Gemeinsames Schlaflied

Ich musse da mit sinne. Wei Du tanne neita nich neine sinne. Desweete musse ich mit sinne.

Das übliche Schlaflied haben wir dann in der Tat von vor bis hinten zusammen gesungen…

Nicht schlecht. Daran sieht man mehrere Dinge, die mal einer Erwähnung wert sind:

  1. Saskia spricht inzwischen mehrere Sätze, zwischen denen es einen Sinnzusammenhang gibt.
  2. Eher abstrakte Wörter wie „Deswegen“ haben es in ihren Wortschatz geschafft.
  3. „Ich“ und „Du“ klappen zuverlässig (oft sogar inklusive korrekter Deklination – auch wenn man das oben gerade nicht sieht).
  4. Die Aussprache ist immer noch … nun ja, gewöhnungsbedürftig.1
  5. An der Grammatik müssen wir noch arbeiten. Für die Hauptsätze nach „weil“ wird sie sonst eines Tages enterbt!
  6. Sie singt gern, und ist bei vielen, durchaus auch langen, Liedern sehr textfest. Okay, üblicherweise ist es eine Rap-Version, mit dem Text ist sie immer entweder eine Zeile voraus oder eine zurück, das Konzept der Melodie hat sie auch noch nicht verinnerlicht, aber … es ist toll! Ehrlich!

1 Die Logopädin sagte mal, bei unserer Tochter gäbe es ganz viele sehr seltene sprachliche Auffälligkeiten. „Toll, wenn man in seinem Job eine Herausforderung hat, oder?“ antwortete ich.

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Gute Beobachtung

Saskia entdeckt die Haarspangen auf der … (wie heißt grad die Glasfläche vor dem Badspiegel? Mei, das Alter!), und damit hat sie – für die Minute – ein neues Lieblings-Spiel-„ich muss noch nicht Zähne putzen oder sonstwie machen, was Papa möchte“-zeug entdeckt.

„Oder neene Haapanne!“ Okay, nimm die Haarspange.

Sie dreht sich zu mir herum, ihre Augen sind, da ich sitze und sie auf einem Hocker steht, ungefähr auf Höhe meines Kopfes. Ich bin mir sicher, dass es nur dieser banalen Tatsache geschuldet ist, dass ihr Blick rein zufällig auf meine verlängerte Stirn fällt.

„Hmm.“

Das sagt sie wirklich: „Hmm.“

„Du hatte neita nich viele Haate!“

Exzellent beobachtet!

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Schneller Wind

Wind! Schella, bitte!

Wind! Schella, bitte!

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Kleine Chefin

„Na gut, dann gehe ich halt alleine ‚runter, wenn Du nicht mitkommen willst. Vergiss nicht, Deine Hausschuhe anzuziehen!“ Ich gehe zur Treppe, und habe ein paar Stufen geschafft, während Saskia mir nachgerannt kommt, und ruft „Nee! Du daafe nich los fitze!„.

„Ich darf nicht losflitzen?“ Allein dieses Wort… flitzen!? Woher hat sie das denn?

Nee! Setz! Hin!“ wird mir, mit einem Winken in Richtung der oberen Treppenstufen, entgegengeschleudert.

Äh? Hallo? Wer ist hier eigentlich der Chef?

Dass sie mein und der besten aller Ehefrauen anschließendes haltloses Lachen (unter Grinsen) mit einem „Nee! Nich! Late!“ kommentierte, war dann nur noch das Sahnehäubchen…

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Hübscher Grusel

Ein klein wenig gruselig sehen sie ja schon aus, die Teddies…

teddy_1teddy_2… aber in Anbetracht dessen, dass Saskia die völlig selbständig und unbeeinflusst gemalt hat, …

teddy_3… will ich mich gar nicht beschweren.

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Ausführliche Erzählung

Auf einem Ausflug waren sie heute, die Kinderlein. Saskia wusste das seit mindestens gestern, und erzählte es (volle Vorfreude) gestern auch den ganzen Nachmittag und Abend: „Mote Aussu mate“ (oder so). Das allein ist bemerkenswert, weil es zeigt, dass Saskia inzwischen mit solch eher abstrakten Dingen wie „morgen“ sehr wohl etwas anzufangen weiß – das war nicht immer so.

Als ich heute nach Hause kam, fragte ich Saskia, wie denn ihr Ausflug gewesen sei.

Und 20 Sekunden nach dieser Frage wusste ich, dass ein Fahrstuhl kaputt war, sie die Rolltreppe genommen haben, ein Kind aus seinem Rollstuhl aussteigen, und dieser von einem Erwachsenen getragen werden musste.

Ehm…?!

Lange, lange erzählte Saskia nur höchst selten Dinge aus eigenem Antrieb. Und wenn, dann reichten weder ihr Wortschatz noch ihr Weltwissen wirklich aus, sich außer zu den grundlegendsten Dingen zu äußern.

Das vorhin war, verglichen mit Erfahrungen bis vor ca. einem halben Jahr, der absolute Wahnsinn. Und verglichen mit diesem halben Jahr immer noch ziemlich gut.

Das trieb mir dann doch die Tränen der Rührung in die Augen.

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Mehr Zahlen

Eigentlich wollte ich diesen Titel für ein anderes Thema verwenden: Als nämlich Saskia vor geschätzt einem halben oder dreiviertel Jahr anfing, nicht nur „Buut“ (Buch), sondern „Bücha“ (Bücher) zu sagen, und auch für einige andere Wörter einen korrekten Plural zu verwenden.

