Letze Chance

Vor kurzem, in der Schule, hatten wir uns mit einer Erzieherin auch darüber unterhalten, wer denn bei ihnen die Kinder versorgt, so rehatechnisch. Ein Großteil der Versorgung der Kinder, zum Beispiel spontan anfallende Reparaturen an Rollstühlen, werden nämlich direkt in der Schule erledigt. Da fiel auch der Name B., mit dem seien sie sehr zufrieden.

Heute war der Herr B. mal wieder hier bei uns zu Besuch. Wir hatten uns gewünscht, mal einen Rollstuhl zu sehen und auszuprobieren, in den Saskia wirklich hineinpasst, und der für uns wirklich in Frage kommt. Bisher hatten wir den netten Herrn nämlich zweimal da, und er hatte, aus den verschiedensten Gründen, in unterschiedlichem Maße nicht passende Probe-Rollstühle dabei. Außerdem hatten wir ihm eine Wunschliste mit Zusatzzubehör mitgegeben, von dem wir denken, dass es bei Saskia notwendig wäre.Im Idealfall hätte er zwei Rollstühle mitgebracht, einen mit und einen ohne Kantelung, und mindestens einer der beiden wäre mit all dem gewünschten Zubehör1 versehen gewesen. Okay, dass wäre der Idealfall gewesen, damit hatten wir nicht wirklich gerechnet.

Womit wir auch nicht gerechnet hatten, war der Rollstuhl, der dann in unserem Wohnzimmer stand: Viel zu klein für Saskia, geeignet vielleicht für Einjährige. Vielleicht auch noch für Zweijährige.

?

Er hatte eigentlich die richtige Größe bestellt, die sollte er heute bekommen, sagte er. Das klappte dann nicht. Er wollte uns aber trotzdem den Rollstuhl – das sei ein neues Modell, dass habe er auf der Reha-Messe entdeckt – mal zeigen, denn er denke, der passe zu unseren Anforderungen. Der sei ja extrem leicht (was für das Hineinwuchten in einen Kofferraum, ausgeführt durch die beste aller Ehefrauen und mittelfristig auch mich, nicht völlig unerheblich ist), und die größere Variante davon auch nur ein Kilo schwerer.

Ehm, ja. Hübsch, stimmt. Aber wieder kein Rollstuhl, in den wir Saskia reinsetzen können!

Ich glaube, wir haben ihm diesmal deutlich machen können, dass uns das nicht weiterhilft. Wir wollen einen Rollstuhl, der Minimal-Anforderungen (eine Kopfstütze, zum Beispiel!) erfüllt. Da wollen wir Saskia hinein setzen, um uns eine Meinung zu bilden, wie gut sie damit zurecht kommt – zum Beispiel mit dem Selber-Fahren -, und was wir dann halt noch dazu brauchen. Dann wollen wir ein Rezept ausstellen lassen, das dem Sanitätshaus geben, das soll einen Kostenvoranschlag an die Krankenkasse schicken, die soll das genehmigen (was sie vielleicht wieder nur nach Besuch eines technischen Beraters macht), dann soll der irgendwann geliefert werden … All das wird lange genug dauern. Da können wir einen dritten Besuch ohne konkretes Ergebnis nicht gebrauchen!

Zwei Wochen hat er noch. Danach interessiere ich mich ernsthaft dafür, welches andere Sanitätshaus uns eventuell noch einen Rollstuhl besorgen will.


1 Wobei „Zusatz“ natürlich ein Euphemismus ist: Wie bei scheinbar jedem Stück Rehabilitationstechnik kommt die Grundausstattung sehr spartanisch daher. Im Fall von Rollstühlen heißt das, dass man froh sein kann, wenn Räder dran sind – aber alles Weitere zählt und kostet dann extra.

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Eine Antwort zu Letze Chance

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