Verbannte Schokolade

Schon früher habe ich Saskia immer alle Schokolade weggegessen …

Nein, Stop, ich fange nochmal an.

Menschen scheinen ja, wenn sie kleine Kinder von Verwandten oder Bekannten nur selten sehen, meist das unstillbare Bedürfnis zu haben, diesem Kind etwas zu schenken, wenn man denn mal Kontakt hat. Das ist nicht per se schlecht. Dummerweise ist die Fantasie der meisten Menschen (und hier würde ich mich einschließen) recht beschränkt: Kuscheltiere und Schokolade, das wars. Ein großer Teil der Mitglieder der Bärchenbande wurde bei Besuchen bei oder von Verwandten rekrutiert …

Zu Schokolade kann ich dann immer nur sagen (auch wenn dieses Sagen selten hilft): Nein, ich finde nicht, dass Saskia eine ganze Tafel Kinderschokolade braucht, und das dann gleich von jedem der Anwesenden. Wenn es keinen Anlass gibt, wie zum Beispiel Weihnachten, dann finde ich so etwas übertrieben – ich muss ihr nicht 14 Tage lang jeden Tag Schokolade verfüttern. Ich weiß, dass das ungerecht ist, denn ich esse selber viel mehr und öfter Schokolade. Aber 1) bin ich älter  2) trage ich meine Pfunde und Kilo selber durch die Gegend und 3) muss es doch irgendeinen Vorteil haben, erziehungsberechtigt und -verpflichtet zu sein, oder?

Ergo: Oft habe ich unserem armen Kind fast die ganze Schokolade weggegessen …

Nun ist Saskia auf ketogener Diät. Wir erinnern uns: Kaum Kohlehydrate, dafür viel Fett – der Körper soll Letzteres verstoffwechseln, nicht Ersteres.

Außerdem ist nun auch noch Weihnachtszeit. Heute, ganz konkret, Nikolaus. Was hängt der (unzweifelhaft sehr liebe und beliebte) Nachbar an die Tür? Richtig, eine Tüte mit … Tusch! … einem Bärchen und Schokolade. Was gibt es im Kindergarten, als der Nikolaus kommt? Richtig, Schokolade. (Allerdings wurde die Saskia nur mitgegeben, nicht verfüttert. Richtige Entscheidung. Alles andere hätte mich aber auch überrascht, die Erzieher sind gut dabei bei Saskias Diät.)

Und dann wollte sich Saskia heute irgendwie gar nicht mehr von diesen Schoko-Weihnachtsmännern und dem Kinderschokolade-Medley trennen. Die beste aller Ehefrauen merkte zwar zu Recht an, dass es Saskia da gar nicht ums Essen geht, sondern einfach um das Spielen mit den bunten Dingen – trotzdem finde ich das anstrengend. Ab und zu habe ich halt doch den Eindruck, dass sie gern etwas davon essen würde – und dann muss ich ihr jedesmal sagen, dass das nicht geht. Zugegeben, vielleicht kommt dieser Eindruck nur daher, dass ich das selber alles gern essen würde … Trotzdem muss ich sie halt permanent abhalten: Nein, es ist nicht gut, den Schoko-Weihhnachtsmann 20 Minuten durch alle anwesenden Hände gehen zu lassen – möglichst gar noch mit Saskias üblicher unkontrollierter Kraft. Nein, essen dürfen wir den auch nicht. Bleibt noch anschauen, aber das ist Saskia dann doch zu wenig, und das kann ich irgendwie verstehen.

Die ganze Schokolade steckt jetzt in einer Tüte. Die Tüte steht im Keller. Jede weitere für Saskia bestimmte Schokolade aus dem Weihnachtsumfeld wird ebenfalls in diese Tüte verbannt werden. Ihr Schicksal hängt davon ab, welches der folgenden Ereignisse eher eintritt:

  1. Das Haltbarkeitsdatum vergeht.
  2. Wir beenden die ketogene Diät.
  3. Ich verliere den Kampf gegen den Schoko-Schweinehund in mir.

