Lautes Rumpeln

„Weh … tan“ klingt es durchs Babyphon. Durchaus unernst genug, dass keine Eile geboten scheint. Im Schlafzimmer finde ich dann eine Saskia, die direkt hinter der Tür auf dem Fußboden kniet, aber keinerlei Symptome eines „Wehgetan“ zeigt. Sämtliche Kissen und Decken der drei Betten sowie alle Kuscheltiere liegen auf einem Haufen neben dem Bett.

Ich beziehe sämtliches Bettzeug neu (nicht wegen des schmutzigen Fußbodens, sondern … weil Saskias Magen auch Party gefeiert hat), dann versuchen wir die nächste Runde. Wie in der ersten ist Saskia viel zu hippelig und unruhig, als dass ich ernsthaft ein Schlaflied singen könnte, also verlasse ich nach dem üblichen „Gute Nacht, schlaft gut, ich hab‘ Dich lieb“ den Raum – bei diesem Spielchen muss ich nicht dabei sein.

Nach ein paar weiteren Runden – inzwischen sind sämtliche Decken und Kissen aus dem Zimmer geschafft worden, genau wie (aus Sicherheitsgründen) die Nachttischlampen – hat Saskia immer noch Hummeln im Hintern, ich aber weiterhin keine Ambitionen, den Abend mit ihr im Schlafzimmer zu verbringen. Der nächste Besuch erfolgt dann auf Grund eines lauten Rumpelns mit anschließendem Weinen: Saskia kniet neben dem Bett und heult Rotz und Wasser. Da keine äußerlichen … Schäden festzustellen sind, kann ich mir, nachdem ich sie halbwegs getröstet habe, nicht verkneifen, auf den Zusammenhang zwischen ihrer … Unbotmäßigkeit und ihrem Weinen hinzuweisen, auch wenn die beste aller Ehefrauen mich tadelnd anschaut an diese Stelle. Aber heute ist mein Ins-Bett-Bring‘-Abend, also darf ich das auch auf meine Art machen. Und einem gesunden Kind würde ich diesen Zusammenhang auch beizubringen versuchen, und zwar durchaus auch sehr unmittelbar.

Jetzt ist halbwegs Ruhe da drüben. Für den Augenblick jedenfalls.

To be continued …

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9 Antworten zu Lautes Rumpeln

  1. Elisabeth schreibt:

    Das sind so die Abende wo ich dem Kind ein abschliessbares Bett androhe. Nun gibt er ja schon freche Antworten: „Das darf man nicht mit Menschen, eigentlich sogar mit Affen nicht!“
    „Menschenkinder dürfen auch nicht 15 Mal aufstehen und auf Mamas Nerven rumtanzen!“
    Kind: „Tanzen Affenkinder auch auf Nerven rum?“
    (Ich weiss nicht wieso er den Vergleich mit den Affen brachte, ich hab’s nicht verglichen)
    Viel Geduld, wer ist heute dran? Wechselt Ihr Euch da täglich ab?
    ganz viele Grüsse
    Elisabeth

    • Früher hatten wir mal über ein Pflegebett nachgedacht – so ein Hochbett, rundherum mit Glas (bzw. transparentem Plastik) … Ich wollte das nicht, ich wollte mein Kind nicht hinter irgendwelchen Glasscheiben wegschließen … Gestern abend entwickelte dieser Gedanke zum ersten Mal einen gewissen Charme 😕

      Heute ist die beste aller Ehefrauen dran – ja, wir wechseln uns unter normalen Umständen täglich ab.

