Beherztes Eingreifen

Es geht vorwärts, mit dem Rollstuhl … Saskia möchte nach wie vor gern hinein, und greift auch immer öfter mal selber zu den Ringen (oder wie immer diese Dinger eigentlich heißen).

Gut, auf Grund ihrer binären Motorik („volle Kraft“ oder „keine Kraft“ – dazwischen gibt es nichts) hapert es ganz gewaltig mit dem Geradeaus-Fahren, das hat halt nichts mit kontrollierter Bewegung zu tun (wie so häufig bei ihr), insofern ist es eher Glückssache, wenn die linke und die recht Hand mal beide gleich weit schieben. Sei es für den Augenblick, sie hat Spaß dabei.

Ich weiß allerdings noch gar nicht, wie man ihr das beibringen soll, wie es richtig funktionieren würde: Erklären bringt ja mal gar nichts – selbst wenn sie es verstünde, wäre immer noch fraglich, ob sie die Motorik so weit in den Griff bekäme. Bleibt noch, mit ihr gemeinsam zu üben: Von hinten ihre Hände greifen, und zeigen, wie man mit unterschiedlichen Bewegungen unterschiedliche Dinge erreicht – rückwärts fahren, lenken, … Ob das irgendwann hilft? Klar, prinzipiell lernen insbesondere Kinder natürlich auf diese Weise – mir ist schon klar, dass Nachahmung eine ganz wesentliche Lernmethode ist …

Leider fehlt bei ihr, wenn sie mal wieder in eine Hecke gefahren ist, der Wille, dort wieder heraus zu kommen: Beim Hineinfahren hatte sie Spaß, jetzt kann sie die Blätter abreißen – hey, prima, win-win! Rückwärts fahren, aus der Hecke ‚raus? Wozu das denn, Papa?

Nicht immer übrigens ist es auch für uns hinter dem Rollstuhl spaßig, wenn Saskia beherzt in die Räder greift. Vom ersten „Autsch!“-Gedanken abgesehen (bisher ging es allerdings immer gut): Manchmal will man ja auch irgendwo ankommen, und wenn sie dann hartnäckig immer wieder selber ran möchte, und wie üblich auf keinerlei Erklärungen, warum das jetzt keine gute Idee ist, reagiert … dann möchte man ihre Arme manchmal schon irgendwo festbinden 🙂

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8 Antworten zu Beherztes Eingreifen

  1. Tanja schreibt:

    ui, das kenn ich 🙂
    und unser Schurke findet es noch unglaublich lustig, wenn wir besondes rasch wo hinfahren, dass er dann ganz spontan die Bremse zieht….
    die Technik hatte er nämlich sofort heraußen.
    Wir machens aber auch so: mit Handführung ein bisserl vorzeigen (wobei das geht mächtig ins Kreuz, wenn man hinterm Rolli steht). learning by doing – ich glaub anders bleibts nicht hängen….

    schönen Tag noch, euch Drein´n
    Tanja

  2. Graugrüngelb schreibt:

    Du bist zu pessimistisch, mein Schatz. Immerhin hat Saskia das Vorwärtsfahren doch recht schnell gelernt. Irgendwann klappt es auch mit dem Geradeausfahren – auch wenn sich bis dahin vielleicht noch die eine oder andere Hecke in den Weg werfen wird.

    Und dass sie selber fahren will, ist doch verständlich: Endlich kann sie bestimmen, wo es lang geht.

  3. Elisabeth schreibt:

    Das ist dann so wie bei den Kleinen, die endlich laufen können und erstmal nur weglaufen, oder?
    Ich kann mir schon vorstellen, dass es nicht einfach ist. Und doch ist es ein Schritt weiter zum Selbstständig-werden für Saskia.
    Viel Geduld und viiiiel Zeit wünsch ich Euch (und dass sie sich nicht weh tut)
    liebe Grüsse
    Elisabeth

    • Ja, es ist für sie ein tolles neues Spielzeug, denke ich. Wobei sie ja nicht ernsthaft vorwärts kommt, insofern weiß ich nicht, ob Dein Vergleich passt.

      Dankenswerterweise hat sie alle ihre Hilfsmittel immer problemlos akzeptiert, und manche, wie der Rolli, machen ihr eben auch richtig Spaß – und das ist ja die Hauptsache.

      Liebe Grüße
      ‚Locke‘

  4. Hesting schreibt:

    Ich würde noch ein paar Wochen abwarten und dann – wenn es nicht besser wird – mit der Ergotherapeutin sprechen. Ist die nicht genau für solche Alltagsdinge da?

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