Benötigte Auszeit

Aufstehen, Morgentoilette, Frau und Kind wecken, mit Saskia lesen (oder auch nicht, falls sie nicht wachzubekommen ist), mit Saskia ins Bad, gemeinsames Frühstück, mit der besten aller Ehefrauen Saskia in Kindergarten bringen, zur Arbeit fahren, arbeiten, Mittagspause streichen wegen „kostet zu viel Zeit“, nach 7 Stunden nach Hause (zweimal die Woche nach 8, da die beste aller Ehefrauen dann mit Saskia zur Therapie ist bzw. wir die Saskia-Sitterin da haben), dort dann eine Stunde mit Saskia spielen, Abendessen, Saskia durchs Bad schleusen, das Zu-Bett-Geh-Ritual erledigen, Saskia noch die zwei Einschlaflieder singen (im täglichen Wechsel mit der besten aller Ehefrauen), Essensplan für den nächsten Tag erstellen, Saskias Mittagessen für den nächsten Tag kochen, noch eine Stunde arbeiten.

Es gibt Ausnahmen von diesem Ablauf – donnerstags ist der Wassergewöhnungskurs für Saskia, mittwochs gehen die beste aller Ehefrauen und ich abends tanzen -, aber im Wesentlichen läuft es immer so. Ach so – außer am Wochenende – da dreht sich der Tag von früh bis spät um Saskia …

Es gäbe so verdammt viele Dinge, die es zu erledigen gälte, aber wir bekommen sie einfach nirgendwo unter. Wenn gerade mal nicht mehr die Umstände festlegen, was als nächstes zu tun ist, dann ist es abends um 10 oder um 11, dann rafft man sich auch zu nichts mehr auf. Und die Läden haben zu. Und die Leute oder Firmen, die man eigentlich mal anrufen müsste, sind nicht mehr erreichbar. Und Und Und … Und außerdem ist man eh‘ so müde, dass man eigentlich auf der Stelle ins Bett gehen müsste – was man aber nicht tut, weil man wenigstens für eine Stunde am Tag das Gefühl der Selbstbestimmtheit haben möchte – wodurch man aber am nächsten Tag noch müder ist, und alles noch anstrengender wird.

Ich bräucht‘ mal ’ne Auszeit. Einen Tag und/oder eine Nacht oder ein Wochenende oder eine Woche oder ein Jahr.

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