Gebremster Fettstoffwechsel

27,2 kg wog Saskia an diesem Sonntag (Sie ist nicht die einzige, die wöchentlich gewogen wird, aber bei ihr gibt es einen guten Grund.). Das sind 2,2 kg seit Beginn der ketogenen Diät vor ziemlich genau einem halben Jahr – und es ist zuviel, wie wir finden. Obwohl ich mich manchmal durchaus frage, ob wir da nur paranoid sind …

An den Kalorien können wir nicht wirklich noch drehen, 1.200 kcal pro Tag ist schon ziemlich am unteren Limit, insbesondere zusammen mit den anderen Randbedingungen, wie den geforderten 22,5 g Eiweiß pro Tag. Zugegeben, ich habe für die aktuelle Woche mal 1.150 eingeplant, aber wie gesagt … das wird schon eng, und deutlich schwieriger, einen wirklich ausgewogenen Tagesplan zu erstellen.

Seit heute haben wir auch aktuelle Blutwerte: Der Carnitin-Wert ist bei 9,2 mmol/l, das ist lediglich die Hälfte der empfohlenen Mindestmenge von 17,9 mmol/l. Carnitin ist wichtig für den Fettstoffwechsel – hmm … Die beste aller Ehefrauen, die in solchen Dingen ein deutlich besseres Gedächtnis hat als ich, sagt, dass auch bei der letzten Diät der Gewichtszuwachs erst mit Carnitin-Zugabe unter Kontrolle kam. Also werden wir uns das wohl mal von der Kinderärztin verschreiben lassen, es sei denn, der heute angeschriebene Neurologe, der Saskias Diät begleitet, legt Widerspruch ein.

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14 Antworten zu Gebremster Fettstoffwechsel

  1. Ute schreibt:

    Über 27 Kilo, mit 6,5 Jahren? Hoppala, das ist allerdings viel. Wie groß ist eure Tochter denn? Paßt das Gewicht wenigstens einigermaßen zur Körperlänge?

    • Graugrüngelb schreibt:

      Na ja. Sie ist mindestens 1,22 m (und sehr schwer zu messen, da sie nicht stehen kann und messen im Liegen einfach nicht funktioniert). Sie dürtfe (je nach verwendeter Tabelle) entweder im oberen Bereich des Normalgewichts oder eben im unteren Bereich des Übergewichts liegen. 5 Kilo weniger wären uns auch lieber, aber ganz so einfach ist das eben nicht. (Die zwangsweise fehlende Bewegung ist da sicherlich nicht hilfreich.)

  2. Ute schreibt:

    PS: Nein, ihr seid nicht paranoid, da würde ich mir auch Gedanken machen. Auf 1,20 m liegt bei Kindern in dem Alter die Grenze zum definitiven Übergewicht bei 26 Kilo. Unsere Lütte z.B. wog im Januar 21,3 Kilo auf 1,24 m und lag damit genau auf der 50%-Perzentile. Ein aktuelles Foto ist gerade im Blog.

    • 1,20 + x – ist ja immer schwer zu messen bei jemandem, der nicht gerade steht und wenn, dann meist überstreckt liegt. Ich denke, x ist 2 zwischen 3 und 6.

      Mit Begriffen wie „definitives Übergewicht“ wäre ich persönlich ja vorsichtig, da ich davon überzeugt bin, dass eine Definition wie „ab einem BMI von 25 ist man übergewichtig, und das ist Schlecht™“ in dieser Pauschalität … mindestens beliebig, wenn nicht falsch ist. Im Wahren Leben gibt es IMO nur wenige derartig scharf gezogene Grenzen … (Und das sagt jemand, der eigentlich am besten mit der Welt zurecht kommt, wenn ihre Gesetze in schön einfache und pauschale Regeln gefasst sind :))

      Anyway – ja, ich denke ja auch, dass Saskia schwer ist für ihr Alter, und sicher im oberen Bereich einer beliebigen gleichaltrigen Vergleichsgruppe. Ich bin mir nur nicht immer so sicher, was ich von der Geschwindigkeit der Zunahme halten soll. Prinzipiell glaube ich hier meist, das ist zuviel – aber manchmal würde ich das Problem vielleicht einfach gern dadurch lösen, dass ich es mir schönrede – vielleicht ist ein solcher Sprung ab und zu ja normal … 😕

