Ohne Kontrolle

Wenn es Saskia schlecht geht, hängt sie oft nur apathisch herum, und das ist … nicht schön, vorsichtig formuliert.

Wenn es Saskia gut geht … besteht Verletzungsgefahr.

Saskia hat sie ihren Körper teilweise so schlecht unter Kontrolle, dass man immer vorsichtig sein und sie absichern muss – nicht nur um ihretwillen, sondern auch um seiner selbst willen. Gerade das abendliche Vor-dem-Schlafen-Ritual auf unserem Bett ist ein gutes Beispiel dafür: Wenn Saskia voller Begeisterung krabbelt und hüpft und klettert, dann kann man schon mal blaue Flecke bekommen.

Ein anderes Beispiel ist das hier schon mal erwähnte Hüpfen beim Laufen: Saskia von hinten an beiden Händen gehalten, und sie hüpft begeistert – Aua! Einen Lederhelm mit Wucht in die Magengrube zu bekommen ist nicht angenehm.

Das gilt aber auch für ihre unwillkürlichen Bewegungen. In verschiedenen Situationen schafft sie es, bei einem Ausbruch der Begeisterung ruckartig ihre Beine auszustrecken. Wenn sie gerade am Tisch sitzt, ist das noch okay – dann schlagen „nur“ ihre Beine an den Tisch, was wegen der Orthesen eher unproblematisch ist. Wenn sie aber auf dem Wickeltisch liegt, ich ein Lied für sie singe, sie das letzte Wort einer Zeile mitsingtschreit, und dabei die Beine plötzlich hochreißt – ich sag‘ mal so: Die vordere Kante der Sohlen der Orthesen können recht schmerzhaft sein.

Das macht mir Sorgen: Je größer und schwerer Saskia wird, um so schwieriger wird es, die Körper-Kontrolle, die sie nicht hat, für sie mit zu übernehmen. Und das wird zwangsläufig zu Einschränkungen führen. Ich kann sie nicht laufen lassen, wenn ich sie dabei nicht sichern kann. Ich kann sie nicht klettern lassen, wenn ich nicht sicherstellen kann, dass sie nicht fällt (und sich oder andere dabei verletzt). Ich kann sie nicht auf dem Wickeltisch zu irgend etwas Tollem animieren, wenn sie mir dabei unvermutet und schmerzhaft in irgendwelche empfindlichen Stellen tritt. Ich kann sie nicht Treppen steigen lassen, wenn sie sich dabei plötzlich, mit dem Fuß auf der nächsten Stufe, nach hinten abstößt, und wir beide dadurch fast die Treppe herunter fallen.

Noch habe ich ihre 24 Kilo unter Kontrolle. Keine Ahnung, wie lange noch.

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3 Antworten zu Ohne Kontrolle

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