Erzwungene Übungen

Seit langem schon sind wir mit Saskia einmal wöchentlich bei einer Logopädin, und machen dort Schluckübungen. Ziel ist es, Saskias unkontrollierten Speichel(aus)fluss irgendwann zu stoppen.

Teil der Vereinbarung war von Anfang an, dass wir diese Übungen auch zu Hause machen, denn einmal wöchentlich ist einfach zu wenig, um ernsthaft ein positives Ergebnis erwarten zu können. Umso mehr, als Saskia bei dem Logo-Termin oftmals in so schlechter Verfassung ist, dass eine Wirkung dieser konkreten Dreiviertel-Stunde eher unwahrscheinlich scheint.

Ich muss zugeben, wir haben das nicht wirklich konsequent durchgehalten. Ich will mal keine Zahlen nennen, aber sagen wir: Von „einmal täglich“ waren wir ein Stück entfernt.

Seit vergangener Woche zwingen wir uns dazu, die Übungen nach dem Abendessen zu machen. Es gab und gibt einen Haufen sehr guter Gründe, die dagegen sprechen, das zu tun: Es verlängert den Abend, und macht deswegen den Morgen noch komplizierter als ohnehin schon; Das Essen steht noch auf dem Tisch, was nicht so recht zu den Seifenblasen passt, die Bestandteil des ganzen Spiels sind (als belohnendes Element); Wenn Saskia so viel Wasser schluckt, muss sie hinterher vielleicht wieder spucken, vielleicht erbricht sie dabei ihre Medikamente; Es ist so anstrengend; Der Mond steht gerade ungünstig; Und So Weiter. Wie gesagt, alles sehr gute und zwingende Argumente.

Trotzdem werden wir es jetzt tun. Täglich. Unter Missachtung aller Konsequenzen und Mondphasen. So! Wir werden uns zwingen!

Wenigstens einmal täglich. Zweimal täglich wäre schwer zu machen, ich wüsste nicht, wo wir das zweite Mal regelmäßig im Tagesablauf unterbringen sollten.

Und wenn wir nach einer sinnvollen Zeit (Ein Monat? Zwei Monate?) immer noch den Eindruck haben, dass sich da so gar nichts tut, dann werden wir, denke ich, mal den Sinn der Übungen insgesamt hinterfragen.

Besser wäre natürlich, wenn zwei Monaten alles gut ist …

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15 Antworten zu Erzwungene Übungen

  1. Tanja schreibt:

    ui, das kommt mir bekannt vor.
    Wir haben eine zeitlang immer eine spezielle Gesichtmassage mit Niklas gemacht. Immer ist gut….. Als wir den 10er Block Logo begonnen haben, war die Motivation hoch. Niklas hat die Übungen nicht gemocht…. wir waren nicht konsequent genug. Und irgeneinen Grund hatten wir dann immer, um sie gerade eben nicht zu machen.
    Oft ärgere ich mich über uns selbst, dass wir das nicht einfach mal durchziehen. Manchmal kann ich mir eingestehen, dass ich schön langsam therpaiemüde werde.
    Ich wüsch euch Durchhaltevermögen. Ja, nur so könnte man sehen, ob die Übungen wirklich was bringen.
    Schönen Abend noch.
    lg Tanja

    • Ja, auch bei uns war die Motivation anfangs hoch, und flachte dann irgendwann ab. Wie Du schon schriebst: Irgendeinen Grund findet man immer …
      Und auch Therapie-Müdigkeit kennen wir. Zwei (einmal Ergo, einmal Logo) laufen ja im Kindergarten, von denen bekommen wir nicht viel mit. Dann gibt es noch die Dienstags-Ergo – die ist noch ganz nett. Dann gibt es die Mittwochs-Logo – die ist immer sehr zerrig: Eine Dreiviertelstunde Schluckübungen. Dann sind da die anderen Übungen: Morgens und abends Fußstreck-Übungen, täglich Schluckübungen, dann haben wir letztens von der HNO-Ärztin noch ein … Dingens bekommen, mit dem wir eigentlich auch täglich 5 Minuten Saskias Mundmotorik üben sollen – das steht gerade erst mal hinten an. Und idealerweise sollte man im Tagesablauf ja auch noch ständig darauf achten, all die guten Hinweise der Therapeuten umzusetzen, zum Beispiel, dass man Saskia richtig hält (seitlich unterhalb der Hüften, mit Druck nach unten Richtung Boden), wenn sie läuft. Gerade von diesen letztgenannten, kleinen Regeln gibt es so viele … das hält man eh‘ nicht alles durch 😕 Nicht, weil es Saskia nicht bekäme, also sie dadurch irgendwie über-therapiert wäre, oder so. Ich denke, es würde ihr durchaus helfen. Aber es ist so verdammt anstrengend, in jeder Minute unseres Lebens immer auf so etwas zu achten, und das dann auch durchzuziehen …

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

  2. Ilana schreibt:

    Könnte das nicht auch im Kindergarten gemacht werden? Wenigstens ab und an?

