Simulierte Aktivität

5 Kügelchen habe ich heute Abend aus einer der beiden Orfiril-Kapseln herausgenommen. Blieben noch 45 drin. Damit hat Saskia heute statt der 450 mg Orfiril nur 435 bekommen. Gestern waren es 438, vorgestern 441 … ein Kügelchen weniger pro Tag.

Ein bisschen beschleicht mich der Verdacht, dass das, was wir da tun, nur simulierte Aktivität ist.

Zu einer Beendigung der ketogenen Diät können wir uns nach wir vor nicht durchringen („leider“ ging es in der vergangenen Tagen leicht aufwärts bei Saskia, heute war wohl wieder ein recht guter Tag – das Absetzen aber würden wir uns nur trauen, wenn es Saskia halbwegs dauerhaft schlecht ginge), zum Einsetzen eines VNS auch nicht. Gestern Abend hatten wir eine Diskussion über einen möglichen Ablauf, wie wir beides in den nächsten Wochen angehen könnten – entschieden haben wir nichts.

Ernsthafte medikamentöse Optionen haben wir nicht, trotzdem beschleicht uns immer und immer wieder dieses „Das kann so nicht weitergehen“-Gefühl. Verbunden mit der uns ja auch schon Jahre begleitenden (nicht unbegründeten) Vermutung, das Saskias Zustand wenigstens zum Teil auch von den Medikamenten verursacht wird, versuchen wir ja von Zeit zu Zeit immer mal, irgendeines dieser Medikamente loszuwerden.

Jetzt also mal wieder das Orfiril. In der minimal möglichen Geschwindigkeit. Nur deshalb natürlich, um die Entzugserscheinungen zu minimieren. Oder eben, und das ist die ketzerische Interpretation, weil es dann länger dauert – was bedeutet, dass wir länger behaupten können, das wir doch immerhin etwas tun. Simulierte Aktivität eben. Selbstbetrug wäre das böse Wort dafür.

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4 Antworten zu Simulierte Aktivität

  1. Muschelsucher schreibt:

    kein Selbstbetrug – schiere Verzweiflung.

    Sch*** Epi!

    Liebe Grüße

  2. Elisabeth schreibt:

    Das mach ich grad mit diesem Strattera, dass unser Kind ruhiger und konzentrierter machen soll… ich entziehe langsam Kügelchen für Kügelchen….
    Doch Orfiril ist was anderes. Saskia bekommt da wirklich sehr viel davon. Robert hat morgens und abends 300 mg….am Abend plus Frisium. Saskia bekommt ja noch mehr dazu oder?

    • Graugrüngelb schreibt:

      Saskia bekommt zwar weniger Orfiril – derzeit morgens 150, abends 300 mg (bzw. abends eben jetzt etwas weniger), wir waren aber auch schon höher und haben schon voriges Jahr reduziert. Sie bekommt aber auch noch Diacomit, was die Orfiril-Wirkung verstärkt.

      Dummerweise habe ich den Eindruck, dass die Anfälle in den vergangenen Nächten wieder mehr und heftiger wurden – also entweder doch Entzug oder tatsächlich Orfiril-Mangel oder Vollmond oder auch einfach Zufall. Wir werden beobachten 😐

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