrscheinlich, dass solche Eltern auf die Idee kommen könnten, dass Impfungen pauschal etwas Schlechtes seien. Und irgendwie denke ich, dass ein solches Ergebnis mindestens billigend in Kauf genommen wurde.

    • Graugrüngelb schreibt:

      Ich kann den Zusammenhang nicht ausschließen, da der allererste Anfall (in Form eines Fieberkrampfs) eben ein paar Tage nach der MMRV-Impfung auftrat. Danach war allerdings lange Zeit Ruhe, bevor es dann richtig heftig mit der Epilepsie los ging. Dass das Fieber durch die Impfung ausgelöst wurde, scheint sicher. Dass der Anfall durch das Fieber ausgelöst wurde, ebenfalls – aber ob dieser Fieberkrampf nun der Beginn der Epilepsie war oder diese ausgelöst hat, ist nicht geklärt. Es gibt durchaus anerkannte Impfschäden in dieser Richtung, wir haben das nie weiter verfolgt.

  3. loewenherzin schreibt:

    *Beifall klatsch* *heftig nick*

    Der Kinderdoc sagte mal zum Thema Impfen, dass die Eltern nur deshalb so impfmüde wären, weil sie jene Krankheiten niemals kennen lernen mussten und gar nicht mehr wissen, was sie da tun. (oder so ähnlich, etwaige Fehler im Zitieren vorbehalten, so hab ichs einfach nur im Kopf behalten und der Verstand ist manchmal ein Schweizer Käse).

    • Gefällt mir. Ja, auch ich tue mich manchmal schwer, in einer (und sei es nur innerlich geführten) Diskussion zu antworten „Das ist nur Zufall“. Ich habe eine mathematische Ausbildung, trotzdem habe ich kein wirklich inniges Verhältnis zu Zufall und Statistik, und begreife manche Dinge nur auf einer logischen Ebene, also mit bewusster geistiger Anstrengung und Herleitung, nicht auf einer emotionalen.
      Zum Beispiel weiß ich, logisch, wie absurd unwahrscheinlich ein signifikanter Lotto-Gewinn ist. Trotzdem passiert es mir alle Jubeljahre, dass ich einen Lotto-Schein ausfüllen, und denke „Vielleicht …“ 🙂

      Schon daher kann ich der Idee, unseren Kindern beizubringen, was der Unterschied zwischen Zufall und Gesetzmäßigkeit ist, und wie mächtig der Zufall manchmal aussehen kann, obwohl er doch immer noch nur Zufall ist, einiges abgewinnen.

  4. Andrea schreibt:

    Nunja… an die Homöopathie glaub‘ ich bis zu einem gewissen Grad schon, durch eigene Erfahrungen (Placebo-Effekt hin oder her…) – aber GEISTHEILUNG? Hä?? Also ich kann mir gut vorstellen wie’s dir dort geht 😀

    • Homöopathie wirkt. Auch Geistheilung wirkt. Ehrlich!

      Das Augenfälligste an dieser Stelle ist natürlich immer der Placebo-Effekt. Das Argumentieren damit ist so verbreitet, dass ein im Camp angepriesenes Buch der veranstaltenden Stiftung viele viele Seiten darauf verwendete, die 12 Gegenargumente zu erklären …

      Aber auch andere Effekte sollte man einbeziehen – hey, noch kein „klassischer“ Arzt hat sich derartig viel Zeit für uns und Saskia genommen, und in aller Ruhe nicht nur über das unmittelbare Problem von Saskias Epilepsie, sondern auch über die dadurch verursachten anderen Probleme geredet. Diese seelischen Streicheleinheiten, wie ich das einfach mal nennen möchte – auch das ist ein Faktor, der zum Wohlfühlen beitragen kann. Und damit zur Heilung.

      Die spannende Frage ist also nicht: Wirken Homöopathie und Geistheilung? Sondern: Wirken sie wirklich auf Grund des behaupteten Prinzips (Potenzieren irgendwelcher Substanzen bis zur Nicht-mehr-Nachweisbarkeit, bzw. Vermitteln positiver Energien), oder ist das beobachtete Ergebnis ganz anders zu erklären?

