Über …

Meine Frau hielt es nach eigener Aussage für Sarkasmus, dass meine Schwester mich immer „Locke“ nennt. Kunststück, als wir uns kennenlernten, sah es auf meinem Kopf schon ziemlich kahl aus.

Aber nein, so gemein ist meine Schwester nicht – ich hatte wirklich mal Locken. Damals™, vor … 20 Jahren? Vielleicht auch 25. Ich würde sagen, mit spätestens 18 war das vorbei.

Nun ja, ich bin mir verdammt sicher, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als die Menge und Form der Haare auf dem Kopf eines Mannes. Ich kenne Leute mit einer ähnlichen Frisur wie ich, die damit echt Probleme haben. Die Glücklichen, die …

Warum ich, wenn das doch so ein unwichtiges Thema ist, es trotzdem in der Blog-Adresse und in meinem Namen unterbringe? Keine Ahnung. Wahrscheinlich war mir das einfach nur präsent genug, ich hatte in der Woche, bevor ich dieses Blog hier anlegte, meine Haarpracht mit zwei mir wichtigen Menschen (unabhängig voneinander) thematisiert, und als ich mich dann für einen Namen und eine Adresse entscheiden musste, drängelten sich meine nicht existierenden Locken irgendwie vor.

Soviel dazu.

Worum es hier geht? Nun, im Wesentlichem um meine Tochter Saskia, denke ich. Geboren im Jahr 2005, hat sie mit eineinhalb Jahren Epilepsie bekommen – eine hässliche, schwere, bis heute allen Versuchen des In-den-Griff-Bekommens widerstehende Form.

Ursprünglich diente dieses Blog wohl dazu, mich einfach nur … auszukotzenheulen. Etwas zivilisierter formuliert: Ich kommen bis heute nicht damit klar, was die Epilepsie unserer Tochter für unsere Familie bedeutet, für den Alltag, der so ganz anders ist, als man sich einen Alltag mit geliebten Menschen vorstellt. Eine Menge der resultierenden dunklen Gedanken wurden hier in diesem Blog abgeladen – nicht alle, und nicht nur dunkle, aber ich glaube, das war ein Hauptbeweggrund für das Starten dieses Blogs.

Mittlerweile denke ich manchmal, dass ich all die Saskia-bezogenen Dinge, über die es sich heulen lässt, hier schon irgendwo thematisiert habe, und ich mich da eigentlich fast nur noch wiederholen kann. Was bedeutet, dass ich das Blog in zunehmendem Maße auch für andere Dinge aus meinem Leben benutze. Es ist also inzwischen einfach nur ein Tagebuch – bei weitem kein vollständiges, natürlich. Ich bin mir durchaus bewusst, dass das hier ein öffentlicher Raum ist, also werde ich hier auch keinen kompletten Seelen-Striptease vollziehen 🙂

4 Antworten zu Über …

  1. W. schreibt:

    Hi, habe es endlich mal wieder geschafft mich bei Euch durchzuklicken. Leider ist vor einiger Zeit unser PC abgestürzt und keiner schafft es die nicht gespeicherten Daten zurückzuholen. Fazit: Deine Email ist weg und ich kann sie nicht mehr beantworten. Schönen Gruß

  2. wochenendrebell schreibt:

    Mir gefällt das soll im Übrigen nicht bedeuten, dass mir Eure familiäre Situation gefällt.Ich freue mich aber immer wenn ich aus dem Umgang vielleicht noch das ein oder andere lernen kann. Danke für das Teilen der Erfahrungen.

  3. Pero schreibt:

    Hallo Ihr Lichter des hohen Nordens vom anderen Ende des langen Flusses,
    seit herzlich gegrüßt und lasst Euch ein gesundes und erfolgreiches Jahr wünschen! Vll sieht man sich mal wieder?
    Pero
    (ich schreib das einfach mal hier rein, weil ich aktuell keine mailige Adresse von Euch habe)

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