Kleines Dankeschön

Ich würde gern ein paar Rezepte für Saskia bestellen, sage ich am Telefon zur Sprechstundenhilfe unserer Kinderärztin. Ob sie denn eine Minute für mich hätte? „Nein, eigentlich nicht …“ ist die Antwort.

Auf meine unnachahmlich rüde Art (Ja, ehrlich, das wurde mir mal gesagt. Mindestens das „unnachahmlich“ daran finde ich … nicht richtig.) ignoriere ich das. Vielleicht auch nur deshalb, weil das Lächeln bei dieser Aussage – man kennt sich ja inzwischen – trotz fehlender Videofonie-Verbindung deutlich zu sehen ist. „Ich hab auch nur unkomplizierte Sachen“, sage ich noch zur Besänftigung.

Also, eine neue Ergo-Verordnung hätte ich gern, ein Rezept für Movicol Junior aromafrei, und einmal Teststäbchen „FreeStyle Precision ß-Ketone“. Okay, an dieser Stelle muss ich zugeben, dass das mit dem „nur unkomplizierte Sachen“ geringfügig … geflunkert war. Nennen wirs beim Namen: Es war gelogen (was ich auch sage. Ich hoffe, mein Grinsen ist auf der anderen Seite auch zu sehen.). Aber auch diese Hürde nehmen wir gemeinschaftlich – ist ja immerhin schon in ihrem Computer, wir wollen es ja nicht das erste Mal.

Ich verabschiede mich mit einem großen Dankeschön, der Antwort, dass mir das auch bis morgen reicht, dem Versprechen, all die weniger dringenden Wünsche erst Anfang Januar in aller Ruhe zu bestellen, und lege auf.

Und bekomme 10 Minuten später einen Anruf von S., einer Ex-Krabbelgruppen-Freundin (das „Ex“ gehört zur Krabbelgruppe, nicht zur Freundin) der Familie, die fragt, wer von uns – die beste aller Ehefrauen oder ich – denn da den Betrieb aufgehalten hätte. Sie hätte gerade mit 7 anderen Eltern in der Schlange gestanden, als die Sprechstundenhilfe anfing, Rezeptwünsche für Saskia aufzuschreiben …

Ups. Naja, ich gehe das dann nachher mal abholen (das Gespräch war schon vorgestern), und nehme einen von der besten aller Ehefrauen inzwischen besorgten Kasten „merci“-Pralinen mit, so als kleines Dankeschön. Ich mein‘, ich kann ja auch nix dafür, dass unsere Kinderärztin in letzter Zeit so gefragt ist. Ich kann ja nicht plötzlich aufhören, Saskia ihre ganzen Medikamente und Therapien rezeptieren zu lassen, nur weil dort dauernd der Bär tanzt – da müssen die Angestellten dann halt einfach durch.

Aber da ich einfach nicht zum Arsch tauge, muss ich von den hier kürzlich vorgeschlagenen Alternativen „Arschloch“ und „netter Mensch“ eben letztere wählen 🙂

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7 Antworten zu Kleines Dankeschön

  1. Roland schreibt:

    Die besten Erfahrungen mache ich (regelmäßig) mit ganz kleinen merci-Kästchen, die ich so ganz klammheimlich aus der Tasche ziehe und mit einem verschmitzten Grinsen rüberreiche. Kommt von 10, locker 8 mal gut an.
    Wir wünschen Euch, trotzt aller Unbill, ein schönes Fest gehabt zu haben und einen guten Start ins neue Jahr.
    Pero

