Unbestreitbare Vorteile

Nachdem die beste aller Ehefrauen Anfang dieser Woche mit Saskia bei der Logopädie war – mit neuer Logopädin, nachdem wir vor fast einem Jahr die außerschulische (bzw. damals noch außer-kindergärtnerische) Logopädie aus verschiedenen Gründen erst mal beendet hatten -, erzählte sie, dass Saskia dort an einen sehr hohen Tisch gesetzt worden war – weil die dadurch gezwungen ist, sich und insbesondere ihren Kopf sehr aufrecht zu halten, was für ernsthafte Logopädie unerläßlich sei. Mit auf der Brust hängendem Kopf ist sinnvolles Schlucken eben nicht möglich.

Nun hat Saskia ja hier zu Hause ihren Madita-Stuhl, der einen eigenen Tisch hat. Damit sitzt sie zwar absolut gesehen sehr hoch, ihr Tisch jedoch ist „weit“ unter ihr – was dann eben an schlechten Tagen zu einem hängenden Kopf führen kann.

Okay, das mit dem hohen Tisch probieren wir auch mal, dachten wir uns: Wir haben den Tisch vom Madita abgezogen, Saskia weit nach unten gefahren, und zu uns an den allgemeinen Eßtisch gesetzt.

Und das Ergebnis? Tjaaaaa ….

Ich sach‘ mal so: Ein um Saskia herum und überall bis direkt an sie heran reichender Tisch hat den unbestreitbaren Vorteil, dass man die Essensreste wirklich nur von eben diesem Tisch aufsammeln muss, und nicht vom Fußboden.

Außerdem kann es mit dem „alten“ Aufbau nicht (oder zumindest seltener) passieren, dass Saskia sich ihren Medizin-Löffel schnappt, sowie die auf dem Tisch stehende Frischkäsedose, und voller Hingabe ersteren mit letzterer1 benutzt.

Überhaupt ist ihre Reichweite normalerweise beschränkter – die Mitte des Tisches war bisher eigentlich vor ihr sicher.

Lauter unbestreitbare Vorteile.

Trotzdem, genauso unbestreitbar, schon irgendwie schön, sie „richtig“ bei und mit uns am Tisch sitzen zu haben …


1 LucasArts Games, anybody?

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7 Antworten zu Unbestreitbare Vorteile

  1. Muschelsucher schreibt:

    So kenn ich das auch aus der Petö Therapie. Ggf bekommen die Kinder Ringe in Sprossentische gesteckt oder Saugnupsies zum Festhalten, zum aufrecht Sitzen. Es wird hier immer sehr kritisiert, weil dann der Rücken nicht so unterstützt wird. Ich meine, beides ist notwendig, einfach auch, um die Muskeln und die Haltung zu trainieren, aber auch zur Unterstützung, wenn es nicht anders geht, weil schlechter Tag.

    Reichweite ist halt eine Sache 😉 Aus den Niederlanden haben wir mal ein Wachstuch geschenkt bekommen, das wird den Kindern dort unter die Hochstühle gelegt. Das ist immer mit uns in den Urlaub in Fewos gefahren, um fremde Fußböden/Teppiche zu schonen. Tolle Idee. Einfach einsammeln, abwischen oder in die Waschmaschine. Ist hier gar nicht verbreitet. Man kann ja eigentlich jeden geeigneten Stoff zurechtschneiden. Dann ist das Problem mit dem Boden auch begrenzter.

    Liebe Grüße

  2. Hesting schreibt:

    Ja, doch, „Monkey Island“ war eine nette Spielserie. Ich hätte das Zitat aber nicht mehr erkannt.
    Spielst Du diese Spiele noch? Ich hab schon seit langem keinen Emulator mehr dafür installiert.

    • Das mit dem Nicht-Erkennen ist okay – das ist nicht die alleroffensichtlichste Verbindung :).

      Nein, spiele so etwas schon lange nicht mehr. Ich war nie der große Adventure-Fan (da bin ich zu blöd für – ich krieg nur die ganz simplen Rätsel ‚raus – und dann bin ich schnell frustriert), aber auch andere Spiele aus der Zeit gibbets hier nicht mehr. Nur bei wenigen bedauere ich das manchmal – was sich aber vermutlich gäbe, wenn man sie denn wirklich mal installierte, und die verklärte Erinnerung mit der Realität vergliche 🙂

  3. Elisabeth schreibt:

    Irgendwie ist das ja völlig normal….
    Ich hab mir grad durch den Kopf gehen lassen was Robert so alles anstellt … weil er eben überall hinkommt! Und das Allermeiste gar nicht kapiert, was er da angestellt hat!
    Am Tisch sind das dann die Kaffeebecher in denen Butter schwimmt … „ich wollte doch bloss wissen ob Du das trinken magst….!“
    bis zur Mülltonne in der aufeinmal Sand bis fast obenhin zu finden ist. „Ich wollte den Sandkasten nicht mehr und hab halt alles weggeschmissen!“
    oder erst gestern im Auto: Ich räum hinten die eingekauften Sachen in den Kofferraum, aufeinmal springt das Auto an … macht einen Satz … geht wieder aus. Schock … Robert: „Ich hab es nur so gemacht wie der Papa!“
    Nix passiert, stand auf weiter Flur allein auf dem Parkplatz …. noch nie hat er sowas gemacht, angedroht hat er es schon öfter. Alle passen auf den Schlüssel auf. Meinen hatte ich in der Jackentasche … aber das Auto war in der Werkstatt, der Ersatzschlüssel lag vorne auf der Ablage …
    Weisst Du was Locke? Ich wünschte Ihr dürftet all das mit Eurer Saskia erleben. Das ist nicht ironisch gemeint, sondern von Herzen …. es wäre so schön, wenn sie all solche Kleinigkeiten machen könnte/dürfte. Ich jammere auch ganz und gar nicht über den doch anstrengenden Robert. Ich bin glücklich dass er so „frei“ sein darf. Ich bin manchmal so fassungslos was diese Krankheit mit Saskia macht … so sehr betroffen und wünsche Euch immerwieder, dass es anders werden soll!
    liebe Grüsse, ein schönes Wochenende
    Elisabeth, die es toll findet, das Saskia einen neuen Blickwinkel entdeckt hat.

  4. Lars schreibt:

    Locke ohne PC??? Hab ick was verpasst? Wie geht das? Meine Tochter hat mich übrigens die Woche nach Saskia gefragt, sie wusste zwar den Namen nicht mehr, aber ihre Erklärung hat mich drauf gebracht, wen sie meinte. Nach der langen Zeit schon eigenartig. Wir wollen nächstes Jahr zum „Hundertjährigen“ mit beiden Kindern runter fahren. Besteht die Chance, dass ihr auch da seid?

    • Graugrüngelb schreibt:

      Tja. PC blinkt zwar kurz und die Lüfter laufen an, fährt aber nicht mehr hoch – entweder Motherboard im Eimer oder CPU oder eine Spannungsleitung des Netzteils. Bisher keine Zeit und Lust zur Fehlersuche und die Feststellung: „Eigentlich geht es auch ohne“. Mein PC ist ja noch da und der berufliche Laptop auch, nur eben Lockes PC im Arbeitszimmer derzeit nicht. (Inzwischen ist aber Ersatz bestellt, aber bis alles wieder läuft wie es soll, kann schon noch etwas Zeit vergehen.)

      Wann bzw. bei wem ist denn “Hundertjähriger” nächstes Jahr? Egal wie ich rechne, das passt irgendwie nicht. Bitte klär uns mal per Mail auf. (Und schönen Gruß an deine Tochter.)

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