Sch…öne Bürokratie

Anfang August geht das Schuljahr wieder los, und wie auch im vergangenen halben Jahr hätten wir gern wieder eine Schulbegleitung für Saskia. Nicht, dass es dringend notwendig wäre – realistisch betrachtet -, aber wir haben das Gefühl, das Klassenteam wird dadurch entlastet, Saskia tut so eine permanente Bezugsperson gut, und last but not least bekommen wir Eltern direktere Rückmeldung aus der Schule.

Genehmigt war die Begleitung vom Kreis für ein halbes Jahr (genauer gesagt für einen Monat, mit automatischer Verlängerung um einen Monat, aber eben maximal bis Ende des Schuljahres), neu beantragt haben wir sie vor ca. zwei Monaten, also ungefähr 10 Wochen vor Ablauf des Schuljahres. Das schien uns in Anbetracht dessen, dass man ja vielleicht nach aktuellem Zustand des Kindes (und nicht nur nach Aktenlage) entscheiden will, ein fairer Zeitpunkt.

Das Schuljahr geht in weniger als zwei Wochen los, die Malteser (über die die Schulbegleitung eingestellt ist) wollen langsam auch ein bisschen Planungssicherheit, und nicht zuletzt ist die Schulbegleitung selber, C., daran interessiert zu wissen, ob sie ab August noch einen Job hat.

Aber die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam.

Vor ca. zwei Wochen ergab ein Anruf bei der zuständigen Sachbearbeiterin Frau K. (der Prototyp einer gar nicht mal bösartigen, aber irgendwie nur bedingt realitätstauglichen Bürokratin, die auch schon mal eine Frühförderung ein halbes Jahr rückwirkend bewilligt, was einem exakt überhaupt rein gar nichts nützt, da in diesem halben Jahr ohne Bewilligung natürlich niemand etwas tut), mit der wir schon viel Spaß hatten, dass die Akte jetzt in der Hilfeplanung sei. Aha.

Im Augenblick ist die Frau im Urlaub – wie wir aus mehreren vergeblichen Anrufversuchen geschlossen haben. Eine eigentlich für andere Buchstaben zuständige Kollegin (Frau B.) war dann heute so freundlich, uns den Namen der Bearbeiterin in der Hilfeplanung zu nennen – das ist Frau L. Die ist aber auch im Urlaub. Aber ihre Vertretung, Frau P., die könnte man ja fragen – was wir dann auch getan haben. Die wiederum war sehr entgegenkommend, nahm mein Anliegen und meine Telefonnummer auf, und meldete sich kurze Zeit später zurück mit der Aussage, dass der Fall von ihrer Kollegin fertig bearbeitet sei. (Warum zur Hölle gibt Frau L. ihn dann nicht vor ihrem Urlaub wieder zurück an Frau K., damit er dort weiterbearbeitet werden kann?)

Die Empfehlung sei also, die Maßnahme für ein weiteres halbes Jahr zu verlängern, und üblicherweise würde diesen Empfehlungen ja gefolgt, und wir können also mit fast einhundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass das klappt. Was mir – und den Maltesern als Träger – aber auch nichts nützt.

Leider war Frau P. nach eigener Aussage nicht berechtigt, mir das irgendwie schriftlich zu geben. Aber sie konnte die Akte wieder zurück schicken, womit sie nächsten Montag hoffentlich auf dem Schreibtisch der immer noch Urlaub habenden Frau K. landet, und ich also wieder in ihrem Nachbarbüro bei Frau O. anrufen werde, um zu sehen, ob wir das irgendwie beschleunigen können. Sigh

Nun ja. Die gute Nachricht sagte mir dann noch C. – wir erinnern uns, die Schulbegleitung -, als ich sie anrief, um sie auf dem Laufenden zu halten: Die Malteser haben 80 Leute, die durch ähnliche Maßnahmen bezahlt werden – und für lediglich 10 davon gibt es zum aktuellen Zeitpunkt eine Genehmigung. Für den ganzen Rest laufen sie auch gerade allen möglichen Ämtern hinterher. Wir sind also bei weitem nicht die einzigen …

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Eine Antwort zu Sch…öne Bürokratie

  1. Hesting schreibt:

    Ich kann das – beinahe – toppen. Eine der ersten Bewerbungen am neuen Wohnort (ja, schon wieder!), alles klingt super, es ist von einem Projektstart am 8. Juli die Rede. Nun, der war zu dem Zeitpunkt nicht. Einer Vermittlerin zufolge ist noch keine Entscheidung gefallen, wer zum Vorstellungsgespräch kommen darf. Nun sieht es so aus, als würde ich mich in die Schar derjenigen einreihen, die ihre Miete nur dann gut bezahlen können, wenn sie sich einen Mitbewohner suchen. Zum Glück geben die Wohnung und der Mietvertrag das her …

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