      Liebe Grüße
      ‚Locke‘

  2. Elisabeth schreibt:

    Das kann ich gut verstehen, ich mag diese Betten auch nicht. Robert wurde beim letzten Krankenhausaufenthalt vor einem Jahr auch nachts „eingesperrt“, das ist bis heute negativ in ihm. Es ist schwer zu sagen „jetzt ist der Punkt da wo so ein Bett her muss!“, Robert schläft am schnellsten ein wenn ich bei ihm bleibe und ihn so richtig festhalte. Das mag ich aber nicht täglich tun, das Ergebnis: Er steht immerwieder auf. Bei Susanne schläft er ein wenn sie vorliest. Bei Michael geht da gar nichts, da bleibt er erst liegen wenn der Papa wirklich ganz streng ist. Das ist auch nicht schön.
    In der Kurzzeitpflege haben sie zwei Kinder ( 6 und 12 Jahre), die beiden werden auch eingeschlossen. Der Ältere liegt in dem Bett und schläft sofort. Wenn er diese Grenze nicht hat wandert er stundenlang. Die Kleine fällt oft aus dem Bett, es ist für ihre Sicherheit. Sie protestiert aber jeden Tag aufs Neue gegen das Einsperren.
    Ach Locke, ich denk mal dass jede Lösung sehr viel Nerven kostet. Und … es muss wohl immerwieder neu durchdacht werden.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  3. Muschelsucher schreibt:

    @ Elisabeth, ich nenne diese Pflegebetten übrigens immer Affenstall – wahrscheinlich weiß Robert das 😉

    Wir haben zwar ein Pflegebett, aber keines zum Einsperren. Man kan zwar Gitter an der Seite hochziehen, aber da kann jedes Kind ohne Probleme rüber. Aber eben nicht mit der Fuß- Becken – Bein Schiene rausfallen.

    Seitdem haben wir das Bett – aber seitdem er nur noch US Orthesen hat, besteht die Gefahr nicht mehr, daß er rausfällt. Das war bei der riesigen Schiene, in der er sich kaum bewegen konnte anders, wenn er da mal Übergewicht bekommen hätte, hätte das Gewicht ihn rausgezogen.

    In dem Alter haben wir uns mit unserem Sohn darauf geeignigt, daß wir ihm was vorlesen, gute Nacht sagen, dann das Zimmer verlassen und er dann noch spielen darf aber nur im Zimmer und ins Bett geht, wann er will.
    Bedingung: wir wollen ihn weder hören noch sehen danach.
    Das klappt bis heute ganz gut. Seitdem schläft er sehr viel früher und wir haben weniger Stress.

    Liebe Grüße

    • Muschelsucher schreibt:

      …also ich meine in dem Alter von Saskia, nicht dem Alter, in dem er in den riesigen Schienen eingesperrt war. Da kam er ja nicht alleine raus oder rein.
      Mit den US Nachtschienen schon 😉

      Liebe Grüße

    • Graugrüngelb schreibt:

      Damit könnten wir auch gut leben, aber mit Saskia kann man derzeit nicht verhandeln – man kommt einfach nicht zu ihr durch.

      • Muschelsucher schreibt:

        War jetzt auch nicht als Ratschlag gemeint, nur als tröstender Hinweis, es geht Euch nicht alleine so. Zumal Saskia sich unbeaufsichtigt eben auch Schmerzen zufügen kann, wenn sie weniger stabile Tage hat, ist die Situation eine ganz andere.

        Ich hoffe, Ihr findet eine genauso entspannende wie einfache Lösung für Euch.

        Denn bevor wir uns darauf geeinigt hatten, hat es unglaublich viele Nerven gekostet, wenn das Kind bis Mitternacht immer wieder auf der Matte steht. Und man wirklich von Käfigen und Magnetverschlüssen träumt.

        Liebe Grüße

    • Ja, das mit dem Verhandeln versuche ich auch immer wieder, aber wie die beste aller Ehefrauen schon schrieb, ist das mit Saskia nicht erfolgversprechend. Was mich nicht daran hindert, es trotzdem zu sagen und auch zu tun: Wenn Saskia noch Party macht, während sie schlafen soll, dann gehe ich ‚raus, denn dazu braucht sie nicht. Sie darf gern weitermachen (im Rahmen), aber eben ohne mich. Manchmal reicht es, zur Tür zu gehen, damit sie mich wieder zu sich bittet, meistens bin ich dann eben draußen, und irgendwann ruft sie mich letztendlich wieder herein … Meistens 🙂

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

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