      Meines Wissens gibt es keine seriösen Studien, die eine Wirkung der Homöopathie zeigen, die über den Placebo-Effekt hinaus gehen …

      Aber das ist ja okay. Wem es hilft, der soll sich davon helfen lassen …

      • jemseneier schreibt:

        Hallo Locke,
        der Placebo-Effekt, der durch die Zuwendung verstärkt wird sei unbestritten.
        Die Frage ist, ob Du dafür einen Geistheiler brauchst, der Huckepack noch jede Menge kruder Theorien oben aufsetzt! … und gerne auch mal den fiesen Bruder des Placebos, den Nocebo einsetzt – so wie´s Dir selbst schon bei diesen Impftheorien aufgefallen ist.
        Gerade Geistheiler haben werder eine sinnvolle psychologische Ausbildung noch eine medizinische. (Man bezieht sich vor dem Gesetz ausschließlich auf die freie Religionsausübung)
        Ich zitiere einmal eine Buchautorin: „Würden Sie Ihren Körper bei jemandem unters Messer legen, der nicht Medizin studiert hat, sondern aus spiritueller Eingebung zu wissen glaubt, wo er schneiden muss? Wohl kaum. Aber viele Menschen tun dies mit ihrer Seele“
        http://www.amazon.de/Die-Seelenpfuscher-Pseudo-Therapien-krank-machen/dp/3499625865/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1314605629&sr=8-1

        Schau Dir das mal an, eventuell kommt Dir das eine oder andere bekannt vor.

  5. Sommersprosse schreibt:

    Da sträuben sich einem schon die Haare, wenn man das liest.
    Ich habe mich eigentlich gewundert, dass ihr nochmal so Etwas (wie immer man dies auch bezeichnen mag) mitmacht, nachdem Ihr , oder besser Du, voriges schon keine gute Meinung zu dieser Art der Heilung hattet. Da es aber unter dem Aspekt, mal raus von zu Hause und versorgt sein lief, fand ich es auch o.k.
    Aber wenn es jetzt in Streß für Dich ausartet: Kann die Einzelsitzungen nicht mal die Mama warnehmen ?

    Versuche cool zu bleiben!

    Liebe Grüße
    Mutti

    • Ute schreibt:

      Hm, da kann ich Locke schon verstehen, wenn er mitgeht. Als Mutter, die jeglichem Esokram selbst sehr ablehnend gegenübersteht, würde ich – wenn ich denn nun schon mal da bin – auch lieber bei den Sitzungen dabei sein wollen, wenn ich ehrlich bin. Einfach um diese Typen im Auge behalten und einschreiten zu können, wenn es zu absurd oder sogar gefährlich werden sollte.

    • Ich erinnere nur an „Das ist die Kraft des Universums, da kommst Du nicht dagegen an“ – das sagte eine Heilerin letztes Jahr, als Saskia sich dagegen wehrte, von ihr festgehalten zu werden. Da habe ich gesagt, dass ich es vorzöge, wenn nichts gegen Saskias Willen passiert.

      Doch, ich wollte dabei sein.

      • jemseneier schreibt:

        Ich bin´s nochmal. Das hier vorher hörte sich sehr Festhaltetherapie nach Prekop an?
        Daher noch mal einen Link: http://www.beepworld.de/members47/logopaed/111.htm

        Gibt Kinderschutzorganisationen, die da ganz vehement dagegen angehen. Auch Colin Goldner hat ein Kapitel darüber in seinem Buch „Psychoszene“.

        Gut das Du da gleicheingegriffen hast.

        • Oh Gott, das klingt ja gruselig! Wenn mir jemand so etwas vorgeschlagen oder selber praktiziert hätte – da hätte meine Toleranz wohl schon letztes Jahr versagt.
          Nein, ich denke, so extrem war das dort nicht gemeint – aber allein die Tatsache, dass das gegen den Willen unserer Tochter geschah, reichte für mich halt aus.

  6. Pingback: » Tut mir leid, aber wenn mir jemand erzählt, das … Nachtwächter-Blah

  7. YorkTown schreibt:

    Genialer Text!

  8. jemseneier schreibt:

    Sehr schön zusammengefasst.
    So ein bisschen frag´ich mich, warum ihr da überhaupt gefahren seid. (Will da aber auch nicht neugierig sein)

  9. Jo schreibt:

    Da sind viele treffende Beobachtungen in diesem Text. Auch ich hätte und habe da so meine liebe Not mit solchen oder ähnlichen Aussagen diverser Heiler und Heilerinnen.
    Was aber den Transfer zur Religion betrifft, so denke ich, selbst wenn es keinen Gott oder sonstige vergleichbare Kräfte gibt (oder auch selbst wenn es so etwas gibt) – Religion und – gruselig aber wahr – Esokram hilft manchen Menschen.
    Es hilft manchen Menschen so sehr, dass sie dadurch die Kraft finden, die ihnen „Weltliches“ (in DICKEN Anführungszeichen!) nicht geben konnte.
    Das nennt man Glaube.
    Aber glauben darf man und muss man nicht!
    Nicht glauben ist nicht schlechter oder besser als glauben… glaub ich…