    • Ganz am Anfang haben sie das wohl mal gemacht, im Augenblick, vermute ich, eher nicht mehr. Ich denke auch, das ließe sich da schwer einbauen, wir haben aber, zugegeben, das lange nicht mehr thematisiert. „Ab und an“ hülfe ja nicht, es müsste schon regelmäßig sein … und irgendwie will ich den guten Willen der Erzieher (für den ich sehr dankbar bin, ich denke, Saskia ist da sehr gut aufgehoben!) auch nicht überstrapazieren … Oder so.

  3. Sommersprosse schreibt:

    Laßt doch ab und zu die Seifenblasen weg und macht anderen Quatsch: Hände klatschen, singen „Hast´s fein gemacht“, Tisch klopfen, Papa in die Nase zwicken – das geht auch bei der Ulknudel
    (Erfahrung meinerseits).
    Dies ist allerdings noch anstrengender, macht aber keine Seifenblasen auf dem Essen.
    Von dem „Dingens“ hast Du doch gar nichts erzählt als wir über den Besuch beim HNO-Arzt gesprochen haben.

    Liebe Grüße
    Mutti

    • Ja, manchmal machen wir auch andere Dinge als Seifenblasen. Bei der Logopädin Mittwoch Nachmittag sind wir schon lange weg von Seifenblasen, und machen anderen Unsinn. Gerade deswegen hatten wir die Seifenblasen hier mal wieder rausgeholt – weil sie wieder etwas „unverbraucht“ sind.

      Von dem „Dingens“ hast Du doch gar nichts erzählt als wir über den Besuch beim HNO-Arzt gesprochen haben.

      Ach so. Na gut, dann gibt es das wohl gar nicht 🙂

  4. Sommersprosse schreibt:

    Muß ich diesen Kommentar jetzt verstehen? 😦
    Gibt es nun, oder gibt es nicht? Wahrscheinlich Ersteres – aber Mutter………..

  5. Elisabeth schreibt:

    Weil mein Kopf so voll ist war ich zum lesen hier, es fallen mir aber keine Antworten ein…
    Und was sagt nun Susanne? „Kann Saskia Luftballon aufpusten, dass musste ich doch bei der Logo immer tun!“
    Viele Grüsse von einer müden
    Elisabeth

    • Das mit den Antworten macht nichts, schön, dass Du hier bist, und sei es „nur“ zum Lesen 🙂

      Nein, Saskia kann keine Luftballons aufpusten, dazu könnte sie die Lippen nicht fest genug aufeinander pressen, jedenfalls nicht lange genug.
      Pusten ist generell eher schwierig. Mit etlichen Anläufen klappt es, z.B. eine Kerze auszupusten, mehr nicht. Schon ein „Das Essen ist heiß, puste, damit es kälter wird“ geht nicht. Sie versteht zwar die Aussage und die Aufforderung, aber gezielt in eine Richtung pusten funktioniert nicht, schon gar nicht in der notwendigen Stärke.

      Viele Grüße & eine gute Nacht
      ‚Locke‘,
      der jetzt auch bald ins Bett geht – viele Anfälle von Saskia, und
      anstrengende Tage mit Handwerkern – das schlaucht.

      • Ilana schreibt:

        schon mal Wattebäusche probiert? Sind leichter als eine Kerze auszupusten und man kann z.Bsp eine Linie auf den Tisch machen wer sie schneller drüberpustet usw.

        Haben wir als Kinder immer gemacht – wer die Watte als erstes beim Gegner runterpustet – aber kann man ja auch in klein anfangen 😉

        • Haben wir lange nicht mehr probiert, ich erinnere mich aber, dass wir das bei irgendwelchen Spielen, und eventuell auch bei einer Logo, schon mal gemacht haben. Könnte man spaßeshalber mal wieder probieren, wie gut Saskia es zur Zeit hinbekäme. Ich bin skeptisch, denn wie gesagt, gezieltes Pusten ist nicht so ihrs …

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