Gesundes Neues

Vor ein paar Wochen hatte der Baumarkt hier um die Ecke eine Feuerwerksvorführung – wir waren nicht dabei, aber vom Balkon aus ist das Ganze sehr schön zu sehen, und Saskia gab damals jede Menge Ahs und Ohs von sich.

Ähnlich war es, als die Stadt auf dem Markt ein Feuerwerk veranstaltete, auch das fand Saskia toll, und zeigte uns begeistert jede in den Himmel fliegende Rakete.

Deswegen freute ich mich seit Wochen auf ein anderes Silvester: Diesmal würde ich nicht mit dem Babyfon in der Hand draußen stehen, immer lauschend, ob Saskia einen Anfall hat, oder einfach nur wegen des Kraches aufwacht, und mich nicht bis an die Straße vor trauend, weil das Babyfon nicht so weit trägt. Nein, diesmal würden wir Saskia kurz vor Mitternacht wecken, sie anziehen, und uns mit ihr das Feuerwerk draußen anschauen. Und natürlich selber ein paar Euro als bunte Funken in die Luft jagen.

So der Plan.

Das mit dem Aufwecken funktionierte besser als gedacht (normalerweise erzählen Eltern einem ja immer am nächsten Morgen, dass man gar nicht wach zu bekommen gewesen sei), es ging so schnell, dass Saskia noch eine Viertelstunde Spaß mit Luftschlangen und Tischfeuerwerk hatte. (Meine Güte, früher war in Letzterem auch irgendwas Witziges oder Spannendes oder Zu-Spielendes drin, heute nur noch Mülll. Oder?)

Anschließend zogen wir uns an, und begannen, und 80 Meter bis zur Straße vor zu tappern. Wobei Saskia immer unleidlicher wurde, etwas erzählte von „Kach … matte … nich“ („Krach machen nicht“ – es knallte und pfiff überall schon ein bisschen, war aber noch vor Mitternacht), und sich wenige Meter vorm Ziel weigerte, weiter zu laufen. „Hause … dehn“.

Okay, wir gingen wieder nach Hause. Soviel zu dem Teil, sich das Feuerwerk von der Straße aus anzusehen.

Dass Saskia dann allerdings nicht mal auf den Balkon wollte, um von dort aus zuzuschauen, ja, sich nicht mal im Wohnzimmer an die Terrassentür stellen wollte – das fand ich dann starken Tobak.

Ich gebe zu, ich war richtig sauer. Irgendwie hatte ich mich seit Wochen auf ein halbwegs „normales“ Silvester gefreut mit unserem Kind – das erste seit Jahren! -, und dieser Teil des Abends ging plötzlich und unerwartet grandios in die Hose. Klar kann ich das nicht Saskia vorwerfen, dass sie Angst vor dem Geknalle hat. Blöd fand ich’s trotzdem.

20 Minuten später haben wir es dann doch noch auf die Terrasse und den Balkon geschafft, um von dort zuzuschauen, das hat mich ein wenig versöhnt… Nun ja.

Und wo wir uns gerade hier lesen, wünsch‘ ich Euch natürlich noch ein

Gesundes Neues Jahr!

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9 Antworten zu Gesundes Neues

  1. Elisabeth schreibt:

    Es kommt so oft anders als man denkt!
    Wir sollten zusammen Silvester feiern, ich geh nämlich auch nicht raus…. immer erst wenn die Gefahr, das Laute vorbei ist. (Deshalb sind die Kinder bei mir und die lärmenden meist Männer draussen!)
    Schön ist ja, dass es nach einer Gewöhnungsphase dann doch ging auf den Balkon zu gehen. In nächsten Jahr kann das alles dann schon wirklich besser laufen.
    Auch für Euch: Ein gesundes Neues Jahr!
    liebe Grüsse
    Elisabeth

  2. Elisabeth schreibt:

    Seid Ihr auch wieder im Alltag angekommen? Ich wünsch Euch einen guten Start ins alltägliche
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

  3. Lars schreibt:

    Euch auch ein GESUNDES NEUES JAHR!
    Wenn die Vorfreude so groß ist und im wahrsten Sinne des Wortes kurz vor Zwölf der Rückzug angetreten wird, ist das wirklich tatsächlich etwas ärgerlich. Ich bin sehr stark dem „pyrotechnischem Kram“ verfallen und kann schon etwas mitfühlen.

  4. Elisabeth schreibt:

    Ich lasse Dir viele Grüsse hier.
    Elisabeth

  5. Lars schreibt:

    Wieder mal ein gesundes neues Jahr 🙂 Wie lief es diesmal mit dem Plan „normales Silvester“?

    • Vielen Dank, und dito.

      Es lief deutlich besser. Wir waren in einem kleinen, von der Welt vergessenen Nest in der alten Heimat (mit Schnee! Jaha!), da gab es kaum Rakenten und demzufolge auch kaum laute Geräusche. Damit war es dann in der Tat möglich, dass wir die vom letzten Jahr übrig gebliebenen Raketen abfeuerten, wobei Saskia lediglich vorsichtig ein paar Schritte zurück trat…

      Viele Grüße
      ‚Locke‘

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