Wiederholtes Nachfragen

Heute habe ich Saskia von der Schule abgeholt, statt des eigentlich dafür vorgesehenen Fahrdienstes. Hintergrund ist, dass Saskia donnerstags Ergotherapie hat, und es organisatorisch leichter ist, wenn ich einfach mit dem Auto statt dem ÖPNV auf Arbeit fahre (was dem Ökoferkel in mir entgegenkommt), am Nachmittag Saskia von der Schule abhole (die ist ca. 15 Minuten entfernt von meinem Büro, gemessen in Autofahrminuten), und dann direkt, mit zwischenzeitlichem Einladen der besten aller Ehefrauen, zur Ergo fahre.

Die Erzieherin aus Saskias Klasse erzählte mir dann irgend etwas von Anfällen, die Saskia gehabt hätte. Hmm, na gut, ich hatte durchaus den Eindruck, dass sie mit dem Thema Epilepsie nicht so vertraut sei (was ja okay ist), als wir ihr zum Beispiel erklärten, dass all diese kleinen Zuckungen, technisch gesehen, auch Anfälle sind, und sie daraufhin nachfragte, was man da machen müsse. (Die Antwort: Nichts. Man kann ja nicht den ganzen Tag was machen … und das ist ja auch immer „nur“ kurz …) Ich hab‘ also nachgefragt, ob sie von solchen Zuckungen redet. Nein, „richtige“. Hmm? So richtig mit Steif-Werden? Ja. Während sie wach war? Ja.

Ich musste mehrmals nachfragen, weil ich irgendwie immer hoffte, wir redeten nur aneinander vorbei. Auch mit dem einen Erzieher im Kindergarten hatten wir bis zum Schluss eigentlich nie eine gemeinsame Definition verschiedener Anfallsarten gefunden, vielleicht war das ja hier genauso …?

Nein, scheint nicht so. Saskia hatte also tonische Wachanfälle. Diese Dinger, die wir vor Monaten das letzte Mal hatten, und die eigentlich – im Wesentlichen – seit zwei Jahren abgeschrieben sind. Solche. Keiner hat sie vermisst. Was soll das jetzt also?

Ob diese doch recht massive Veränderung des In-die-Schule-Kommens (wo man jetzt im Gegensatz zum Kindergarten nicht nur den ganzen Tag „alleine“ ist, sondern auch nicht mal mehr von Mama und Papa gebracht und geholt wird, und wo vielleicht der Tag insgesamt anspruchsvoller ist) Saskia und ihr krankes Gehirn (das ist nicht so böse gemeint, wie es klingt, nur eine Bestandsaufnahme) vielleicht doch mehr beschäftigt, als man ihr von außen ansieht und -merkt?

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5 Antworten zu Wiederholtes Nachfragen

  1. Hesting schreibt:

    Wenn ich das richtig im Kopf habe, haben doch die Anfälle bei Robert erst in der Schule angefangen. Also, ja, ich denke auch, es ist die Umstellung. (Wie läuft es eigentlich sonst so in der Schule? Erzählt Saskia was? Oder die Lehrerin?)

    • Saskia hat einen Wortschatz, der sehr deutlich nicht zum Erzählen ausreicht. Mit dem Klassenteam (Lehrerin/Erzieherin) gibt es einen Austausch per Benachrichtigungsheftchen, mal sehen, wie das auf Dauer funktioniert.

      • Hesting schreibt:

        Meinst Du jetzt den Wortschatz, der ihr als Sprecherin zur Verfügung steht, oder den, der ihr als Hörerin zur Verfügung steht? 😉
        Das mit dem einseitgen Anfall klingt drastisch, aber ich finde, es klingt auch besser als ein beidseitiger Anfall. 😉 Zumindest wäre das dann wieder was, woran man „drehen“ könnte. 😉

        • Ihren aktiven Wortschatz, also die Menge der Wörter, die sie selber benutzt. Ihr passiver – also die Menge der Wörter, die sie versteht – ist deutlich größer, aber der nützt per definitionem eben nicht zum Erzählen 🙂

          Was den einseitigen Anfall angeht: Nein, eigentlich wäre mir ein zweiseitiger lieber, denn da weiß man, was man hat. Wenn jetzt plötzlich neue Anfallsarten dazukommen, dann würde ich das eher für nicht gut halten.

  2. Pingback: Manche Dinge braucht echt kein Mensch! | Graugrüngelb

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