      • Ute schreibt:

        Spruch unserer Kinderärztin: „Ein Kind, das zu dick aussieht, ist auch zu dick.“ Wenn selbst ihr als Eltern das schon so seht, dann wird höchstwahrscheinlich was dran sein. Bei einem Kind, das sich kaum bewegt, wäre ich da doppelt wachsam. Nur mit „wächts sich schon noch aus“ ist es ja in dem Fall nicht getan. Eure Tochter bewegt sich ja tendenziell über die Jahre eher weniger als mehr, also sinkt wahrscheinlich auch der Grundumsatz.

        • Graugrüngelb schreibt:

          Ich würde Saskia vom Aussehen her nicht als zu dick bezeichnen. Sie ist eindeutig nicht dünn, aber dick?

        • Uhm. Dass „unsere Kinderärztin sagt“ exakt gar nichts über die Qualität der entsprechenden Aussage verrät, muss ich Dir ganz sicher nicht erklären (es gibt zum Beispiel jede Menge Kinderärztinnen, die Homöopathie für sinnvoll halten, gelle?). Und aus Deinem Mund Deiner Tastatur eine derart flache Aussage (wenn auch nur als Zitat, aber unhinterfragt) wie „Ein Kind, das zu dick aussieht, ist auch zu dick“ zu lesen, überrascht mich dann ehrlich gesagt doch.

          Ich bin, abgesehen von gelegentlichen Problemverdrängungsphasen, der erste, der einsieht, dass Saskia zu viel wiegt, als dass es insbesondere für uns Pflegende (Eltern, Kindergärtnerinnen) angenehm wäre.

          Der Punkt ist aber: „Zu dick“ fängt für mich an bei „Es gibt ein Problem damit“. Nicht bei „Es ist mehr als irgendeine willkürlich gezogene Grenze erlaubt.“ Solche Grenzwerte sind Hinweise, keine goldenen Regeln. Solange man sich wohlfühlt, und keine Probleme hat, gibt es kein „zu“.

          Und weißt Du was? Ich denke, dass Saskia mit ihrem Gewicht im Augenblick ganz prima zurecht kommt. Das wäre anders, wenn sie sich selber signifikant bewegen würde – aber dann hätte sie sehr wahrscheinlich auch ein anderes Gewicht. Und ja, wir müssen es im Auge behalten – nicht nur, aber auch, weil wir damit ein Problem haben.

          Bottom line: Saskia ist zu schwer (nicht zwangsläufig: zu dick. Auch das ist nochmal ein Unterschied), aber nicht, weil ihr BMI größer x ist, sondern weil sie den ganzen Tag von anderen Menschen durch die Gegend getragen und gehoben werden muss.

          Sorry, aber pauschales „Zu dick“-Denken finde ich einfach Blödsinn, und gefährlich.

          • Ute schreibt:

            Ist ja nicht pauschal. Ist ein optischer Eindruck (OK, ein persönlicher) kombiniert mit einer von Dir genannten Kilogramm-Zahl. Daß das Gewicht eurer Tochter >grenzwertig sein könnte, kam mir ja schon bei diesem Frischkäse-Eintrag in den Sinn, nicht erst jetzt. Dieser Eintrag hier hat’s nur bestätigt. Die Aussage der Kinderärztin deckt sich übrigens mit meinen eigenen Beobachtungen in Kindergarten, Schwimmkurs, Schule und überall sonst, wo sich Kinder tummeln. Es fällt einfach auf. Ob das jeweilige Kind damit zurechtkommt, ist eine Sache. (Die wenigsten sind ja so dick, daß sie kaum noch auf die Füße kommen. Von daher ist „kommt doch schließlich damit zurecht!“ auch nur subjektiv. Die Langzeitfolgen sind ja auch nicht zu verachten.) Ob ein sichtlich dralles Kind mit weniger Gewicht aber nicht vielleicht noch besser zurecht käme, ist hingegen eine andere.