  2. Elisabeth schreibt:

    Du BIST ein netter Mensch.
    Ja, so hab ich Dich kennengelernt. Weisst Du was unser Kinderarzt vorgeschlafen hat? Ich kann ihm per Fax die Liste der benötigten Medikamente zufaxen…..
    Ja, ganz genau, nicht der „gewünschten“ Verschreibungen, sondern der „benötigten“ Verschreibungen….! Wünschen tu ich mir ganz was anderes….
    Ich „leide“ hier grad unter einem Fehler den die Artzhelferin beim Rezept letzte Woche gemacht hat… ist mir leider erst hinterher aufgefallen. Sie verschrieb das neue Medikament nur für sieben Tage. Das heisst, es ist so viel da, dass ich am Samstag die letzte Tablette gebe…und nun….die langjährige beim Kind sehr beliebt Hausärztin darf das nicht mehr aufschreiben fürs Kind….sie ist heute noch in der Praxis!
    Der Kinderarzt, der das verordnen darf hat bis 9.1.2012 Urlaub…das SPZ, welches solche Medis auch verschreibt ist auch bis 9.1.2012 geschlossen. Ich habe gestern bei drei Kinderärzten angerufen, die irgendwie und irgendwann auch mal mit Robert zu tun hatten…die verschreiben das nun aber nicht ….weil sie den Verlauf nicht kennen, es ist ja nicht einfach so ein Medi !
    Heute muss ich nun in die Kinderklinik fahren, weil dort die Einzeldosis für Robert abgegeben werden darf, die dann bis 9.1.2012 ausreicht….
    die Kinderklinik ist 64 km weit weg…. es schneit und es wird von „unnötigen“ Autofahrten abgeraten! Es ist überall glatt und ständig fährt die Polizei, Feuerwehr….
    Ich seh von uns aus zur Hausärztin, die das nicht verschreiben darf……
    Wir können natürlich auch das Einschleichen des Medikamentes einfach stoppen…
    oder morgen früh an Silvester in diese Klinik fahren….
    oder mit einer rieseigen Schachtel eben dieser „Danke“-Schokolade die Apothekerin „nötigen“ … neee, lieber nicht. Wir dürfen mit dem Medikament nämlich nicht mal mehr über die Grenze zur Familie fahren ohne eine Bestätigung (immer muss die aktuell sein), dass wir diese Droge mit ins Land „einführen“…..
    Michael sagt grad, oder er lässt sich nun von unserer Hausärztin dieses Medikament für sich aufschreiben, denn er fühlt sich eben so hyperaktiv und fast „ausrastende“ und für die Umwelt unerträglich…. das probieren wir doch gleich mal aus…..
    ich meld mich nochmal vor dem „Guten Rutsch“ und geb Bescheid, was wir nun gemacht haben…..
    Schön, dass wir so nette Menschen sind, oder?

    • Graugrüngelb schreibt:

      Bei euch wird’s aber auch nie langweilig. Mensch, Mensch, Mensch! Aber bei Medikamenten, die unters Betäubungsmittelgesetz fallen, wirst du mit ’ner Schachtel Schoki bei der Apothekerin wohl schlechte Karten haben.

  3. Graugrüngelb schreibt:

    Das Dankeschön wird übrigens bis nächstes Jahr warten müssen – die Kinderärztin hat leider seit gestern bis 9.1. Urlaub. Ich sag da jetzt mal nichts dazu, dass wir ja genau die Rezepte bestellt hatten, die halbwegs dringend sind …

  4. Sommersprosse schreibt:

    Nätürlich bist Du ein Netter!
    Da hat sich das Dankeschôn doch schon fast erledig (weil nicht Bescheid gesagt dass Urlaub.
    Was macht Ihr denn nun? Kommt Ihr noch so lange hin?

    Viele Grüße
    Mutti, Trautel, Oma

  5. Elisabeth schreibt:

    Wir haben das Rezept…von der Hausärztin, die das ja eigentlich nicht mehr machen darf. Aber sie sagt, das streitet sie aus! Wenn die Kinderärzte nicht aufpassen, nicht ordentlich das kranke Kind versorgen, dann ist das heute für sie ein Notfall und Notfällen hilft sie sofort weiter!
    Robert lässt sich ja auch ganz brav von ihr Blut abnehmen. Darf sie ja auch nicht mehr. Und nun ging es beim Kinderarzt das 2.Mal schief. Nun hab ich heute eine Mail auf eine „Sondergenehmigung“ geschrieben. Und auf den Autismus hingewiesen… und auf die Kosten hingewiesen, wenn nun am 12.1. nochmal eine Blugabnahme unter Geschrei und dann wieder „nicht brauchbar“ gemacht wird. Wir wollen unsere Ärztin wieder!
    Hoffentlich kommt Euer Rezept nun auch noch, haben die das mit der Post geschickt?
    Robert singt grad ganz laut „ach wie bin ich frooooohhhhh. Ach ich bin ein Flohhhhh“ …Mama, ich will aber heute keine Medizin, weil Flöhe nehmen keine!“
    Der Vater: „Wo ist das Flohvernichtungsspray?“
    Das Kind: „Na gut, dann nehm ich sie. Aber morgen nicht mehr!“
    Ich wünschte Euch so sehr, dass es mit Saskia auch wieder so wird.
    Eine gute Nacht wünscht Euch Elisabeth

    • Schön zu hören, dass Ihr eine Kinderärztin mit Verstand und Rückgrat habt 😕

      Nein, unser Rezept kam nicht mehr, so clever waren sie dann leider doch nicht. Das mit der Ergo bekommen wir bestimmt auch ohne Rezept hin – da machen wir die Stunde trotzdem, und hinterher wird bei den Terminen ein wenig angepasst. Ärgerlicher ist das Movicol, das bräuchten wir etwas dringender, aber zur Not geht’s auch ohne. Und mit dem Rest wird es zwar knapp bis zum 9.1., aber es sollte reichen.

      Schön zu hören, dass Euer Floh so lebendig ist 🙂

      Falls wir uns nicht mehr lesen: Einen guten Rutsch, und ein Gesundes Neues …

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

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