Es werden Wetten entgegengenommen.

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19 Antworten zu Verbannte Schokolade

  1. conny schreibt:

    Also wenn ich mal von mir ausgehe, wird dem Schoko-Schweinehund schon ein beträchtlicher Teil des Vorrats zum Opfer fallen.
    Guten Appetit 😀
    LG
    Conny

  2. mutterchaos schreibt:

    wir haben nicht das Problem der ketogenen Diät, trotzdem haben wir eine riiiiieeeesen Schublade voller Oster- und das-Jahr-über-Naschzeug und garantiert ist da auch noch was vom letzten Weihnachtsfest drin.
    Kleiner Tipp, um das Zeug nicht verkommen zu lassen: macht heiße Schokolade draus, dann is viel auf einmal weg und es verkommt nicht im Keller… wäre ja auch schade drum O:-)

  3. Hesting schreibt:

    Könnt Ihr mit der Schokolade nicht ketogenen Pudding machen?

    • Hesting schreibt:

      Rein theoretisch müßte Saskia doch zumindest ungesüßte Schokolade essen können …

      • Ute schreibt:

        Da würde ich an Stelle des Kindes lieber ganz verzichten. Das Zeug schmeckt doch total widerlich, genau wie die ganzen „Bio-Alternativen“ namens Caroba & Co. Und von einer Conche haben jene Hersteller auch noch nicht viel gehört. Die meisten dieser Schokoladen fühlen sich im Mund sandig an und sind steinhart. Aber gerade das Cremig-Süße ist ja das Schöne an echter Schokolade; nicht nur die braune Farbe und die Form…

      • mutterchaos schreibt:

        aus süßer Schokolade (Kinderriegel, Weihnachtsmänner usw.) kann man doch keinen ungesüssten Pudding mehr machen, oder kenn ich das Prinzip des Entzuckerns einfach nur nicht (möglich wäre das, ich bin nicht perfekt *g*)

      • Ob man ihr das antun will? 🙂

        Was sie bekommt ist ketogene Schokolade: Man nehme Schokolade mit möglichst hohem Kakao-Anteil – 80 bis 90 Prozent sind gut – das wird schon mal sehr fettig. Die wird zerlassen, und mit Palmin und Süßstoff versetzt. Alternativ können zum Beispiel auch geriebene Macadamia-Nüsse rein, die sind auch „über-ketogen“. Damit bekommt man eine nicht mal allzu schlecht schmeckende (wenn auch leider nicht sehr cremige) für Saskia geeignete Schokolade.

        Die beste alle Ehefrauen bastelte das letztens, und füllte damit einen Adventskalender für Saskia. Die Original-Füllung ist mir zum Opfer gefallen 🙂

  4. squirrel1976 schreibt:

    Also, ich tipp ja auf Nr. 3 😉

  5. Pingback: Ketogener Adventskalender | Graugrüngelb

  6. Elisabeth schreibt:

    „Sei stark, Du schaffst DAS!!!!“
    Wow, Schokolade ist ein anziehendes Thema….

  7. Ute schreibt:

    Und? Wie ist der Zwischenstand? Lebt die Schokolade noch? *g*

    • Ja. Ich hatte die Tüte erst mal auf die Kellertreppe gestellt, und wollte sie später wegräumen. (Insofern war der Artikel nicht ganz korrekt. :))
      Als ich das später wirklich tun wollte, war die Tüte schon weg. Irgendwie glaube ich, die beste aller Ehefrauen hat sie vor mir versteckt. Macht sie sowieso gern mit Schokolade. Und sagt dann immer so Dinge wie „Sonst bekomme ich ja nichts davon ab!“, oder so.

      Ich vermute also, Punkt 3 hat sich erledigt. 🙂

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