            Allerdings gebe ich dir recht, daß es Eure Baustelle ist, nicht meine. Da du allerdings das Thema angesprochen hast und somit Offenheit für Rückmeldung signalisiert, habe ich mich halt drauf eingelassen. Da es aber nicht meine Baustelle ist, belasse ich es dann wohl mal dabei. ^^

          • Da du allerdings das Thema angesprochen hast und somit Offenheit für Rückmeldung signalisiert …

            Richtig – wenn ich die nicht hätte, dann wäre die Kommentar-Funktion ausgeschaltet – und das Bloggen nur noch halb so interessant :). Insofern: nur immer zu …

          • Eigentlich schade, dass Du es dabei belassen willst 🙂

            Die Aussage der Kinderärztin deckt sich übrigens mit meinen eigenen Beobachtungen in Kindergarten, Schwimmkurs, Schule und überall sonst, wo sich Kinder tummeln. Es fällt einfach auf. Ob das jeweilige Kind damit zurechtkommt, ist eine Sache.

            Hier nämlich würde sich interessieren, wie denn genau Deine (oder der Kinderärztin) Definition von „zu dick“ aussieht. Und nein, „sieht dick aus“ zählt nicht, da dann der Satz „wer zu dick aussieht, ist es auch“ sinnlos würde. Das „ist“ impliziert, dass es eben doch irgendwelche anderen Probleme gibt, die Dir an diesen Kindern auffallen – und genau die würden mich interessieren.

            Von daher ist “kommt doch schließlich damit zurecht!” auch nur subjektiv. Die Langzeitfolgen sind ja auch nicht zu verachten.

            Nun ja, was Saskia konkret angeht – ich denke, ihre 4 oder 5 Kilo zu viel sind eines ihrer (nicht: unserer!) geringsten Probleme.

            Generell: Ob die Langzeitfolgen eines leichten Übergewichtes (nach Definition zum Beispiel per BMI) ernsthaft schlimmer sind als die Langzeitfolgen von zum Beispiel Rauchen, oder auch nur „Auf-die-Straße-Gehen“ – immerhin wird man auch da mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mal angefahren werden – … nun ja.

            Was mich wieder bringt zu: Ganz sicher gibt es einen Bereich, wo Übergewicht eindeutig ungesund – akut oder langfristig – ist. Aber dass die Grenze zu diesem Bereich bei „hat einen BMI größer 25“ oder bei „hat dickere Wangen als evolutionär notwendig“ liegt – diese recht beliebigen Grenzziehungen sind es, die ich anzweifle, und die mich ärgern.

            Viele Grüße
            ‚Locke‘

  3. Muschelsucher schreibt:

    Puh, bei 1200 kal zuzunehmen, da ist wirklich was im Stoffwechsel „umverstellt“ – nach meiner Laienmeinung, denn auch Tremor, versteifte Füße etc bringen ja einen hohen Grundbedarf mit sich. Raten kann ich nix, weil wir mit dem gegenteiligen Problem zu kämpfen haben.

    Liebe Grüße

    • Graugrüngelb schreibt:

      Tja, der Stoffwechsel … klar ist ketogene Ernährung erstmal ’ne Fehlernährung – wieviel da eben trotz aller Berechnung anders läuft als bei normaler Ernährung, weiß irgendwie auch keiner so richtig. Zum anderen ist sie eben momentan wirklich sehr unbeweglich und das wirkt sich aus. Die Frage ist nur, was tut man dagegen?

      Außerdem fürchte ich, dass Saskia eher meinen Stoffwechsel als den ihres Papas geerbt hat – und ich nehme schon zu, wenn ich Fettgedrucktes lese.

      • Muschelsucher schreibt:

        Deinen Stoffwechsel habe ich leider auch.

        Ich kann mir aber vorstellen, daß Saskia das Carnitin helfen kann. Berichtet mal, was der Neurologe dazu sagt.

        Unser Großer bewegt sich zwar, ist aber ja auch kein Vergleich mit unseren anderen Kindern, dennoch hat er einen viel höheren Grundbedarf als die anderen. Da spiel soo vieles mit rein.

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