Schwimmdonnerstag

Saskia ist im Augenblick in einem merkwürdigen Zwischenzustand: prinzipiell sehr lebendig und aktiv, aber das ist immer wieder unterbrochen von recht heftigen Zuckungen, gefolgt von mehr oder weniger kurzen Absencen. Ohne das genau fassen zu können, scheint mir, dass die Wachphasen besser sind als üblich, dafür aber mindestens die täglichen Myoklonien (und natürlich die nächtlichen Anfälle, für die gilt das ja schon ein klein wenig länger) schlimmer, als wir das von früher gewohnt sind.

Egal, davon wollte ich gar nicht schreiben.

Heute ist Donnerstag, donnerstags ist Schwimmen angesagt. Und Saskia hatte mal wieder eine Menge Spaß, sie hat sich wieder sehr verausgabt beim Planschen.

Diesmal waren von den eigentlich acht angemeldeten Kindern des Kurses sechs da, bisher waren es ja immer nur drei gewesen. Die drei neuen gehörten, scheint’s, alle zu einer Familie, der älteste (8 Jahre, schätze ich) scheint sich außerhalb des Wassers auch nur im Rollstuhl fortzubewegen. Noch jemand also, den das „besonders geeignet für Kinder mit Handycap“ aus der Werbung für den Kurs angelockt hat. Auch dieser Junge schien Spaß zu haben – ich hörte die Mutter irgendwann etwas der Art „Er ist hier sehr entspannt, normalerweise hat er viel mehr Angst vor Wasser“ zur Trainerin sagen. Vor diesem Hintergrund hoffe ich um so mehr, dass der Verein, der die Kurse veranstaltet, diesen konkreten Kurs auch weiterlaufen lässt, statt wieder einmal nur aufs Geld zu schielen, und einen lukrativen Seepferdchen-Kurs draus zu machen.

Da bei uns zu Hause immer noch die Handwerker zu Gange waren, schaute die beste aller Ehefrauen zu, wie die Löcher in den Wänden mit neuen Fenstern gefüllt wurden, während ich alleine mit Saskia beim Schwimmen war (anders herum wäre für einen von uns beiden deutlich schwieriger geworden). Das klappte besser, als ich befürchtet hatte – auf die Idee, Saskia mit dem Wagen bis in die Umkleide zu fahren, hätte ich viel eher kommen sollen, das erleichtert es doch sehr. Der Rollstuhl des anderen Jungen stand sogar neben dem Becken. Aber das wollte ich mit dem Buggy dann doch nicht tun, zumal die paar Schritte zwischen Umkleide über Dusche bis Becken für Saskia dann doch noch zu schaffen sind.

Um bei diesem etwas konfusen Artikel zu einem Ende zu kommen: Wir hatten beide unseren Spaß, das können wir öfter machen. Nur den Teil, als Saskia, nach dem Schwimmen in der Umkleide auf dem Wickeltisch liegend, plötzlich in hohem Bogen Wasser ließ – direkt in meine auf dem Boden stehende Schwimmtasche, der ich zwar schon alle Handtücher und dergleichen, nicht aber meine neue Unterwäsche entnommen hatte – auf diesen Teil hätte ich dann doch verzichten können.

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4 Antworten zu Schwimmdonnerstag

  1. Ivonne schreibt:

    bring mich nicht zum Lachen, die Jungs schlafen *ggg*
    Der Junge im Rolli ist glaub 10, die Schwester wird 9 und der Kleine ist auch grad 6 geworden. Hab die Mama mal gefragt.

  2. Sommersprosse schreibt:

    Schön, dass Ihr, Saskia und damit auch Du, Spaß hattet. Bist Du dann ohne Unterwäsche nach Hause? Hi,hi, grins 🙂

    Liebe Grüße und eine gute Nacht
    Mutti

  3. Elisabeth schreibt:

    Das ist wirklich so gestern passiert: Ich hol 5jährigen Enkel vom Kindergarten ab. Er kommt mir im Unterhemd entgegen. „Oma, ich kann den Pullover nicht anziehen, weil da hab ich den Arm angebieselt…“ auf mein fragendes Schauen sagt er: „ich hab halt den Pullover rumgewickelt gehabt und dann ist der dahin gerutscht.“
    Nein, er hätte den Pullover nicht mehr angezogen. Obwohl der schon so gut wie trocken war.
    °°°°°°°
    Ich freu mich so mit Euch, dass Saskia so gerne beim Schwimmen ist. Das sollte doch möglich sein, dass es immerwieder Kurse gibt wo Ihr mit ihr teilnehmen könnt. Unsere Kinder können ja nie einfach so ins Schwimmbad, oder mit Freunden ein Geburtstagsfest im Freibad mitmachen.
    Das wird hier momentan so deutlich. Die nicht mal zwei Jahre ältere Schwester wird zu genausowas ständig eingeladen, mitgenommen. Sie war so oft schwimmen in diesen Ferien. Und der Robert …. nichts. Geht ja nicht. Dieses Jahr hat ihn der Pool im Garten noch gereicht, aber es kommt schon „Warum nehmen die mich nicht mit?“..und das traut sich nichtmal die grosse Schwester zu, weil sie sagt, ich hab meine Beiden, die Susanne … und wenn da dann mit Robert was ist? Wir gehen nun auch einmal in der Woche ins Schwimmbad mit ihm, doch ein Kurs wo dann auch andere Kinder mit Handicap sind wäre noch besser…
    Schönes Wochenende
    Elisabeth

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