Klare Präferenzen

Ganz bleich sei sie gewesen, erzählte die beste aller Ehefrauen. Ganz bleich, bei diesem großen Anfall im Schlaf, den sie hatte, als sie aus dem Kindergarten abgeholt wurde, und immer noch schlief, seit fast drei Stunden, weil sie nicht wachzubekommen gewesen sei, (sagte der Kindergarten,) wohl, weil sie so viele (nicht unbedingt große) Anfälle während des Mittagsschlafes gehabt habe. Auch der daneben stehende Bundesfreiwillige hätte wohl Farbe verloren bei diesem Anfall …

Nicht schön, diese hässlichen Anfälle im Schlaf. Gut, letzte Nacht war es nur einer (den ich mitbekommen habe), aber tagsüber … Bis 17:30 Uhr schlief Saskia letztendlich, immer wieder mit Anfällen.

Freitag haben wir einen Termin beim Neurologen – wir wollen einfach mal das weitere Vorgehen besprechen. Die Schlafanfälle werden dann wohl auch zur Sprache kommen. Nicht, dass ich irgendeine Hoffnung auf kurzfristig wirkende Ideen hätte.

Die beste aller Ehefrauen und ich, wir sind uns einig in dem Glauben, dass die Verringerung der Orfiril-Dosis für die seit einiger Zeit schlimmeren Nächte verantwortlich sein könnte. Wir sind uns aber auch einig in dem Glauben, dass eben diese Verringerung auch dafür gesorgt hat, dass Saskia tagsüber wacher ist. (Mensch, was war das Kind vorhin wieder gut drauf! Hippelig wie nur irgend etwas! In gewisser Weise auch nicht schön :), aber andererseits …)

Und nun? Mal angenommen, der Neurologe hat auch keine Idee außer „Orfiril wieder hoch“? Abgesehen davon, dass es auch wieder nur ein Versuch mit ungewissem Ausgang wäre (wer sagt denn, dass es wirklich daran liegt?): Wenn ich wählen darf zwischen einem tagsüber wachen Kind mit hässlichen Anfällen in der Nacht, und einem Kind mit „harmlosen“ Schlafanfällen, das den ganzen Tag im Delirium verbringt … dann habe ich doch sehr klare Präferenzen, oder?

Hoffentlich bereue ich diesen Gedanken nie …

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4 Antworten zu Klare Präferenzen

  1. vielesommersprossen schreibt:

    Ich wünsche so sehr, dass der Neurologe eine genauere Überwachung als sinnvoll ansieht und dann vielleicht einen neuen Gedanken einbringt. Wenn die Anfälle wieder häufiger und schlimmer sind, kann ja wohl auch Schlimmeres passieren und da möchte man gar nicht weiter darüber nachdenken.
    Ich wünsche Euch, vor allem Saskia eine ruhige Nacht und bessere Tage
    Mutti

  2. Muschelsucher schreibt:

    Ich würde jetzt so gerne eine Wunderdroge ohne Nebenwirkungen aus dem Hut zaubern. So kann ich nur hoffen und beten, daß der Neurologe einen Rat hat und Ihr niemals Eure Entscheidungen bedauert (das ist nämlich Höchststrafe für Eltern).

    Liebe Grüße

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