    • Da fällt mir folgendes Anekdötchen ein, dass ich in der mir eigenen Geschwätzigkeit hier ausbreiten will:

      Ich habe Zivildienst in einem evangelischen Haus gemacht – es gab dort Gästebetrieb und ein Altersheim, ich war dem Hausmeister zugeteilt. Jedes Jahr veranstaltete das Haus ein großes Jugendtreffen mit landesweitem Zulauf. Auf dem Treffen, das im Jahr meines Dienstes stattfand, traf ich völlig überraschend jemanden, mit dem ich zusammen Abitur gemacht hatte (überraschend deswegen, weil der aus einem völlig anderen Teil des damals noch etwas kleineren Landes stammte). Soweit die für das eigentlich zu Erzählende völlig irrelevante Vorgeschichte 🙂

      Der Mensch war ein tief überzeugter Christ, und wir kamen so ins Diskutieren. Ich sagte, dass ich manchmal die Christen sogar beneide: Jemanden in der Hinterhand zu haben, der allmächtig und einem wohlgesonnen ist – das macht das Leben bestimmt einfacher! Er fragte mich daraufhin, wieso ich denn dann nicht an Gott glaube…? Und ich konnte einfach nur antworten, dass das Konzept „Gott“ nicht in mein Weltbild passt, insofern kann ich eben daran auch nicht glauben …

      Heute würde ich sagen: Ich kann halt Glauben nicht an- oder ausschalten. Ich kenne die Gesetzmäßigkeiten, nach denen Glaube entsteht (und bei vielen Menschen scheint er im Alter ja wirklich zu entstehen), leider nicht – obwohl ich das spannend fände. Bei mir jedenfalls gibt es einfach keinen Glauben an Gott … weil’s so ist.

  10. Sommersprosse schreibt:

    Wenn Saskia mit der Mama hingeht, ist sie ja nicht alleine und Letztere ist wirklich auch nicht „auf den Mund gefallen“ !
    Ich denke mal, sie lassen sich da sowieso nicht reinreden.

    Tschüß

  11. David schreibt:

    Danke – wird schwer für dich/mich (weil ich diesen Artikel natürlich in entsprechenden Situationen auspacken werde) sein, mit diesem wunderschönen Text die entsprechenden Leute zu erreichen … da fehlt dann glaube ich dasvVorurteilsfreie Lesen solcher Worte

    Viel Kraft und lg
    David

    Glück beginnt im Kopf!

  12. Elisabeth schreibt:

    Oh! DAS könnte ich nicht aushalten. DA könnte ich nicht stillschweigen.
    Und dann auch noch das Wetter….
    Mir fällt jetzt gar nix mehr ein, das muss ich erst noch überdenken, und auch den Link von Ute anschauen.
    Ich hoffe, Du findest auch gute Zeiten für Dich
    Elisabeth

  13. Oh, das waren ziemliche Wellen, für die Verhältnisse dieses Blogs 🙂 Wenn wir wieder zu Hause sind, werde ich auch die Zeit finden, auf einzelne Kommentare zu antworten, im Augenblick nutze ich die an der Uhr vor mir herunter zählende Zeit, um meiner Chronisten-Pflicht bezüglich Saskia nachzukommen …

  14. sabrina schreibt:

    ich hätte jetzt ehrlichgesagt mit mehr Kommentaren wie „also da glaub ich schon dran, du musst dem eine Chance geben“ und so gerechnet :D.
    ich wäre davongelaufen… sowas vertrag ich garnicht. es gibt sicher auch tolle sommerprogramme für euch und eure tochter ohne den esoterischen teil ;).

  15. Pingback: Gedanken nach dem Sommercamp | Besser so als anders

  16. Pingback: Alles Humbug? « Graugrüngelb

  17. Dietmar schreibt:

    Mein Sohn hat Diabetes Typ 1. Bis dahin war alles großartig, dann kommt solch ein Ereignis, dass sich schon mehrfach trotz aller Umsicht, Sorgfalt und seinem eigenen fantastischem Umgang damit, akut lebensbedrohlich geäußert hat. Und es kamen damit die „weisen Ratgeber“, die innerhalb der ersten Sekunden phantastisch analysiert zu haben glauben, was sie empfehlen können und was man alles offenbar falsch macht. Und dazu die „professionellen Heiler“, die mit Homöopathie, Geistheilung und was für einem Blödsinn noch meinen, ihn heilen zu können. Es ist widerwärtig, wenn man bedenkt, dass diese Erkrankung in weiten Teilen der Welt nicht behandelt wird/werden kann und tödlich verlaufen muss, ob man zum Schamanen geht oder nicht.

    Großartiger Artikel, alles Gute für Euch und insbesondere Saskia

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