Sprachliche Auffälligkeiten

„Wieta seen!“ Klar, Mausekind – auf Wiedersehen! Nett, dass Du Dich verabschiedest, bevor Du 10 Sekunden später wieder zur Tür hereinkommst.

„Beide tinne aus.“ Yep, beide Becher sind ausgetrunken.

„Tür tottse an!“ Ha, das muss meine Erziehung sein! Erst anklopfen vor dem Hereinkommen, jawoll!

„Toße Eule watte!“ Bis jetzt hat die große Eule (eigentlich ein Drachen in Eulenform), die über der Kellertreppe hängt, noch jede Nacht gewartet, wenn wir nach oben ins Bad/Bett gingen. Sicher tut sie das auch diesmal.

„Da ote … Eise.bahn!“ Hey, stimmt! Da oben auf der Brücke vor uns fährt gerade eine Eisenbahn…

„Haaabanne!“ Nanu, seit wann zählen denn Wörter wie „Haarspange“ zu Deinem Wortschatz?

„Tuu fanne mit!“ Unter Protest, aber gut, fährt Deine Kuh eben mit … seufz

„Tuu einteiten.“ Ja, sie steigt natürlich auch mit ins Auto.

„Maus schaafe ein!“ Einem solchen Imperativ (oder war es nur eine Aussage?) kann die Maus sich bestimmt nicht entziehen, und schläft jetzt auf der Stelle ein …

„Maus ziehe Dette naus.“ Yep, in dem Buch haben sie die Maus mit der Decke aus dem Loch gezogen – gut aufgepasst!

„Zahntene lettä nee!“ Ehrlich, die neue Zahncreme ist nicht lecker? Wenn ich mal viel Zeit hab‘, bedauere ich Dich – und jetzt Mund auf! 🙂

„Da oten hin telle!“ Jajaja, die Tube gehört nach dem Zähneputzen da oben auf das Brett vor dem Spiegel – ‚tschuldigung, ich bin ein alter Mann: so weit war ich einfach noch nicht!

Ich weiß noch, dass uns damals, als das mit der Epilepsie losging, so ziemlich als erstes auffiel, dass Saskias Sprachentwicklung stagnierte. Nachdem es in der Zeit vor, und auch in den ersten Wochen/Monaten nach Beginn der Epilepsie in diesem Bereich recht schnell vorwärts ging – sie hatte sich bis zum gelegentlichen Gebrauch von Zweiwortsätzen vorgearbeitet -, fiel es uns besonders auf, als sich da plötzlich nichts mehr tat.

Und nun zeigt sie wieder sprachliche Auffälligkeiten – diesmal allerdings anderer Art. Der Wortschatz ist gewachsen – sie hat mich und uns in den vergangenen Wochen des öfteren mit Wörtern verblüfft, die wir vorher nicht von ihr kannten. (Auch wenn man sich nach wie vor „einhören“ muss in ihre Aussprache.) Und sie kombiniert mehr Wörter – dem aufmerksamen Leser wird aufgefallen sein, dass da oben zwei Vierwortsätze stehen…

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5 Antworten zu Sprachliche Auffälligkeiten

  1. Hesting schreibt:

    Zahnpasta ist nie lecker, ich hab bestimmt mit 12 noch mit Kinderzahnpasta geputzt.

    • Graugrüngelb schreibt:

      Es ist Kinderzahncreme, aber andere als die sonst verwendete. Pfefferminzgeschmack statt geschmacklos, die haben wir mal irgendwo geschenkt bekommen und als die andere Tube leer war, habe ich sie endlich mal angebrochen – nicht zu Saskias Begeisterung.

  2. Elisabeth schreibt:

    So viele Sätze … aber anstrengend. Was nun? Wieder ab zur Therapie oder übt Ihr selber?
    Von der Ferne hört es sich gut an, ich freu mich, weil es ja tatsächlich Aussagen mit Sinn sind, die von Saskia kommen.
    eine schöne Woche wünscht Euch
    Elisabeth

  3. Pingback: Tiefgehende Gespräche | Besser so als anders

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