Aus diesem Artikel ist damals irgendwie nichts geworden – was bedeutet, dass ich den Titel jetzt und hier verwenden kann…

Lange hatte Saskia nicht wirklich Interesse an Zahlen oder Buchstaben. Das ändert sich seit einer Weile – sie „schreibt“ (naja: malt) gern mal ein zittriges A, oder erkennt Zahlen, die irgendwo stehen. Letzteres scheint mir mit zunehmender Begeisterung zu geschehen: Heute früh zum Beispiel zeigte sie auf den auf dem Tisch stehenden Abreiß-Kalender, auf dem noch der 24. war, und erzählte uns, dass da eine 4 sei. Und eine 2. Woraufhin wir sie bestätigten, lobten, und der Vollständigkeit halber noch anfügten, dass das eine Vierundzwanzig sei.

So weit, so unspektakulär.

Nachdem wir das Blatt abgerissen, und den Witz auf dem nächsten gewürdigt hatten, erzählte Saskia wieder von der 2. Und von der 5. Und von der „fünne sanni“.

Und das war dann doch spektakulär. Zum einen, weil es das erste Mal war, dass wir eine derart große Zahl von ihr hörten – beim Zählen wird es ab spätestens der 16 sehr verwaschen und nur noch mit gutem Willen zu erkennen, und geht auch nur bis zu einem akustischen Monstrum, das kaum eine Ähnlichkeit mit der 22, die es eigentlich darstellen soll, hat.

Zum zweiten aber, und das hat mich noch mehr begeistert, bedeutet das – oder ich kann mir das zumindest einreden -, dass sie das dahinterstehende System begriffen und erfolgreich angewandt hat!

Dass sie dann vorhin im Bad sich mal wieder an die Wand stellte, um sich zu messen, und mir anschließend erzählte, sie sei „fünni fier“ groß – in diesem Zusammenhang wich sie bisher immer auf „vier“ oder „sets“ aus -, ist zwar noch nicht ganz korrekt, aber zeigt, dass sie auf dem richtigen Weg zu viel mehr Zahlen ist…

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Treffende Beobachtung

„Nee! Falsche Nöffe! Teddy baue Nöffe!“

Saskia macht Anstalten, den Medizin-Löffel wegzubringen, um ihn durch einen anderen – mit der richtigen Farbe – zu ersetzen.

„Ja, stimmt, der Teddy auf dem Apfelbrei hat einen blauen Löffel – aber wir nehmen einfach den roten, das geht genauso gut. Oder seh‘ ich etwa aus wie ein Teddy?“

Saskia fasst mir ans Ohr, ihr Blick wandert wiederholt zwischen mir und dem Teddy-Bild hin und her.

„Ja! Ohte!“

Wieder der Blick.

„Du sehne wirtie1 Teddy Ohte aus!“

Autsch!


1 wirklich

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Verpatzte Sanktion

„Schau mal, wenn Du hier unten anfasst, und das Handtuch ein bisschen hochhebst, dann reißt der Haken da oben nicht so schnell ab.“

Saskia trocknet sich die Hände ab, und die Technik läßt zu wünschen übrig – dem Griff am oberen Ende, und der entsprechenden Spannung im Tuch, sind schon mehrere Handtuchhaken zum Opfer gefallen. Nichts, was die beste aller Ehefrauen nicht wieder hinbekäme – aber sie grummelt dabei immer so, und eine grummelnde Ehefrau ist nicht schön.

Es entspinnt sich eine mittellange (friedliche) Diskussion zwischen dem dickköpfigen Kind und mir, in deren Ergebnis ich den Eindruck, dass sie es zwar eigentlich verstanden hat, aber einfach aus Prinzip widerspricht, verarbeite in dem abschließenden Statement:

„Naja, wir ziehen Dir das dann vom Taschengeld ab.“

„Nee! Hatte Tasche..deld nich!“

Mist! Wo sie Recht hat, hat sie Recht!

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Gelesene Zahlen

Ein kürzlich mit Saskia gekauftes Buch – diesmal waren wir Eltern beteiligt, das ist ja nicht immer so – enthält sechs Geschichten. Auf der ersten Doppelseite sind sie alle aufgeführt, jeweils mit Bildchen und Luftballon, in dem Luftballon jeweils eine Zahl.

Vor einigen Tagen überraschte Saskia uns, indem sie nach dem Aufblättern dieser Seite auf den ersten Luftballon zeigte, „ein“ sagte, das selbe (nur mit anderer Zahl, natürlich) mit dem zweiten Luftballon tat, … bis zum sechsten. Allerdings unter Auslassung der 5, aber gut, das kennen wir, auch wenn das eigentlich schon besser geworden war.

Mit anderen Worten: Sie zählte nicht nur, sie las Zahlen vor. Und das ist dann doch ziemlich spannend, denn normalerweise streitet Saskia strikt ab, irgendwelche Zahlen oder Buchstaben zu kennen. „Tenne nich!“ ist ihr Lieblingssatz, wenn man sie bittet vorzulesen. Und wir haben uns gefragt, in welchem Ausmaß das nur Bockigkeit ist (denn im Augenblick besteht das Kind zu 105 Prozent aus Bockigkeit), und inwiefern sie wirklich keine Zahlen lesen kann.

Da kann ich jetzt nur sagen: Erwischt! 🙂 Ist das Schulgeld also doch nicht völlig umsonst…

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