Anderes Gefühl

Mit so einem Rollstuhl in der Stadt unterwegs zu sein ist ein ganz anderes Gefühlt als mit dem Buggy.

Also, abgesehen von dem kleinlichen Detail, dass der Rollstuhl im aktuellen Zustand völlig untauglich ist, weil die kleinen „Stützräder“ vorne auf jedem Untergrund, der nicht total eben ist (also praktisch auf jedem Weg dieser Welt, egal ob gepflastert oder bitumiert oder sonstwas), sehr schnell ins Vibrieren kommen und damit auch das ganze Gestell stark vibrieren lassen, was sich nur dadurch verhindern lässt, dass man entweder immer die Griffe hinten herunter drückt und somit die Vorderräder leicht entlastet, was anstrengend ist auf Dauer, oder indem man gaaaaaaaaaaaaanz langsam läuft, was völlig unmöglich ist, wenn man irgendwo ankommen will – wie gesagt, abgesehen von diesem kleinlichen Detail, für das der Reha-Mensch einfach nochmal ‚ran muss.

Nein, eigentlich fühlt es sich anders an, weil … es jetzt offensichtlicher ist: Ich habe ein behindertes Kind. Ich habe nicht ein Kind, das merkwürdigerweise trotz seiner Größe noch in einem Buggy sitzt, sondern ich habe ganz offensichtlich ein Kind mit mindestens physischen Defiziten.

Ganz anders.

Wenn ich ehrlich bin: Besser.

(Auch wenn dadurch wohl leider ein paar kindliche Fragen der Art „So ein großes Mädchen …!?“ wegfallen werden.)

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3 Antworten zu Anderes Gefühl

  1. Muschelsucher schreibt:

    Ja, das kenn ich, es ist das endgültige Coming out, aber auch eine Erleichterung in schieberischer Hinsicht aber auch in den Reaktionen. Sei gewiß, es kommen auch viele kindliche Fragen, warum sie im Rolli sitzt.

    Bei unserem ersten Ausflug in die nächste große Stadt begegneten wir einer Gruppe von Schülern von hier, die dort auf Klassenfahrt waren und begeistert auf dem Speichenschutz den lokalen Verein erkannten. Sie waren voll des Lobes ob des coolen Gefährtes. Man konnte Sohnemann förmlich im Rolli wachsen sehen.

    Ich habe eben nochmals auf den Bildern nachgesehen, Ihr habt die kleinen Skaterräder. Die sind unangenehm.
    Etwas größere funktionieren deutlich besser, wir haben beide ausprobiert und haben dazu noch den sogenannten Outdoorvorsatz der Firma Sorg, der den Rolli geländegängig macht und auch auf Kopfsteinpflaster gute Dienste leistet- die kleinen Stützräder heißen übrigens Lenkräder und die großen Antriebsräder 😉

  2. Pingback: Verstohlene Blicke | Besser so als anders

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