Unerwartete Entlassung

Die beste aller Ehefrauen schrieb ja schon davon – wir sind entlassen. Das kam dann heute vormittag doch etwas überraschend, als die Stationsärztin mir das sagte, nach Saskias gestrigen Tag hatte ich mich auf einen längeren Aufenthalt eingerichtet.

Die Ärztin fragte mich noch, wie es Saskia ginge, worauf ich erzählte, dass sie völlig bekifft sei, sowohl gestern den ganzen Tag, als auch den heutigen Morgen. Überraschend war das nicht: Vorgestern Abend, als zwei Versuche, Saskias Status mit Phenobarbital zu durchbrechen, nichts brachten, war die dritte Option Keppra, intravenös, in einer ziemlich massiven Dosis. Und Keppra verursacht nun einmal Schläfrigkeit. Am Tag danach, also gestern, hatten wir uns mit dem Neurologen dann auf weiteres Geben von Keppra geeinigt, nachdem insbesondere mir einige andere Alternativen, wie zum Beispiel die langfristige Phenobarbital-Gabe, irgendwie nicht so gefallen hatten.

Seit gestern also Keppra. Ursprünglich 2 x 1000 mg pro Tag, was verdammt viel ist. Nach den Erfahrungen des gestrigen Tages kam der Neurologe zum Glück selber auf die Idee, das zu reduzieren – wir hätten sonst sehr stark darauf gedrungen. Jetzt sind wir bei 2 x 750 mg pro Tag. Das ist immer noch viel. Wir haben vor, Saskias Zustand genau zu beobachten, und im Zweifelsfall bin ich einer … proaktiven weiteren Reduktion gegenüber sehr aufgeschlossen.

Die gute Nachricht dabei ist: Auf Vorschlag des Neurologen haben wir mit den Einführen von Keppra das Rivotril sofort auf 0 reduziert, so dass Saskia weiterhin „nur“ drei Medikamente bekommt. Das Zeug wollte wir ja schon lange loswerden, was nie geklappt hat. Jetzt ist es ganz plötzlich draußen, und bisher scheint Saskia das auch keine Probleme (zum Beispiel Entzug) zu bereiten. Das „Juhu! Kein Rivotril mehr!“-Gefühl ist ein sehr gutes …

Ansonsten wurde Saskia dann im Verlauf des Tages wieder fitter, so dass ich nicht wirklich ernsthafte Argumente für einen weiteren Verbleib im Krankenhaus gehabt hätte. Die Motorik ist deutlich schlechter als vor einer Woche – das Puzzle, das wir bis zum Umfallen gespielt haben, schafft sie noch nicht wieder selber -, aber es ist wieder deutlich mehr Leben in ihr.

Nun sind wir also wieder zu Hause. Saskia schläft, sie hat ein neues (altes) Medikament, es geht ihr besser als vor ein paar Tagen, aber schlechter als vor einer Woche. Schaun wir mal.

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Eine Antwort zu Unerwartete Entlassung

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