Kleiner Kampf

Jetzt hat sie doch was gefunden. Knapp 15 Minuten lag sie da unten auf dem Fußboden und schmollte …

Angefangen hat es damit, dass ich ihr erklärt habe, dass ich jetzt keine Lust mehr habe, mit ihr zu spielen. Und zwar einfach deshalb, weil ich es blöd finde, wenn sie trotz -zigmaliger gegenteiliger Aufforderung trotzdem immer wieder versucht, ihr … ach, lassen wir das, keine unappetitlichen Details. Belassen wir es bei: Sie tat wiederholt etwas, das nicht zu tun wir sie mehrfach baten, und es half irgendwie nichts.

Weil Schreien und Schlagen nichts nützt (ich habe nur eins der beiden ausprobiert), fiel mir als Sanktion eben nur ein, nicht mehr mit ihr zu spielen, sondern mir irgend etwas anderes zu suchen. Ist ja nicht so, dass ich sonst nix habe, womit ich mich beschäftigen könnte, statt den ganzen Tag um Saskia herum zu wuseln. Zugegeben, ich bin mir nicht wirklich sicher, inwiefern sie den Zusammenhang zwischen ihrer Aktion und der Sanktion begreift, aber das werden wir vielleicht einfach mal herausbekommen müssen …
Und dann lag sie da auf dem Fußboden, und schmollte. Und ich musste mich sehr zusammenreißen: Zu groß ist die mich permanent begleitende Angst, dass irgendwann die Zeit kommen wird, in der Saskia nur noch irgendwo in der Ecke sitzt und gar nichts mehr tut oder tun kann (weil sie vielleicht geistig und körperlich noch mehr abgebaut haben wird, und weil ihr Körper ihrem Geist immer mehr entwachsen wird, so dass irgendwann all die Spiele, die sie gern spielt, gar nicht mehr funktionieren – und sei es nur, weil sie mit „Auf dem Fußboden Krabbeln“ oder ähnlichen irgendwann unmöglichen Dingen zu tun haben).

Nun ja, ich habe es geschafft, nicht einzugreifen, und dann hörte sie auch irgendwann auf zu schmollen. Nachdem sie sich kurz, als weitere Stufe unseres kleinen Kampfes, daran erinnert hatte, dass ihre Eltern es auch doof finden, wenn sie bewusst auf den Fußboden spuckt – und das es also jetzt die richtige Zeit wäre, das zu tun -, nimmt sie jetzt gerade die unteren Schubladen der Küche auseinander.

Ich muss dann doch mal nach ihr schauen gehen 😉

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7 Antworten zu Kleiner Kampf

  1. Sommersprosse schreibt:

    🙂 🙂 🙂

  2. Hesting schreibt:

    Klingt aber schon nach einer subjektiven Verbesserung. 🙂

  3. Lars schreibt:

    Immer wieder mal, lese ich diesen Blog und suche nach der letzten Stelle, an der ich das letzte mal aufgehört habe zu lesen. Und jedes mal bekomme ich feuchte Augen.
    Ich und mein Frauchen machen uns Gedanken, warum unsere Kinder nicht so wollen wie sie sollen und bummeln, wenn wir es eilig haben, warum die Kinder so dickköpfig sind und immer mit uns streiten müssen und nicht tun was wir sagen, immer Widerworte geben und, und und. Und wenn ich dann mal wieder diesen Blog öffne und lese, was ihr so durchmachen müsst, da kommen mir unsere Probleme luxuriös und lachhaft vor. Die Kraft die ihr habt, darum beneide ich euch und dann auch noch viele Sachen so zu schreiben, dass man immer schwankt zwischen Schmunzeln und feuchten Augen, einfach klasse!…
    Ich werde in Zunkunft leider nicht mehr so oft hier lesen, da ich jedesmal den Rest des Tages völlig down bin und mir zuviele Gedanken mache, obwohl es mich nicht direkt betrifft. Es macht mich einfach ganz schön fertig. Der positive Effekt ist allerdings, wenn ich mal wieder was gelesen habe, dass ich meine Kinder mit ganz anderen Augen sehe und vieles nicht zu eng. Die Kinder scheinen dies zu merken und der Umgang ist gerade bei der abendlichen „Ins-Bett-bring-Routine“ wesentlich angenehmer.

    Viele Grüße

    • Hmm, wenn es nur um den Rest des Tages geht: können wir uns nicht darauf einigen, dass Du einfach ganz spät am Abend liest? Dann ist der Rest des Tages nicht mehr so lang … Außerdem: Wenn es Dir hilft, Deinen Kindern gegenüber toleranter zu sein, hat das doch auch was Gutes, gelle? 🙂

      Ich verlier‘ einfach so ungern Leser 🙂

      Genieße Deine Kinder (ich erinnerte mich nur, Deine Tochter kennengelernt zu haben, aber die beste aller Ehefrauen zeigte mir gerade Fotos von Euch allen vieren) – sie sind Dir von Herzen gegönnt -, und erinnere Dich einfach in den blöden Phasen daran, wie wunderbar sie eigentlich sind …

      Und lies‘ weiter hier mit! 😛

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

  4. Elisabeth schreibt:

    Lächelnd geh ich wieder….
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

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