Wiederkehrende Versuchung

Epilepsie oder Medikamente? Was richtet eigentlich den größeren Schaden an? Wenn man die Verschlechterung an so vielen Fronten sieht, dann fragt man sich das schon immer wieder. Die Frage beantwortet einem natürlich keiner wirklich, auch keine Ärzte.

Bliebe das Experiment. Wir sind mal wieder versucht, an den Medikamenten zu drehen. Nicht akut und sofort, denn wir sollten erst zu einer Entscheidung mit der Diät kommen, damit wir dann nicht vielleicht zwei Dinge gleichzeitig ändern.

Eigentlich würde ich immer noch und wieder mal gern versuchen, Stiripentol zu reduzieren. Das letzte Mal ging es ja schief, aber … vielleicht waren wir nur nicht ausdauernd genug, und hätten einfach noch eine Weile warten müssen, weil die Verschlechterung nur auf den Entzug zurückzuführen war? (Kommt es mir eigentlich nur so vor, oder drehen sich meine Gedanken und Argumente im Halbjahresrhythmus im Kreis? Und wenn ja, kommt das nur mir bedenklich vor?)

Ähnliches gilt für das Rivotril: Ich will das Zeug immer noch loswerden. Ich habe verklärte Erinnerungen an Tage, an denen wir Saskia damit gedopt haben – abends und morgens ein wenig Rivotril, und schon ging es ihr fantastisch. Ein paar Tage lang wenigstens. Zur Zeit geht das nicht, weil es wegen der Dauermedikamentation nicht mehr wirkt. (Es wäre sowieso fraglich, ob sich dieses Erlebnis aus der doch schon sehr alten Erinnerung heutzutage noch wiederholen ließe …)

In so einer Orfiril-Kapsel sind 50 kleine Kügelchen. Wenn wir jeden Abend ein Kügelchen weniger gäben, könnten wir in knapp zwei Monaten eine der drei Kapseln los sein – hoffentlich ohne Entzug. Oder doch lieber nur ein Kügelchen pro Woche, um ganz sicher zu gehen? Nein, so lange hielten wir das Warten nicht durch …

Wenn wir eines der Medikamente loswürden – verschwänden die Nebenwirkungen dann? Sind es überhaupt Nebenwirkungen? Falls sie verschwänden – würde das dadurch kompensiert werden, dass die zur Zeit unterdrückte Epilepsie wieder ihre hässliche Fratze erhöbe, um uns mit großen Schlaf- und spontanen Wachanfällen daran zu erinnern, dass sie auch anders kann?

Überall Wände, ringsherum und hinter jeder Ecke, immer wieder, immer neu und doch altbekannt … und doch immer wieder das dringende Bedürfnis, wenn schon nicht mit dem Kopf, dann wenigstens mit einem kleinen Hämmerchen einen Durchbruch zu versuchen … ignorierend, dass es das letzte Mal so verdammt weh tat …

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