Reife Leistung

Die beste aller Ehefrauen macht sich, wie so ziemlich jedes Jahr, ein schönes Wochenende – ohne uns. Es sei ihr gegönnt.

Der Rest der Familie sitzt am Abendbrottisch, und Saskia überrascht mich zutiefst mit folgender Frage:

Darf ich heute bei Dir schlafen, weil die Mama nicht da ist?

Ehm – /me is puzzled. Okay, sie hat das also verinnerlicht, dass die Mama jetzt eine Weile nicht da ist – so oft hatten wir es ihr noch nicht gesagt, damit war noch nicht unbedingt zu rechnen. (Aber vielleicht tue ich ihr damit auch Unrecht.)

Außerdem hat sie sehr schön selbständig die Schlussfolgerung gezogen, dass damit ja wohl Mamas Bett frei ist – und sie endlich nicht mehr mitten in der Nacht aufstehen und samt Bettzeug und Kuscheltieren zu uns rüber kommen muss, sondern einfach direkt bei mir im Schlafzimmer einziehen könnte.

Respekt, Mausekind!

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Fremdes Geld

Saskia bringt aus der Schule eine Reihe von Geburtstagsgeschenken mit, darunter eine Eulen-Sparbüchse. Und erzählt uns, dass die jetzt auf den Schrank soll (da stehen diverse andere Spar-Tiere), und sie da morgen Geld reinsteckt.

„Da brauchst Du ja erstmal Taschengeld, oder?“

„Mh-mh – ich nehm‘ Dein Geld!“

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Gebrochenes Recht

„Papa, kann ich das morgen essen?“

Die korrekte Antwort lautet natürlich „Nein, bis dahin habe ich das gegessen!“, aber…

Und jetzt stehen die Reste des leckeren Abendessens (zumindest von Saskias Portion) im Kühlschrank, pochen auf ihr überliefertes und natürliches Recht, vom Herrn des Hauses sinnloserweise spät am Abend gegessen zu werden, und ich darf nicht, denn ich hab‘ dann doch mit „Klar, darfst Du!“ geantwortet. Und inzwischen kann man ja leider recht sicher davon ausgehen, dass Saskia sich am nächsten Morgen des Ganzen auch noch erinnert…

Grpmf.

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Gemeinsames Schlaflied

Ich musse da mit sinne. Wei Du tanne neita nich neine sinne. Desweete musse ich mit sinne.

Das übliche Schlaflied haben wir dann in der Tat von vor bis hinten zusammen gesungen…

Nicht schlecht. Daran sieht man mehrere Dinge, die mal einer Erwähnung wert sind:

  1. Saskia spricht inzwischen mehrere Sätze, zwischen denen es einen Sinnzusammenhang gibt.
  2. Eher abstrakte Wörter wie „Deswegen“ haben es in ihren Wortschatz geschafft.
  3. „Ich“ und „Du“ klappen zuverlässig (oft sogar inklusive korrekter Deklination – auch wenn man das oben gerade nicht sieht).
  4. Die Aussprache ist immer noch … nun ja, gewöhnungsbedürftig.1
  5. An der Grammatik müssen wir noch arbeiten. Für die Hauptsätze nach „weil“ wird sie sonst eines Tages enterbt!
  6. Sie singt gern, und ist bei vielen, durchaus auch langen, Liedern sehr textfest. Okay, üblicherweise ist es eine Rap-Version, mit dem Text ist sie immer entweder eine Zeile voraus oder eine zurück, das Konzept der Melodie hat sie auch noch nicht verinnerlicht, aber … es ist toll! Ehrlich!

1 Die Logopädin sagte mal, bei unserer Tochter gäbe es ganz viele sehr seltene sprachliche Auffälligkeiten. „Toll, wenn man in seinem Job eine Herausforderung hat, oder?“ antwortete ich.

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Gute Beobachtung

Saskia entdeckt die Haarspangen auf der … (wie heißt grad die Glasfläche vor dem Badspiegel? Mei, das Alter!), und damit hat sie – für die Minute – ein neues Lieblings-Spiel-„ich muss noch nicht Zähne putzen oder sonstwie machen, was Papa möchte“-zeug entdeckt.

„Oder neene Haapanne!“ Okay, nimm die Haarspange.

Sie dreht sich zu mir herum, ihre Augen sind, da ich sitze und sie auf einem Hocker steht, ungefähr auf Höhe meines Kopfes. Ich bin mir sicher, dass es nur dieser banalen Tatsache geschuldet ist, dass ihr Blick rein zufällig auf meine verlängerte Stirn fällt.

„Hmm.“

Das sagt sie wirklich: „Hmm.“

„Du hatte neita nich viele Haate!“

Exzellent beobachtet!

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Schneller Wind

Wind! Schella, bitte!

Wind! Schella, bitte!

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Kleine Chefin

„Na gut, dann gehe ich halt alleine ‚runter, wenn Du nicht mitkommen willst. Vergiss nicht, Deine Hausschuhe anzuziehen!“ Ich gehe zur Treppe, und habe ein paar Stufen geschafft, während Saskia mir nachgerannt kommt, und ruft „Nee! Du daafe nich los fitze!„.

„Ich darf nicht losflitzen?“ Allein dieses Wort… flitzen!? Woher hat sie das denn?

Nee! Setz! Hin!“ wird mir, mit einem Winken in Richtung der oberen Treppenstufen, entgegengeschleudert.

Äh? Hallo? Wer ist hier eigentlich der Chef?

Dass sie mein und der besten aller Ehefrauen anschließendes haltloses Lachen (unter Grinsen) mit einem „Nee! Nich! Late!“ kommentierte, war dann nur noch das Sahnehäubchen…

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