Ketogener Einkauf

Schon sehr komisch, so ein ketogener Einkauf. Da steht man vor dem Regal, sieht, sagen wir, 5 Sorten Fleischsalat, und schaut sich jede einzelne genau an:
Keine Nährwertangaben? Schon gestorben. – Hmm, nur 20 Gramm Fett auf 10 Gramm Eiweiß und Kohlenhydrate? Das ist ein Verhältnis von 2:1, das geht bei Fleischsalat besser. – 36 Gramm auf 13? Das ist fast 3 zu 1, schon besser. – 44 Gramm auf 11! 4:1! Den nehmen wir!

Frischkäse? Nur den, wo „besonders sahnig“ oder „besonders cremig“ drauf steht, alle anderen brauchen wir gar nicht anschauen.

Crème fraîche? Nehmen wir nur in der Variante „Crème double“, mit extra viel Fett.

Tiefkühlgemüse … Nein, Buttergemüse ist nicht gut, wir brauchen etwas, was Volumen, aber praktisch keinerlei Energie bringt. Also Suppengemüse – ein halbes Gramm Fett, 4 Gramm Kohlenhydrate, 2 Gramm Eiweiß – damit kann man ein Mittagessen aufblähen, das ist gut.

Würstchen … Nehmen wir lieber die mit mehr Fett, aber dafür auch ein wenig mehr Eiweiß, oder doch lieber die mit weniger Fett, aber dafür ein wenig weniger Eiweiß? Erstere haben das günstigere Verhältnis, Letztere weniger Kalorien pro Volumen.

Schon irgendwie schizophren. Nachdem man sich jahrelang angewöhnt hat, zumindest die Lebensmittel mit all dem unnötigen Fett nicht zu kaufen (sonder nur die mit dem notwendigen Fett), muss man jetzt plötzlich komplett umdenken. Dankenswerterweise gibt es immer noch genug Hersteller, die sich dem Fettreduktions-Trend verweigern, und einfach nur in die Produktionsstraße werfen, was gerade so da ist – ohne all die teuren Lebensmittelchemiker zu beschäftigen, die sich anderswo mehr oder weniger erfolgreich damit beschäftigen, Fett aus dem Rezept zu entfernen, ohne den Geschmack zu beeinträchtigen.

(Und außerdem hat man bei so einem Einkauf etliche wehmütige Gefühle aus der Kategorie „Hach Mist, das kann mein armes Kind jetzt nie nie wieder essen! Schluchz!“. Aber dieser Teil gibt sich wahrscheinlich, wenn man das erst mal wieder eine Weile gemacht hat.)

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13 Antworten zu Ketogener Einkauf

  1. Graugrüngelb schreibt:

    Seit unserer letzten Diät hat sich aber ein bisschen was getan, da „Low-Carb“ als Diät zum Abnehmen inzwischen doch recht populär ist und insofern doch einige kohlenhydratarme Lebensmittel mit diesem Label angeboten werden – nicht unbedingt fettreich, aber mit etwas Butter oder Öl vielleicht zu gebrauchen.

    Warst du mit „Creme double“ denn erfolgreich?

  2. Sommersprosse schreibt:

    Ich bin mal gespannt ob die Umstellung so reibungslos klappt. Die kleine „Futtererbse“ weiß ja mittlerweile ganz genau was sie möchte und was ihr schmeckt.Und Ihr müßt dann sicher manche Sachen heimlich essen. Der Gedanke ist schon ein wenig traurig.
    Ich drücke die Daumen, dass sich all die Mühen lohnen.

    Gruß
    Mutti

  3. Tanja schreibt:

    ach, odentlich aufwendig ist das. Da wird ja der Einkauf schon zur Rechenaufgabe…..
    Meine Daumen sind auf jeden Fall fest gedrückt, dass es hilft.
    Wann startet ihr?
    liebe Grüsse
    Tanja

  4. Ute schreibt:

    Eßt Ihr das dann eigentlich mit?

  5. Hesting schreibt:

    Fleischsalat schmeckt doch selbstgemacht eh viel besser. 😛

    Und ansonsten stünden bei mir, wenn „zu fett“ kein Thema wäre, öfter Avocado, Nüsse und Lachs auf dem Tisch. Und Hühnersuppe mit Kokosmilch. Und Hackbällchen. Und karamellisierte Möhren.

    Ich hab jetzt letztens ein Käsekuchenrezept ohne Boden gesehen, wäre das was für Euch?

    Süßen könntet Ihr ja mit Steviosid …

    • Nüsse sind gut – früher hatten wir immer Macadamia mit, wenn wir unterwegs waren, die haben ein Verhältnis von 5:1, die kann Saskia problemlos pur essen. Heutzutage, wo sie so schlecht kaut, wird es spannend zu sehen, ob das noch machbar ist.

      Lachs klingt nach ganz schön viel Eiweiß, oder? (Hab‘ gerade keine Tabelle hier, um nachzuschauen) Hackbällchen auch. Karamellisiert klingt leider auch nach viel mehr Zucker, als wir uns normalerweise leisten können.

      Zu Avocado hab‘ ich keine Meinung, gibt es bei uns eher selten bis gar nicht 🙂

      Käsekuchen – kommt auf die Zutaten an, aber reinschauen werden wir auf jeden Fall gern: keinelockenmehr (at) gmx.de 🙂

      Ja, Steviosid hat die beste aller Ehefrauen letztens auch irgendwoher mitgebracht, das werden wir sicher versuchen.

  6. Graugrüngelb schreibt:

    Ketogenen Kuchen hatten wir 2008 zu Saskias Geburtstag – das war auch ein Quark-/Käsekuchen.

    Stevia teste ich gerade im Selbstversuch, bevor ich meinem Kind den „Badezusatz“ ins Essen mische 😉 Bisher habe ich einen guten Eindruck davon. Die Ernährungsberaterin, die wir gestern darauf ansprachen, konnte leider wegen der fehlenden Lebensmittel-Zulassung nichts dazu sagen. Wir probieren.

  7. Pingback: Ketogener Plan | Besser so als anders

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