Einseitige Anfälle

Nach einer schlechten Nacht (zu den zur Zeit üblichen ca. 4 starken Anfällen mit nachfolgendem Jammern kam ja gestern die allgemeine Unruhe) haben wir Saskia heute Morgen trotzdem zur Schule gebracht – außer der „normalen“ Matschigkeit hatte sie keine Probleme, auch eine sicherheitshalber durchgeführte Temperaturmessung ergab nichts.

Gegen halb zwei dann rief mich die beste aller Ehefrauen an, die Schule hätte sie angerufen, Saskia hätte einen Anfall nach dem anderen … Eine Stunde später dann die Bitte, Saskia abzuholen – sie schliefe jetzt zwar, aber die vielen Anfälle … Bloß gut, dass auf den P+R-Parkplätzen heute früh alles voll war, und es das Ökoferkel in mir besonders einfach hatte, mich zu überreden, mit dem Auto bis zur Arbeit zu fahren – auf diese Weise war ich dann nur eine Viertelstunde entfernt.

Als ich kam, schlief Saskia, und ich bekam Geschichten über hässliche Anfälle zu hören. Im Prinzip nichts wirklich Dramatisches – tonische bzw. tonisch-klonische Wachanfälle halt. Aber zu einem sind die zur Zeit sind die ja doch unüblich, zum anderen hatte ich wieder den Eindruck, dass die Lehrerin und Erzieherin eher wenig eigene Erfahrung mit dieser Art Krankheit haben – insbesondere Letztere machte einen recht mitgenommenen Eindruck.

Zwei wirklich spannende Aussagen allerdings gab es. Zum einen ging es Saskia nach der Buccolam-Gabe (dem hatte die beste aller Ehefrauen nach dem ersten Anruf der Schule zugestimmt) schlechter: Das Medikament hatte sie bekommen, um die vielen Myoklonien und Absencen zu beenden, danach kamen dann aber plötzlich die tonisch-klonischen Anfälle. Autsch! Nun ist nicht gesagt, dass es da einen Zusammenhang gibt, aber in Anbetracht dessen, dass wir sowieso nicht so sicher sind, wie bzw. wie gut das Buccolam tatsächlich wirkt, ist das auf jeden Fall einer strengeren Beobachtung wert …

Die zweite spannende Aussage war, dass zwei der Anfälle einseitig waren: Saskia streckte nur ein Bein und einen Arm, statt dass wie sonst der ganze Körper steif wird. Das wiederum wäre eine komplett neue Art Anfall. Und dabei ist man nach 5 Jahren Epilepsie doch immer wieder versucht zu denken, man hätte nun alles gesehen … Nun habe ich zwar immer noch das Gefühl, dass wir – die Lehrerin/Erzieherin und ich – bei der Beschreibung der Anfallsarten nicht unbedingt eine gemeinsame Sprache sprechen – aber dieses Detail zumindest schien recht eindeutig.

Müßig zu erwähnen, dass das alles großer Mist ist …

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3 Antworten zu Einseitige Anfälle

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