Unbeantwortete Fragen

Wenn Saskia nach einem – in diesem Fall eher leichten – Anfall im Bett liegt, die Augen offen, immer noch halb verdreht nach oben – oder einfach nur nach oben schauend, wer weiß das schon? – was mag da wohl in ihr vorgehen? Wie nimmt sie so einen Anfall wahr? In welcher Phase des Ganzen ist sie sich dessen, was mit ihr und um sie herum geschieht, bewusst? Schon während des Anfalls? Oder ist das Bewusstsein da weg, und kommt danach erst langsam wieder? Merkt sie es, wenn ich mich neben sie lege – vielleicht schauten die Augen ja bewusst in meine Richtung? – und ihre Hand halte?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Saskia veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Unbeantwortete Fragen

  1. Ilana schreibt:

    Ich kann es dir nicht sagen, aber wenn ich einen Anfall hatte, merkte ich nichts während des Anfalls, aber irgendwie war ich „ruhiger“ danach – innerlich – wenn jemand da war (auch wenn das sicher nicht so direkt vergleichbar ist)

    In der Klinik habe ich das öfter erlebt, dass ich auch sah, wie dann eine Schwester oder ein Arzt da blieben, die Hand nahmen (wenn möglich) und beruhigend einsprachen. Das war damals auf der Neuro-Station – und zwar bei jedem.

    Vielleicht ist es kein „bewusstes“ Wahrnehmen, aber irgendwas ist da und ja – ich mir sicher, sie nimmt das wahr.

    Ob das nun beim Anfall ist oder für die Angst/Verwirrung danach hilfreich (also wenn man so langsam wieder ankommt) – weiß ich nicht – ist glaub ich auch egal. Aber ich bin mir da ganz sicher – ohne es begründen zu können (und das hat nichts mit Glauben zu tun oder so) – sie nimmt es wahr.

  2. Elisabeth schreibt:

    Doch sie nimmt es wahr. Robert kann das ja erzählen, und nun haben wir ein 16jähriges Mädchen mit Epilepsie kennengelernt, auch sie schildert es wie Ilana.
    Das Mädchen schläft auch in einem Pflegebett, es ist breiter und sie selber fühlt sich sicherer mit dem Profi-Rausfallschutz. Schaut sie Euch an diese Betten, Saskia wird noch grösser werden, die Stürze werden dann heftiger. Bei Robert liegt ja immer eine Matraze vor dem Bett, aber da ist auch Platz genug. Er nimmt sie oft selber weg zum kuscheln sonstwo in der Wohnung. Doch am Abend legt er sie sich wieder vor das Bett. „Damit ich mir nicht weh tu wenn ich einen Anfall haben!“ Es gibt ihm Sicherheit, denn er ist erst einmal während eines Anfalls aus dem Bett gefallen, und das ist fast zwei Jahre her. Die Sicherheit ist ihm wichtig, und auch die ständig wiederkehrende Frage: „Wenn ich einen Anfall hab, dann kommt Ihr aber schnell, oder?“ Schon tausende Male haben wir ihm diese Frage beantworten müssen.
    Diese Sicherheit spürt Saskia auch. Sie weiss es, dass sie nicht allein ist. Ob bewusst oder unterbewusst ist egal.
    liebe Grüsse
    Elisabeth

Gib Deinen Senf dazu (nich' kleckern, hier is' wisch gefrischt!):

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s