Unterschiedliche Wahrnehmung

Jede Blume auf dem Weg hätten sie wieder begrüßt, erzählte die beste aller Ehefrauen, als wir uns zu einem nachmittäglichen Termin trafen (ich von der Arbeit kommend, sie mit Saskia von zu Hause). „Ich finde ja, dem Kind geht’s gut. Die Schule ist irgendwie anderer Meinung.“ sagte sie dann noch.

Hmm. In der Tat stand im Büchlein was von „sehr apathisch beim …“, was ich mir gar nicht erklären kann – ich habe Saskia in den 4 Stunden auch sehr lebendig erlebt. Fast schon wieder zu lebendig und hippelig … (leider trotzdem nicht frei von Absencen und Myoklonien).

Und auf der Suche nach einer möglichen Erklärung für diese unterschiedliche Wahrnehmung kam ich unter anderem an dem Gedanken vorbei, dass es vielleicht ein Unterschied ist, ob Saskia den ganzen Tag in der Schule im Rollstuhl sitzt, und nur „eine von vielen“ ist, oder praktisch in Eins-zu-Eins- (oder gar Zwei-zu-Eins-) Betreuung mit Mama und/oder Papa irgendwo unterwegs ist, oder eben außerhalb des Rollstuhls spielen darf.

Ich denk‘ ja manchmal, dass das stundenlange Sitzen im Rollstuhl in der Schule nicht wirklich Saskias Ding ist. Insbesondere lassen mich die Kommentare der Art „Das mit dem Gurten im Rollstuhl ist noch nicht so toll, die schnüren Saskia manchmal eher ab.“ denken, dass man in der Schule vielleicht zu schnell ist mit dem Anschnallen. Und wenn Saskia, die zum Aufdrehen eigentlich Bewegung braucht, dann diese Bewegung nicht hat … dann schaltet sie vielleicht einfach ab, obwohl sie eigentlich fit ist.

Hmm. Vielleicht war es aber auch nur die wie üblich am Abend nach oben zeigende Formkurve, wegen der die beste aller Ehefrauen und ich eine lebendige Saskia erlebten.

Das mit dem Anschnallen werd‘ ich trotzdem morgen mal ansprechen in dem Heftchen …

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6 Antworten zu Unterschiedliche Wahrnehmung

  1. Muschelsucher schreibt:

    Letztendlich wird nur helfen zu hospitieren, denn daß sie zu viel fixiert ist, werden sie nie zugeben und was zu viel ist, ist eben auch Interpretationsfrage.

    Liebe Grüße

    • Graugrüngelb schreibt:

      Bei der Hospitation ist es aber wie bei Schrödingers Katze – ich fürchte, in dem Moment, wo wir (oder einer von uns) anwesend wäre(n), sähe die Situation anders aus als sonst.

  2. vielesommersprossen schreibt:

    Hattet Ihr in der Richtung nicht schon mal ein Gespräch, wegen dem lange im Rollstuhl sitzen?

    • Wir hatten bei dem Elternabend das mal angesprochen, und erwähnt, dass Saskia gern auch viel Zeit außerhalb des Rollstuhls verbringen darf – was durchaus auch auf offene Ohren gestoßen ist.
      Ich weiß auch nicht, wieviel Zeit Saskia wirklich sitzt, es gibt ja durchaus auch den Snoozle-Raum, Sport, Schwimmen (theoretisch :-?), im Klassenraum selber ein Bällebad, große Matten – wir wissen durchaus, das Saskia das alles auch nutzt. Insofern will ich da gar nix unterstellen in der Richtung „sie lassen sie den ganzen Tag im Rollstuhl sitzen“.
      Allerdings ist mir auch durchaus klar, dass es immer noch eine Schule ist, und kein Kindergarten mehr – und bei dem vorhandenen Anspruch, den Kindern – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – etwas beizubringen, das mit ganztägigen Spielen eben nicht mehr so unbedingt … (ohne damit jetzt dem Erziehungs- und Lehranspruch von Kindergärten im Allgemeinen, und von Saskias Kindergarten im Besonderen, zu nahe treten zu wollen …)

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