Normales Leben

Ich will keine Tochter, die praktisch nicht sprechen kann.

Ich will keine Tochter, die nicht laufen kann, für die einfachste motorische Aufgaben eine fast oder ganz unlösbare Aufgabe darstellen.

Ich will nicht sehen müssen, wie meine Tochter mitten im Leben einfach mal so zuckt, und ihr Blick bricht.

Ich will keine Tochter, mit der ich mich nicht wirklich unterhalten kann – außer auf einem Kleinkind-Niveau, das nach einigen Jahren dann doch irgendwie fade wird.

Ich will nicht meine Tage damit zubringen, rund um die Uhr für ein Kind zu sorgen, dass von jeder Art der Selbständigkeit weit weit entfernt ist.

Ich will nicht mit ansehen müssen, wie auch andere Funktionen scheinbar den Bach herunter gehen – was Saskias Magen in den vergangenen Tagen mal wieder so von sich gegeben hat, war nicht mehr feierlich.

Ich will nicht abends ins Schlafzimmer rennen müssen, weil meine kleine unschuldige Tochter nach einem Anfall schreit und weint. Ich will nicht sehen müssen, wie sie auf dem Bett liegt, flackernden Blicks und leeren Auges.

Ich will den ganzen blöden Mist nicht. Ich hätte gern einfach nur ein normales Leben und eine normale Familie mit einem normalen und halbwegs gesunden Kind.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Befindlichkeiten abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Normales Leben

  1. Ute schreibt:

    Dieser Familie hier scheint ein Epilepsiehund geholfen zu haben. Da scheint es einen Haufen Parallelen zu eurer Tochter zu geben: http://www.news.de/gesundheit/688752565/bea-findet-frauchens-anfaelle-toll/1/

    • Graugrüngelb schreibt:

      Ja, ich glaube durchaus, dass ein Hund (das muss nicht mal zwingend einer mit spezieller Ausbildung sein) helfen kann – die Mutter von Kimberly sagt das über ihre Tochter und ihren Hund auch. Das Problem ist: Wir sind beide berufstätig und das ist meiner Meinung nach nicht „hundehaltungskompatibel“ (fände ich dem Hund gegenüber jedenfalls nicht fair).

  2. Muschelsucher schreibt:

    Laß Dich einfach mal drücken – und danke, daß Du diese Gedanken offen aussprichst – oft ist es ein Tabu – runtergeschluckt, aufgestaut und dann ein tonnenschweres Gewicht!

    Liebe Grüße

  3. Elisabeth schreibt:

    Seid Tagen „trag“ ich Deinen Post in mir. Es ist so schwer drauf zu antworten, aber im Gedanken war ich viel bei Euch … und kann es so gut verstehen.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

Gib Deinen Senf dazu (nich' kleckern, hier is' wisch gefrischt!):

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s