Tiefe Täler

Den (in einer Tanzschule stattfindenden) Tanzkurs, den die beste aller Ehefrauen und ich eigentlich in dieser Woche beginnen wollten, haben wir vorerst abgesagt: Von den 8 Terminen, die er gehabt hätte, hatten wir bei vier bis fünf ernste Schwierigkeiten – entweder wegen anderer Termine, oder weil Saskias (leider immer noch einzige) Babysitterin nicht kann. Der Kurs wird Anfang nächsten Jahres wiederholt – dann allerdings mittwochs, und an diesem Wochentag ist die Babysitterin eigentlich anderweitig gebucht. Falls sich da also nicht noch was tut bis nächstes Jahr, ist der Kurs erst einmal gestorben.

In der großen Stadt gibt es einen Sportverein, der unter anderem Tanzkurse anbietet. Viele verschiedene, bei verschiedenen Tanzlehrern, zu verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten. Diese Kurse sind weniger strikt aufgebaut als die in einer Tanzschule, und sind dadurch in größerem Maß dafür da, einfach nur Spaß am Tanzen zu haben. Einen solchen Kurs besuche ich seit nunmehr fast 3 Jahren mit meiner „Zweit-Tanzpartnerin“.

Schon seit einer Weile habe ich das Gefühl, dass der Kurs, in dem wir sind, nicht mehr so das Richtige ist: Wir sind, glaube ich, beide am Ende dessen, was wir mit lediglich ein bis zwei Stunden Übung pro Woche lernen können. Wir bräuchten eigentlich etwas, was noch einen Tick mehr Wert auf „Einfach nur Tanzen“, und einen Tick weniger Wert auf „Und heute konzentrieren wir uns mal ganz auf …“ legt, als dieser konkrete Kurs das tut. (Nichts für ungut, liebe M.!)

Und nun sagt mir meine Zweit-Tanzpartnerin, dass sie darüber nachdenkt, den Kurs zu streichen – ihr Knie ist davon in zunehmendem Maß strapaziert.

Hmm. Ich fühle mich zur Zeit nicht sonderlich stabil, psychisch gesehen. Weil Saskias Zustand seit Langem zwischen „mies“ und „geht so“ pendelt – und ich immer noch nicht herausgefunden habe, wie ich damit umgehen und das ertragen soll. Weil ich keine Arbeit mehr habe – meine Arbeit machte mir Spaß, und stand auf meiner ganz persönlichen „Liste der Dinge, die mich am Leben halten“. Weil mich dieser ganze Mist, den man machen muss, wenn man einen neuen Job will, anödet – ich hasse es, mich verkaufen zu müssen, ich hasse es, fremdbestimmt zu sein. Weil übermorgen die Handwerker hier im Haus stehen werden, um alle Fenster und Türen zu erneuern – und wir noch einen Haufen zu räumen haben, damit sie überhaupt rankommen an ihre Arbeitsplätze. Weil unser Terminplan in den nächsten Wochen, auch, aber nicht nur dank der kommenden ketogenen Diät, viel zu voll ist für meinen Geschmack – und es dabei so verdammt viel anderes zu tun gäbe.

Wenn jetzt noch das Tanzen – das eigentlich auch auf der genannten Liste steht – wegfällt, dann … werde ich wohl noch tiefer in Selbstmitleid und Depressionen versinken 😕

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Eine Antwort zu Tiefe Täler

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